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Bettenfachhändler des Jahres - Kategorie: Bestes Betten-Fachgeschäft

Ein Bettenfachmarkt der etwas anderen Art: Jeggle - "das Bett", Münster

Die Firma Jeggle ist in Münster ein Traditionsunternehmen. Sie feierte im vergangenen November ihr 75-jähriges Bestehen. Aber Jeggle von heute hat, außer dem Namen, nicht mehr viel gemein mit dem Haus, wie es sich bis 1986 darstellte. Bis dahin war es nämlich ein reines Teppichfachgeschäft. Mit dem Einstieg des heutigen Gesellschafters Martin Jeggle in das Familienunternehmen änderte sich das radikal. Heute ist Jeggle - "das Bett" ein Bettenfachmarkt, und obendrein hat es seinen Standort 2001 von der Münsteraner Innenstadt in ein Gewerbegebiet verlegt. Dort präsentiert sich das Unternehmen mit Erfolg als ein etwas anderes Bettengeschäft. Jeggle - "das Bett" erhält daher die diesjährige Auszeichnung "Fachhändler des Jahres".

Wir sehen Matratzen, Lattenroste, Bettwaren und Bettgestelle nicht mehr in der Innenstadt. Das Sortiment erfordert zu viel Verkaufsfläche", erklärt Martin Jeggle, Inhaber von Jeggle - "das Bett", das er gemeinsam mit seiner Frau Eva als Geschäftsführerin betreibt. "Die Kunden suchen diese Artikel auch nicht mehr in der Stadt, außerdem wollen sie am liebsten mit ihrem Auto direkt vors Geschäft fahren." Das Ehepaar Jeggle hat seine Schlüsse daraus gezogen und sein Geschäft 2001 im eher schmucklosen Gewerbegebiet Süd angesiedelt. Bis 2000 gab es Jeggle in der Ludgeristraße, einer Fußgängerzone mitten in der City von Münster. Dort führten die Jeggles zuletzt ein Vollsortiment mit Haustextilien und Teppichen auf drei Etagen und rund 2.000 qm Verkaufsfläche. Doch dann lief der alte Mietvertrag aus und die Jeggles wagten den Umzug in eine Randlage. Heute, nach einer Erweiterung um 500 qm im letzten Jahr, verfügen sie am neuen Standort über 1.000 ebenerdige Quadratmeter. Mit dem Umzug wurde das Teppichsortiment aufgegeben, so dass der "neue" Jeggle ein reines Bettengeschäft wurde. Jeggle: "Mit Teppichen ist heute leider kein Geld mehr zu verdienen."

Am neuen Standort baut Jeggle auf den im Laufe der Jahrzehnte erworbenen Bekanntheitsgrad seines Unternehmens und die Laufkundschaft, die durch den benachbarten MediaMarkt angezogen wird. Passend zum Standort ist das Geschäft nicht als hochwertiges Bettenfachgeschäft konzipiert. Es präsentiert sich vielmehr nach eigener Definition als "Fachmarkt für Aufgeweckte", indem Jeggle es bewusst vermeidet, das Geschäft fein oder gar edel aussehen zu lassen. Als Fachmarkt passt es sich in die Szene der benachbarten Geschäfte ein und vermeidet mögliche Schwellenängste der Besucher.

Aber trotz der Fachmarkt-Orientierung ist das Geschäft optisch alles andere als langweilig, im Gegenteil. Die Ladengestaltung berücksichtigt, dass es meistens Frauen sind, die bei Jeggle kaufen. Auf sie hat sich das Geschäft optisch eingestellt. Jeggle: "Wir haben uns entschlossen, unser Geschäft nicht im klinischen Weiß der Matratzen zu gestalten, sondern unseren Kunden eine bunte Erlebniswelt zu bieten." Betritt man das Geschäft, fällt der Blick auf eine bunte, nach Farben sortierte Welt aus Wohnaccessoires und Geschenkartikeln.

Erst wenn man dann weiter in den Laden geht, eröffnet sich dem Besucher das Fachsortiment. Aber auch hier wird viel Wert auf eine angenehme, fast wohnliche Atmosphäre gelegt. "Wir wollen unseren Kunden Erlebniswelten bieten, und obendrein bekommen sie bei uns auch noch einen gesunden Schlaf", so Jeggle, der trotz der Fachmarktorientierung großen Wert auf eine hohe Beratungsqualität legt.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit gesunden Schlafs sei bei den Kunden vorhanden, betont Jeggle. Und bei einem entsprechenden Gegenwert seien sie dann auch bereit, für eine Matratze etwas mehr Geld auszugeben. Punkte wie lange Lebensdauer und gute Qualität werden dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Entscheidend ist vielmehr die Überzeugung, darauf gut liegen zu können. Im Schwerpunkt liegen die Preise bei Jeggle für eine verkaufte Matratze zwischen 400 und 800 Euro.

