Haustex/United-Research-Kundenbarometer: Bettwäsche – Teil 1

Bettenfachhandel wirbelt Bettwäschemarkt durcheinander


Hamburg. Im vergangenen Jahr berichtete die Haustex in der Bettwäsche-Umfrage von einem Bäumchen-wechsel-dich-Spiel hinsichtlich der Verbreitung der einzelnen Marken. Doch das letzte Jahr war gar nichts im Vergleich zur aktuellen Umfrage: Nur zwei Marken behaupten die Position des Vorjahres, 13 finden sich auf einem anderen Platz als im Vorjahr. Außerdem setzt sich offenbar der Trend zur Markenkonzentration fort.

Was, bitte schön, passiert mit dem Bettwäsche-Sortiment im Bettenfachhandel? Nur zwei Marken können in der aktuellen Marktumfrage ihre Position des Vorjahres halten. Die eine ist Elegante, die nach wie vor die Marke mit der größten Verbreitung im Bettenhandel ist. Zwar verliert sie leicht um zwei Prozentpunkte, behauptet aber dennoch mit 67 Prozent Verbreitung den ersten Platz. Zwei von drei Bettenfachhändlern setzen in ihrem Bettwäsche-Bereich auf die Marke aus Bielefeld.

Die zweite Marke mit identischer Platzierung im Vorjahresvergleich ist Schlossberg auf Rang zwölf. Obwohl nur noch 23 Prozent der Befragten angeben, diese Marke in ihrem Geschäft zu führen. Vor einem Jahr waren es noch 28 Prozent.

Alle anderen Marken finden sich auf einem anderen Platz als vor Jahresfrist. Die angeblich so marken- und lieferantentreuen Bettenfachhändler scheinen sich in den vergangenen Monaten intensiv Gedanken über ihr Bettwäsche-Sortiment gemacht zu haben. Bereits im letzten Jahr vermuteten wir, dass der vergleichsweise hohe Modegrad der Bettwäsche eine Ursache dafür sein könnte, dass die Rangfolge im Vergleich zu den übrigen Sortimenten relativ volatil ist. Außerdem sind herausfordernde Zeiten wie diese eine gute Gelegenheit, einmal intensiver über die Sinnhaftigkeit der einen oder anderen Marke im Geschäft nachzudenken.

Neu auf Platz zwei ist in diesem Jahr die Marke Janine. Sie gehört zu den wenigen, die im Vergleich zur letzten Umfrage leicht an Verbreitung dazugewonnen haben. Ihr Anteil steigt von 64 auf 65 Prozent. Damit übertrumpft sie erstmals die Marke Estella. Zuletzt lag sie mit 65 Prozent Verbreitung auf Rang zwei. Aber der Verlust von zwei Punkten auf 63 Prozent reicht diesmal nur zu Rang drei.

Neu auf Platz vier liegt die Marke Essenza. Sie verbesserte sich unter den 15 abgefragten Marken am stärksten. Ein Plus von sieben Punkten auf 52 Prozent hievt Essenza einen Platz höher als in der letzten Umfrage. Bassetti verliert zwar vier Punkte und kommt nur noch auf 38 Prozent nach 42 Prozent, dennoch klettert auch diese Marke um einen Rang nach oben: Platz fünf nach Platz sechs 2017.

Die Verbesserung gelingt, da die Marke Fleuresse deutlich an Bedeutung im Bettenfachhandel verliert und nur noch auf Platz sechs kommt, nach Rang vier im Vorjahr. Der Grund: Der Verbreitungsgrad sinkt um zehn Punkte von 47 auf 37 Prozent. Warum, das erschließt sich allerdings auch in der Detailanalyse nicht auf den ersten Blick, denn dort hält die Marke trotz leicht schlechterer Noten die Vorjahresplatzierung. Mehr dazu im zweiten Teil dieser Umfrage.

