QUL Verband:

Naturmaterialien im Fokus


Freiburg. Beim Matratzenkauf haben Verbraucher die Wahl zwischen einer Vielzahl an Materialien und Ausführungen. Zum Einsatz kommen vor allem synthetisch produzierte Schaumstoffe, synthetischer Latex, Federkerne bzw. Taschenfederkerne und Kunststofffasern, aber auch Naturmaterialien wie Naturlatex, Baumwolle, Schurwolle und Rosshaar. Diese Ausgangsstoffe werden hauptsächlich zu vier Matratzentypen verarbeitet: Federkern-, Naturlatex-, Latex- und Schaummatratzen.

Bei Federkernmatratzen sorgen Stahlfedern für die gewünschte Elastizität. Die Federn sind entweder einzeln in Stofftaschen "verpackt" (Taschenfederkerne) oder sie sind - bei einfacheren und preisgünstigeren Matratzenmodellen - miteinander durch Drähte verbunden und als Ganzes von einer Polsterschicht ummantelt (Bonellfederkerne).

Latexmatratzen bestehen aus geschäumter Latexmilch. Diese kann - als Naturlatex - natürlichen Ursprungs sein und aus dem Milchsaft des Kautschukbaums stammen. Alternativ kommt auch synthetischer Latex zum Einsatz, der aus Erdöl gewonnen wird. Die Rohstoffe für Schaummatratzen stammen ebenfalls aus Erdöl: Meist wird hier geschäumtes Polyurethan verwendet (auch Kaltschaum genannt). Für Bezugsstoffe und Polsterungen setzen Matratzenhersteller synthetische Fasern wie Polyester ein oder Naturfasern wie Baumwolle und Schurwolle.

Naturmaterialien von Anfang an

Der Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL) hat schon seit seiner Gründung vor über 25 Jahren den Fokus auf Naturmaterialien gelegt. Alle mit dem QUL-Siegel ausgezeichneten Matratzen müssen aus 100 Prozent Naturlatex bestehen und strenge Anforderungswerte für Emissionen (flüchtige organische Verbindungen, VOC) und unerwünschte Inhaltsstoffe wie Weichmacher oder Pestizide einhalten. Einmal jährlich werden die zertifizierten Produkte auf über 300 Schadstoffe untersucht.

Auch bei Bezugsstoffen und Polstermaterialien akzeptiert der QUL nur Naturmaterialien wie Baumwolle, Schurwolle, Rosshaar, Hanf, Leinen oder Nessel und bevorzugt dabei Stoffe aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung. Bei Baumwollbezugsstoffen ist seit 2019 Bioqualität sogar verbindlich vorgeschrieben.

Dass sich die Verwendung von Naturmaterialien auch positiv auf die Umwelt auswirkt, zeigte eine 2019 vom QUL in Auftrag gegebene Ökobilanzstudie. Dabei stand der komplette Lebenszyklus eines Matratzenkerns im Fokus. Verglichen wurden Kerne aus Naturlatex, synthetischem Latex und Kaltschaum. Trotz teilweise unsicherer oder fehlender Daten war im Ergebnis eine Tendenz erkennbar: Geschäumte Matratzenkerne aus 100 Prozent Naturlatex haben in nahezu allen untersuchten Umweltparametern geringere ökologische Auswirkungen als Matratzenkerne aus synthetischen Materialien. "Die Studienergebnisse bestätigen uns in unserem Anliegen, gesundheits- und umweltverträgliche Produkte aus 100 Prozent Naturlatex zu fördern", fasst Annette Esklony vom QUL zusammen.
aus Haustex 12/20 (Wirtschaft)