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FEP

Herausforderungen mit frischen Ideen, Begeisterung und Zuversicht begegnen


Der Verband der Europäischen Parkettindustrie (FEP) ist eine lebendige, energiegeladene und funktionierende Organisation - heute mehr denn je. Sie versteht sich als ständiger Quell wichtiger Informationen und Plattform für den Austausch von Gedanken und Ideen der Mitglieder. Außerdem ist die FEP Stimme der Parkettindustrie und gewichtiger Vermittler bei den Gremien der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel sowie bei branchenverwandten europäischen und internationalen Verbänden.

Seit langem ist die FEP damit beschäftigt, Grenzen und Hindernisse abzubauen, die einer gesunden Entwicklung unserer Branche entgegenstehen. Die FEP verfolgt das Ziel, ein günstiges politisches Klima zu schaffen, damit die Mitgliedsfirmen ihre Pläne und Geschäftsvorhaben effektiv umsetzen können. In dem Streben, diese Mission erfolgreich zu gestalten, fühlt sich die FEP verpflichtet, Wachstum, Fortschritt und Stellung der Parkettindustrie zu schützen und zu fördern.

Zukunftsprojekte

In den vergangenen Jahren haben der FEP-Vorstand und das Management-Team Wege gefunden, den Verband auszubauen und die Organisation zukunftsfähig zu machen. Projekte wurden ins Leben gerufen, von denen die Industrie in kommenden Jahren profitieren wird. Ich möchte an dieser Stelle zwei Beispiele hervorheben.

Die Öffnung des Verbandes für Mitglieder aus benachbarten Industrien war ein erfolgreicher Schritt in Richtung eines starken und schlagkräftigen Netzwerkes. Das hat der FEP bei ihren Aktionen auf verschiedenen Ebenen zusätzliches Gewicht verliehen und den Ruf der Organisation als Sprachrohr für die gesamte Branche aufgewertet.

Sogar noch wichtiger war, dass sich im Ergebnis ein Zusammenschluss von Marktspielern herauskristallisiert hat, die erkannt haben, alle "im gleichen Boot" zu sitzen und viele gemeinsame Interessen zu teilen. Sie nutzen die Gelegenheit zum ständigen Austausch über Innovationen und andere wichtige Themen und konsultieren einander bei einer ganzen Reihe von Sachfragen mit gegenseitiger Bedeutung. 19 Unternehmen aus unterschiedlichen Zulieferbranchen sind mittlerweile der FEP beigetreten und haben ohne Zweifel das Verständnis für Gemeinsamkeit und Synergien verstärkt, mit der die Branche vorangetrieben werden kann. Das Augenmerk liegt auf den wesentlichen Zielen und der Auswahl passender Mittel für ihr Erreichen.

Verbraucherorientierte Webseite

Die Ausarbeitung und die Einführung des "Living on Wood/Real Wood"-Projektes war ein weiterer herausragender Schritt in die genannte Richtung. Die speziell auf den Endverbraucher zugeschnittene Maßnahme fördert das Wissen um die vielseitigen Vorteile im Gebrauch von echtem Holzfußboden. Das alles schlägt sich nieder auf der brandneuen, verbraucherorientierten Webseite, die das Real Wood Logo als Grundstein und Wiedererkennungsmerkmal trägt. Gegenwärtig ist diese Webseite in englischer, deutscher, spanischer und französischer Sprache online. Täglich wächst die Besucherzahl auf der Internetseite. Eine polnische Version ist in der Bearbeitung.

44 bedeutende Parketthersteller haben sich der Real Wood-Kampagne schon angeschlossen. Sie dürfen das Real Wood-Logo für ihre Produkte nutzen. Die meisten von ihnen sind außerdem über ihre Unternehmens-Webseite verlinkt mit der "Living on Wood"-Webseite. Wer diese Gelegenheit noch nicht nutzt, ist aufgerufen, dies in Kürze nachzuholen.

Es muss betont werden, dass der Erfolg der gesamten Anstrengung sehr vom freiwilligen Engagement aller Branchenteilnehmer - Hersteller, Großhandel, Handel - abhängt. Sie alle müssen mit Motivation unsere Verbraucherinitiative begleiten. Dabei steht die Industrie in der Verantwortung, dem Handel alle wichtigen Informationen und Botschaften zukommen zu lassen und ihn detailliert über die Vorteile zu unterrichten, die er aus der Initiative ziehen kann - aber auch die Anstrengungen zu nennen, die erwartet werden. Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Nur wenn alle Glieder zu einem festen Kreis geschlossen sind, hat das Real Wood-Logo eine echte Erfolgschance. Deshalb gibt es noch eine Menge zu tun - und dabei darf keine Zeit verschwendet werden.

Was die Zukunft unserer Branche angeht, so ist augenfällig, dass die globalisierte Welt viele Herausforderungen an die Führungen der FEP-Mitgliedsfirmen stellt. Da ist ständig steigender Wettbewerb durch neue Markt-Teilnehmer aus den aufstrebenden, asiatischen Regionen, auch aus Ländern der EU 27, dazu Fragen der Holzversorgung, Unsicherheiten im Bauwesen mit großen Schwankungen unter den verschiedenen EU Staaten, heftiger Wettbewerb durch andere Bodenbeläge, ein starker Euro, unsichere Wirtschaftsprognosen und ein steigender Ölpreis, der wildeste Erwartungen übertrifft.

