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Alles über Tapeten

Tapezieren mit Vinyltapeten

Vinyltapeten werden vorzugsweise in Bereichen eingesetzt, wo die außerordentliche Strapazierfähigkeit der Oberfläche genutzt werden kann, zum Beispiel in Bädern, Küchen oder auch Treppenhäusern. Auch die Schwerentflammbarkeit nach DIN 4102 Bl spielt eine wichtige Rolle.

Diese Tapeten bestehen aus einem Trägerpapier mit Vinylbeschichtung, die fest miteinander verbunden sind. Die Vorderseite ist bedruckt, glatt oder geprägt. Überwiegend wird dafür Polyvinylchlorid (PVC) - kurz Vinyl - verwendet. Ursprungsprodukt war die sogenannte Kompaktvinyltapete, die in den 60er Jahren in Amerika entwickelt wurde. Den Vinylwandbekleidungen auf Baumwollgewebeträger folgten Vinylwandbekleidungen auf Papier. Der Kunststoffauftrag erfolgte anfangs mittels Kaschieren einer PVC-Folie, später durch Pastenauftrag.

Auf nicht oder schwach saugfähigen Untergründen empfiehlt es sich, eine Rollenmakulatur vorzukleben. Keinesfalls darf bei Vinyltapeten der Untergrund mit Feinmakulaturen oder Dispersionsfarben gestrichen sein!

Wegen der geringen Wasserdampfdiffusionsfähigkeit werden Vinyltapeten mit Spezialkleister im Ansatz 1:20 geklebt (1 Päckchen 200 g auf 4 l Wasser). Ein Zusatz von 20 % Dispersionskleber ist empfehlenswert, um die Klebkraft zu erhöhen. Außerdem gibt es mehr Sicherheit beim späteren Abziehen der Vinylbeschichtung: das zurückgebliebene Makulaturpapier klebt besser auf dem Untergrund.

Vorbereitung: Auf nicht oder schwach saugfähigen Untergründen empfiehlt es sich eine Rollenmakulatur vorzukleben.
Vinyltapeten werden mit Spezialkleister im Ansatz 1:20 unter Zusatz von 20 % Dispersionskleber geklebt. Nach dem Einkleistern wird die Bahn
zusammengelegt und aufgerollt, damit sich während der Weichzeit die Bahnkanten
nicht hochstellen.
Bei Außen - oder Innenecken wird ein
spezieller Dispersionskleber auf den Überstand aufgetragen. Die nächste Bahn wird überlappend auf den Überstand tapeziert. Vor dem Andrücken wird mit den Fingern der überschüssige Kleister abgezogen. Reste des Klebers müssen sofort mit Schwamm und Wasser entfernt werden.
Anschlüsse an Waschbecken, Duschen oder Badewannen können mit einer dauerelastischen Fugenmasse abgedichtet werden.

Die Bahn wird eingekleistert, zusammengelegt und aufgerollt, damit sich während der Weichzeit von circa 5 bis 10 Minuten die Bahnenkanten nicht hochstellen und austrocknen.

Die Bahnen werden auf Stoß geklebt und mit einer Moosgummirolle oder einem weichen Tapezierspachtel angedrückt. Wo Überlappungen auftreten, zum Beispiel bei Ecken, wird der Überstand zunächst 2 - 3 cm um die Ecke beziehungsweise durch die Innenecke geklebt. Auf den herumgeklebten Streifen trägt man den speziellen Dispersionskleber aus der Tube auf. Dann tapeziert man die nächste Bahn überlappend auf den Überstand. Vor dem Andrücken zieht man mit Daumen und Zeigefinger den überschüssigen Spezialkleister von der Rückseite der Bahnkante weg. Kleberreste muss man sofort mit Schwamm und Wasser entfernen. Anschlüsse an Waschbecken, Duschen oder Badewannen können mit einer dauerelastischen Fugenmasse abgedichtet werde.

Die Vinyloberfläche ist sehr widerstandsfähig und scheuerbeständig, selbst grobe Verschmutzungen lassen sich relativ einfach entfernen. Bei späterer Renovierung lassen sich die spaltbar abziehbaren Tapeten einfach entfernen, indem die obere Vinyischicht trocken abgezogen wird. Die Papierschicht bleibt bei fester Verklebung als Makulatur für die Neutapezierung auf dem Untergrund zurück.

aus BTH Heimtex 10/01 (Handwerk)