Fleuresse rangiert in diesem Jahr auf gleicher Ebene wie die Marke Graser, die mit ebenfalls 37 Prozent mit Fleuresse den sechsten Rang teilt. Im letzten Jahr landete Graser mit 36 Prozent noch auf Rang acht. Die Marke aus dem baden-württembergischen Merklingen überholt damit die Marke Curt Bauer, die nur noch auf Rang acht einläuft. Eine Quittung für den Verlust von fünf Punkten auf nun nur noch 35 Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern zählt auch die Marke Fischbacher. Auch wenn es nur ein Punkt ist, 32 nach 31 Prozent, so reicht dies doch, um die Schweizer um zwei Plätze nach oben zu hieven: von Rang elf auf Rang neun.

Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind die Marken Irisette und Lorena, die zuletzt einträchtig mit einem Verbreitungsgrad von 35 Prozent den neunten Rang besetzten. Vergleichsweise glimpflich kommt Irisette weg. Die Marke verliert lediglich vier Punkte und erreicht mit 31 Prozent den zehnten Platz. Richtig hart erwischte es dagegen Lorena. Diese Marke verlor elf Punkte und kommt mit 24 Prozent nur noch auf den elften Platz.

Rang zwölf behauptet wie erwähnt die zweite Schweizer Marke, Schlossberg. Dies gelingt, obwohl sie fünf Prozentpunkte verliert und nur noch auf 23 Prozent kommt. Neu auf Platz 13 ist die Marke Tom Tailor aus dem Hause Schmänk. Sie legt um zwei Punkte auf 21 Prozent zu und zählt damit zu den insgesamt fünf Marken, die ihre Verbreitung ausbauen konnten. Zuletzt landete Tom Tailor auf Rang 15. Hinter Tom Tailor, auf Platz 14, läuft die Schwestermarke Biberna ein. Zu mehr reicht es bei einem Minus von vier Punkten auf 20 Prozent nicht.

Den letzten Platz nimmt in diesem Jahr die Marke Esprit ein. Ein Minus von sechs Punkten auf 18 Prozent langt nur noch zu Rang 15.

Bedenklich ist die Entwicklung der in den Geschäften gelisteten Marken. Summiert man die Prozentzahlen der 15 abgefragten Marken, kommt man auf 561 Prozent. Anders ausgedrückt: Im Durchschnitt führt ein befragter Bettenfachhändler von ihnen in diesem Jahr 5,6 Marken in seinem Geschäft. Das ist deutlich weniger als vor einem Jahr, als der Durchschnitt noch bei 6,0 Marken lag. Und im Jahr 2016 lag der Schnitt sogar noch bei 6,3 Marken. Der Trend zu Bereinigung des eigenen Sortiments setzt sich somit fort.


Haustex/United-Research-Handelsumfrage - So lief die Befragung

1. Das Haustex/United-Research-Kundenbarometer Bettwäsche-Marken besteht aus zwei Abschnitten. Zunächst wurde in Form eines Telefon-Interviews erfragt, welche Marken der Fachhandel überhaupt führt, also wie hoch der Verbreitungsgrad der Lieferanten ist. Diese Befragung erfolgt gestützt anhand einer Liste der 15 am meisten verbreiteten Marken. Anschließend wurde erfragt, welche weiteren Marken der Händler außerdem noch führt. Als Ergebnis ist der jeweilige Verbreitungsgrad in Prozent angegeben.

2. Im zweiten Schritt bewerten die befragten Händler detailliert die acht vorab ausgewählten Bettwäsche-Marken. Für jedes Unternehmen werden 16 Kriterien abgefragt und Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben - darunter objektiv messbare wie Konditionen und Lieferschnelligkeit, aber auch subjektiv empfundene wie Sympathiewert, Kulanz oder Qualität der Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Aus den Antworten hat United Research eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet. Das Gesamtranking nach Durchschnittsnoten basiert auf der Addition aller Ergebnisse eines Anbieters in den 16 Kategorien und der daraus ermittelten Gesamtdurchschnittsnote.

3. Insgesamt wurden im April 2018 in ganz Deutschland 155 klassische Bettenfachhändler befragt. Bei der Befragung wurde auf einen Adressstamm von mehr als 800 Unternehmen zurückgegriffen, der die Mitglieder der vier Verbände ABK, Bettenring, Garant und MZE umfasst sowie Händler, die keinem dieser Verbände angehören.
aus Haustex 06/18 (Wirtschaft)