Anders als bei üblichen Fachmärkten bietet Jeggle ein rundes Servicepaket an. Es umfasst die Anlieferung und den Aufbau von Möbeln, Hausberatung und, ganz wichtig, eine Kerntausch-Garantie bei Matratzen. Auch dadurch versucht sich das Unternehmen gegenüber den Wettbewerbern in Münster zu profilieren. Und mit je zwei Matratzen Concord und Matratzen Real, drei klassischen Bettenfachgeschäften und den Möbelhäusern Finke und Staas ist der münsteraner Raum gut besetzt. Das Einzugsgebiet des Fachmarktes, das er mit seinen Prospekten und Mailings bestreicht, umfasst einen Umkreis von rund 30 km. Jeggle räumt ein, dass es auf den ersten Blick nicht groß erscheinen mag. "Aber bei einem größeren Gebiet wäre die Werbung noch teurer. Außerdem mache ich mir über eine Ausweitung erst Gedanken, wenn ich in dem jetzigen Raum einen Marktanteil von 100 Prozent habe", erklärt Jeggle leise schmunzelnd.

Ein gutes Team: Geschäftsführerin Eva Jeggle und Inhaber Martin Jeggle teilen sich ihrem Unternehmen "Jeggle das Bett" die Führungsaufgaben.
Bettenambiente in Schwarz-Weiß. Jeggle versteht es, für jeden Stil und Geschmack etwas zu bieten.
Ein Bettenfachmarkt, aber alles andere als langweilig: Auch dieses im Design gewagte Bett hat Jeggle schon mehrfach verkaufen können.

Hinsichtlich der Sortimentsgestaltung mussten die Jeggles am neuen Standort anfangs schon Erfahrungen sammeln. So hatte Jeggle die Bedeutung der Geschenkartikel unterschätzt, und auch das Möbelsortiment war zuerst zu klein dimensioniert. Heute, nach der Erweiterung, führt das Geschäft Schränke, Schlafzimmermöbel und Raumteiler. Das Thema Möbel habe der Bettenfachhandel bislang zu sehr vernachlässigt, stellt Jeggle fest. Es sei zwar richtig, dass niemand dort das klassische Schlafzimmer kaufen wolle. Aber beim Erwerb einer Matratze finden die Kunden es gut, wenn sie gleich dazu Bettgestelle finden, die nicht dem 08/15-Muster entsprächen. Rund 30 Betten und Bettgestelle sind bei Jeggle zu finden, dazu rund 40 Matratzen. Ein Thema mit Zukunft sind außerdem die so genannten Komfortbetten, die Nachfrage danach nehme zu, so Jeggle. Häufig seien die Frauen die Auslöser eines solchen Kaufs. Dazu kommen bei Jeggle Flächen für Tempur und Rummel, sowie Shop-Systeme von Irisette-Bettwaren und von Centa Star. Früher, räumt Jeggle ein, war er kein Freund solcher Shop-Systeme. Aber inzwischen hat er eingesehen, dass die Sicherheit, dass alle Artikel vorhanden sind, die Umsätze beflügelt: "Ich erziele mit einer geringeren Lagerhaltung einen höheren Umsatz."

In den letzten sechs Jahren hat sich Jeggle an seinem neuen Stand fest etabliert. Die Kunden aus der Innenstadt hätten den Umzug mit vollzogen, "auch wenn ich manchmal immer noch ein Bedauern höre, dass wir nicht mehr in der Innenstadt zu finden sind", so Jeggle. Dazu kommen die Kunden, die das Unternehmen früher nicht erreicht hätte. "Unser Umsatzniveau mit dem gesamten Schlafsortiment liegt über dem Niveau, das wir zuletzt in der Ludgeri-Straße hatten. Und das bei deutlich geringeren Kosten", freut sich der Geschäftsinhaber. Das Wagnis des Standortwechsels scheint sich also gelohnt zu haben.


Jeggle "Das Bett" Firmentelegramm

Jeggle "das Bett"
Robert-Bosch-Str.2
48153 Münster
Tel.: 02 51 / 8 71 68 21
Fax: 02 51 / 8 71 68 23
E-Mail: info@jeggle-das-bett.de
Web: www.jeggle-das-bett.de

Inhaber: Martin Jeggle
Geschäftsführerin: Eva Jeggle
Mitarbeiter: 12, einschließlich Servicekräften
Verkaufsfläche: 800 qm
Sortiment: Matratzen, Rahmen, Bettgestelle, Wasserbetten, Bettwaren, Bettwäsche, Frottierwaren, Möbel, Wohnaccessoires, Geschenkartikel
Wichtige Marken: Centa Star, Clima Balance, Hasena, Irisette (Bettwaren), Schlaraffia, Sensoflex, Tempur,
Service: Auslieferung, Aufbau, Hausberatung, Matratzenkerntausch, Wasserbetten-Service
Verband: MZE

aus Haustex 02/08 (Handel)