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Thermoholz-Markt

Nachfrage noch klein

Ursprünglich vor allem für den Außenbereich entwickelt, gewinnt das Thermoholz auf Grund seiner besonderen Farbgebung mehr und mehr auch das Interesse von Inneneinrichtern: als Alternative für dunkle Tropenhölzer und für dunkel gefärbte Parkettoberflächen. Außerdem lassen sich durch die erhöhte Dimensionsstabilität des thermisch behandelten Holzes auch neue Einsatzbereiche für Holzböden erschließen, wie beispielsweise in Badezimmern und im Saunabereich, wo vor allem Massivholzdielen bisher Schwierigkeiten haben. Doch auch wenn es interessante Möglichkeiten gibt, derzeit sind Böden aus Thermoholz nach wie vor ein absolutes Nischenprodukt, wenngleich mit einer wachsenden Zahl von Anbietern.

Die tatsächlichen Produktionsmengen von thermisch behandeltem Holz in Europa sind nur schwer zu ermitteln, da viele Hersteller sich scheuen, die Mengen offen zu legen. Gerne wird darauf verwiesen, dass bei Bedarf ausreichend Thermoholz gefertigt werden kann. Außerdem verfügen die Anlagenbetreiber zwar über messbare Kapazitäten, die aber je nach Betrieb der Anlage unterschiedlich stark genutzt werden. Im Vorfeld des zweiten europäischen Thermoholz-Workshops hatte das Institut für Holztechnologie Dresden eine Umfrage bei 13 europäischen Herstellern nach ihrer verkauften Thermoholz-Produktion durchgeführt. Antwort erhielt das Institut von Mitteramskogler (1.900 cbm), Plato (7.100 cbm) und dem Verband der finnischen Thermoholzhersteller, der Finnish Thermowood Association (24.600 cbm im Jahr 2002). Schätzungen der Dresdener Experten sprechen allerdings von etwas mehr als 50.000 cbm Thermoholz im vergangenen Jahr.

Doch Produktionsmengen hin oder her, nur ein Teil der Betreiber von Thermo-Anlagen produziert für den Innenbereich und da speziell für Mehrschichtparkett und Massivholzdielen. Nach wie vor liegt das Hauptaugenmerk vieler Hersteller auf den Außenanwendungen, aus deren Tradition sich zunächst in Finnland das Verfahren zur Hitzebehandlung entwickelte. Mittlerweile haben viele Länder nachgezogen, im Innenbereich sei hier vor allen Dingen Österreich zu nennen. In Deutschland gibt es nach wie vor kaum Produzenten, auch wenn der deutsche Markt hinsichtlich der jetzigen und auch potenziellen Absatzmengen zu den wichtigsten Märkten in Europa zählt, wundert sich Dr. Wolfram Scheiding vom IHD. Auch eine Studie der Uni Freiburg aus dem Jahre 2002 kommt zu dem Schluss, dass es realistische Marktchancen für Produkte aus hitzevergütetem Holz in Deutschland gibt, ohne dass potenzielle Marktvolumina fundiert eingeschätzt werden können.

Sicherlich hat sich seitdem einiges hinsichtlich des Bekanntheitsgrades von Thermoholz getan, dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass innerhalb der Holz- und Möbelbranche, ganz zu schweigen vom Endverbraucher, thermisch behandeltes Holz allgemein bekannt ist. In dieser Hinsicht sind groß angelegte Marketingaktionen wie die von Stia Holzindustrie ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Produktes.

Quelle: Matthias Ewert, Institut für Holztechnologie Dresden

Daneben fordern die Experten auch, dass die Eigenschaften des Thermoholzes systematischer erforscht werden - strikter getrennt nach der Methode der Hitzebehandlung und der Holzart. Momentan verläuft das sensible Verfahren der Thermoholz-Produktion noch sehr oft nach dem Prinzip "Versuch macht klug", wobei der Erfolg oft auch von der Erfahrung der Betreiber abhängt. In Finnland, aber auch bei Barkett in Deutschland/Russland, arbeitet man momentan an der Standardisierung des Prozesses. Gelingt es, Standards für Thermoholz zu entwickeln, dann kann man dem Endverbraucher präzise Anwendungsparameter an die Hand geben. Dann ließen sich verschiedene Thermoholzprodukte besser für bestimmte Anwendungen empfehlen.

Betreiber von Thermoholz-Anlagen
(Quelle: Dr. Wolfram Scheiding, Indstitut für Holztechnologie Dresden)

Deutschland: Menz-Holz
Österreich: Mirako, Mafi, Stia
Schweiz: Balz Holz AG
Niederlande: Plato Wood Products BV
Russland: Barkett
Schweden: Bitus AB
Dänemark: Fromsseier Plantage A/S
Frankreich: HTT Traitement Thermique, Retibois, Retitech, Retimac, Critt Bois, Kit Foret, Kit Foret, SPCM, S.A Now, Perdure
Finnland: Ekosampo, Finnforest, Heinolan Ruskopuu, HJT-Holz, Laukaan Lämpöpuu, Brown Wood Ltd., Lunawood Ltd., Stellac Wood Mikkeli, Stora Enso Timber, Suomen Lämpöpuu, UPM Puuteollisuus

aus ParkettMagazin 05/04 (Holz)