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Oriental Weavers

Erfolgreich mit abgestimmten Sortimenten


Ob Teppiche aus Wolle oder Kunstfaser, mit traditioneller persischer Musterung, als Shaggy oder mit psychedelischen Farben - mit seiner Produktvielfalt ist Oriental Weavers breit aufgestellt. Erfolgreich sind die Ägypter, die die Maske des Pharaos Tutenchamun als Firmenlogo tragen, vor allem durch ihre auf einzelne Exportländer abgestimmten Kollektionen.

Ein Neuzugang mit besten Aussichten auf den meisten Märkten der Welt ist Super Keshan, ein Teppich der Luxusklasse mit einem Flor aus dicker und schwerer Wolle. Seine authentische "handgearbeitete" Optik bekommt er durch ein hochtechnisiertes, spezielles Herstellungsverfahren und eine sorgsame manuelle Nachbearbeitung. Die Farbtöne sowie die traditionellen und klassischen Dessins sind frisch und lebendig, und mit ihren leicht abgetönten Farbnuancen passt diese Qualität ebenso gut zu einem traditionellen wie zu einem modernen Einrichtungsstil. Der Teppich besteht aus 100 % Neuseelandwolle und ist in sechs Größen erhältlich.

Eine weitere Qualität, die handgefertigt aussieht aber maschinell gefertigt wird, ist auf dem deutschen und englischen Markt besonders beliebt: Gabbeh. Traditionelle Stammesdessins, florale, klassisch-traditionelle und moderne Dessins, zur Geltung gebracht durch ungewöhnliche, der Natur entnommene Farbkombinationen, prägen diese dicht geknüpften, maschinengefertigten Teppiche, die durch variable Texturen eine attraktive Oberfläche erhalten. Jedes Dessin umfasst 36 verschiedene Farben.

Zwei weitere Topseller auf dem deutschen Markt sind die Qualitäten Palmera und Rush: Palmera besitzt moderne Dessins sowie solche im "Transitional"-Stil, der Moderne und Tradition verbindet, einen ausgesprochen hohen Flor und eine hochwertige Webart. Eine ganz neue Farbpalette mit sechs paarweise kombinierten Farbtönen aus besonders fest verzwirntem Florgarn verleiht dieser Kollektion eine sympathische, modisch aktuelle Textur, mit der sie sich problemlos in jede Inneneinrichtung einfügt.

Während bei den Produkten von Oriental Weavers der Trend in Deutschland offensichtlich zum "hand-made"-Look und zum Hochflor geht, besinnen sich die Skandinavier auf Sisal-Teppiche zurück. So bietet Sisalo gleich eine Kombination aus Verkaufsargumenten: Er ist langlebig, abriebfest, bezahlbar und er wird in vielen modischen Pastelltönen geliefert.

Armstrong DLW GmbH
Gabbeh. Oriental Weavers

In England hingegen haben sich Qualitäten mit kleiner Farbpalette, hochwertigen Materialien und luxuriösem Touch etabliert. So bietet beispielsweise Cleo eine Kollektion aus schlichten und modernen Dessins in einer attraktiven Palette aus vier Farbtönen an. Weiteres Beispiel ist Cottage: Hier erzeugen einzelne Abschnitte mit Sprenkelmustern die Naturfarben-Optik dieser Schlingenpolteppiche aus dreifarbigen Polypropylengarn. Kennzeichnend für die flachen Webteppiche dieser Produktlinie sind eine ansprechende Textur, hohe Strapazierfähigkeit und der Chic des Einfachen.

Alles aus einer Hand

Die Erfolgsgeschichte von Oriental Weavers beginnt 1980 mit der Gründung durch den ägyptischen Industriellen Mohamed Farid Khamis. Seine Vision: Die Herstellung von stets modischen Bodenbelägen bei vertretbaren Kosten in der Herstellung und für den Konsumenten. Von Anfang an hat Khamis den Weltmarkt im Blick - und erobert ihn Stück für Stück durch sein aggressives Marketing und die Anpassung der Designs auf die Bedürfnisse der jeweiligen Exportländer. Während die eine Hälfte der Produktion innerhalb Ägyptens unter eigenem Namen gehandelt wird, wird die andere Hälfte unter anderem an große Handelshäuser in die USA und Kanada (2008: 28 %) sowie nach Europa (19 %) verkauft, zum Beispiel an Ikea, Hammer, Macys und Wal Mart. Für Oriental Weavers ist dieses Massengeschäft laut eigenen Angaben risikolos, da "alles, was produziert wird, bereits verkauft ist."

Heute arbeiten mehr als 14.000 Mitarbeiter in Werken und Distributionsbüros in Ägypten, China und den USA. Das börsennotierte Unternehmen ist zu 67 % in der Hand der Familie Khamis, geführt wird es von Farida und Yasmine, den Töchtern des Gründers und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Mohamed Farid Khamis.

Trotz weltweiter Finanzkrise stieg der Umsatz 2008 um 12 % auf rund 460 Mio. EUR, 2009 soll er um moderate drei bis fünf Prozent steigen. Der größte Kostenpunkt in der Herstellung liegt auch bei den Ägyptern bei Öl-basierten Produkten, sie machen rund 65 % aus. Oriental Weavers produziert die meisten Grundmaterialen selbst und kann von Neu- und Weiterentwicklungen der selbst hergestellten Garne profitieren. Außerdem sieht Farida Khamis, Vize-Präsident Corporate Finance, hier auch den größten Vorteil gegenüber den Mitbewerbern: "Wir konnten in diesem Bereich stark an der Kostenschraube drehen, was uns die Finanzkrise besser überstehen lässt." Doch auch Oriental Weavers agiert zurückhaltender und hat die Erweiterung der Produktionskapazität um 50 % mit einem Investitionsvolumen von 175 Mio.EUR von 2009 auf das kommende Jahr verschoben. Bis dahin seien die Maschinen allerdings noch immer zu 100 % ausgelastet.

aus Carpet XL 04/09 (Sortiment)