13. vti-Branchentag

Mittelstand fordert Energiepolitik mit Augenmaß


Zittau. Der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) erwartet von der neuen Bundesregierung "eine eindeutig mittelstandsfreundliche Energiepolitik." Hauptgeschäftsführer Bertram Höfer erklärte beim 13. Branchentag seines Verbandes in Zittau: "Die in schwindelerregende Höhen steigenden Energiekosten belasten unsere im globalen Wettbewerb stehenden Textilhersteller in unzumutbarer Weise."

Vor Vertretern aus Texilunternehmen der Region sowie von Politik und Behörden erläuterte der vti-Hauptgeschäftsführer: "Uns ist beispielsweise der Fall eines sächsischen Unternehmens mit 180 Mitarbeitern bekannt, das durch die Erhöhung der EEG-Umlage 2014 eine Viertelmillion Euro zusätzlich zum Energiepreis abführen muss. Dieses Geld fehlt zwangsläufig für Produktentwicklung, Marketing und für notwendige Investitionen", so Höfer.

Ausnahmeregelungen, die für Großabnehmer von Energie gelten, könnten die Mitgliedsfirmen in der Regel kaum in Anspruch nehmen. Höfer: "Wir sind nicht gegen die Energiewende, doch sie muss mit Augenmaß und auf der Basis eines wirtschaftspolitischen Konzepts erfolgen. Unsere Unternehmen benötigen Planungssicherheit und im europäischen Maßstab vergleichbare Rahmenbedingungen bei Energie, Wasser und Abwasser."

Die traditionsreiche Oberlausitzer Textilregion zählt annähernd 3.000 Beschäftigte, die in 35 - überwiegend familiengeführten - Betrieben arbeiten. Die Firmen erwirtschafteten 2012 einen Gesamtumsatz von 350 Mio. Euro, davon 95 Mio. Euro im weltweiten Export. Die modernen Unternehmen produzieren und veredeln Frottierwaren, Bekleidungs- und Markisenstoffe, Leinengewebe, Bodywear sowie Hygiene- und Medizintextilien. Von zunehmender Bedeutung ist die Herstellung von Technischen Textilien, beispielsweise Bänder und Gurte, Gewebe für Schutzanzüge, Textilien für den Fahrzeugbau und für die Logistikbranche, Fallschirme, Bau- und Geotextilien sowie Smart Labels.

Der Industriezweig entwickelt sich zunehmend zur Hightech-Branche; Textilien und textile Verbundstoffe ersetzen auf vielen Gebieten herkömmliche Materialien. Bereits jetzt entfallen über 45 Prozent des ostdeutschen Produktionsvolumens auf Technische Textilien, 30 Prozent auf Heimtextilien sowie 25 Prozent auf Mode und Bekleidung. Dabei kooperieren die Firmen eng mit den Textilforschungsinstituten STFI und Cetex in Chemnitz, ITM an der TU Dresden, FILK in Freiberg, TITV in Greiz, ITL in Reichenbach/Zwickau und TITK in Rudolstadt.
aus Haustex 12/13 (Wirtschaft)