Wir sollten uns jedoch daran erinnern, dass 2006 das Bruttosozialprodukt der EU trotz aller Besorgnisse und düsteren Prognosen um 3% gestiegen ist. Und die europäische Industrie hat es geschafft, ihre internationale Marktposition gegenüber einigen führenden Wirtschaftsnationen zu verbessern.

Im Schlepptau dieser Entwicklung hat auch die europäische Parkettindustrie ihre Marktstellung konsolidiert, aufbauend auf einem um 5,5% gestiegenen Parkettverbrauch. Das ist ein ermutigendes Ergebnis und übertrifft sogar die Laminatbodenindustrie im selben Zeitraum.

FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Endre Varga, Geschäftsführer, Föderation der Europäischen Parkettindustrie (FEP)

Zusammenarbeit ist wichtig

Damit unsere Branche in den kommenden Jahren auf diesem zukunftsträchtigen Weg voranschreiten kann, müssen alle begreifen, dass eine Kultur der Gemeinsamkeit und der Zusammenarbeit genauso wichtig ist, wie die Pflege und der Schutz jedes einzelnen Unternehmens. Wir haben die prophetischen Worte schon einmal vernommen: "Der Kuchen muss erst zusammen gebacken werden, bevor man ihn aufteilen kann."

Man sollte nicht auf Differenzen und kontroversen Themen herumreiten. Die existieren in der besten Ehe. Lasst uns lieber zusammenkommen und gemeinsame Themen und Fragen diskutieren, eine gemeinsame Philosophie finden, uns auf die vielen gemeinsamen Interessen konzentrieren, den Dialog offen gestalten und das Wagnis eingehen, erfolgreiche Strategien zu teilen.

In einer globalen Welt muss man nicht nur global denken, sondern auch global handeln. Auf allen Ebenen findet ein fortlaufender, evolutionärer Prozess statt, den man zwar steuern, aber nicht aufhalten kann. Wer sich entlang dieser Erkenntnisse bewegt, kann am Ende ganz weit vorn liegen.

Als Spitzenprodukt keine Konkurrenz fürchten

Es gibt wirklich viele gute Gründe, die Zukunft der europäischen Parkettindustrie in einem positiven Licht zu sehen. In Europa hergestelltes Parkett ist technologisch ein Spitzenprodukt, das keine Konkurrenz zu fürchten braucht. Im Markt besteht eine große Angebotsvielfalt, für alle Anwendungen, Geschmäcker und Geldbeutel. Das Rohmaterial Holz an sich ist schon etwas Besonderes: natürlich, nachhaltig, ökologisch und zeitgemäß. Also alles gute Gründe auch für die junge Generation, der Zukunft unserer Gesellschaft, sich für einen Holzfußboden zu entscheiden.

Trotz häufiger Schwankungen sind die allgemeinen, makroökonomischen Voraussetzungen nicht schlecht für Parkett. Schließlich steht zudem eine junge, kompetente und verantwortungsbewusste Generation von Industrieführern bereit, den Stab zu übernehmen und Herausforderungen anzugehen. Sie werden in ihren Leitungsfunktionen werden diese Jungen nicht nur Kontinuität gewährleisten, sondern Energie mit Kreativität mischen und neue Wege und Kommunikationsformen finden, ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten. Unsere Branche hat keinen Mangel an "frischem Blut".

In diesem Zusammenhang fällt auch der FEP in Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle auf den verschiedensten Gebieten zu. Alle EU-Gremien zeigen Interesse, eng mit den verschiedenen Industriezweigen zusammenzuarbeiten. Dazu muss der betreffende Industriezweig allerdings mit einer gemeinsamen Stimme sprechen. Die vergangenen Aktivitäten der FEP haben bereits internationale Anerkennung und Resonanz gebracht. Es besteht aber durchaus der Wunsch, mit unserem Verband noch enger auf bestimmten Interessenfeldern zu kooperieren.

Marktanteile für Holzfußboden steigern

Die größte Aufgabe für die kommenden fünf Jahre bleibt aber, Mittel zu finden, die Marktanteile für Holzfußboden zu steigern, den Ruf unserer Branche sowohl in der Öffentlichkeit wie in unterschiedlichsten Gesprächskreisen zu stärken und die Zugkraft von Parkett mit seinen vielen Vorteilen zu vergrößern. Der Weg zum Erfolg liegt in dem effizienten Wandel des Holzfußbodens von einem unbedeutenden Baustoff zu einem wesentlichen Merkmal von Design und Raumausstattung. Dieser Aufgabe wird sich das FEP-Management in Brüssel in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden, dem aktiven Vorstand, sowie den Experten der Mitgliedsfirmen im Marketing und Technischen Komitee vorrangig widmen.

Die folgenden Leitsätze scheinen mir auf dem Weg zu künftigen Erfolgen von besonderer Bedeutung:
- Das Konsumverhalten und die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher ändern
- Neue Marketing- und Kommunikationsmittel einsetzen
- Günstige makroökonomische Trends nutzen
- Mehr Aufmerksamkeit auf Holzfußböden im Neubau lenken
- Innovativ sein. Variabel denken. Über den Tellerrand schauen.

Die europäische Parkettbranche hat viele Gelegenheiten, ihr "Stück" von der Zukunft abzuschneiden. Eine alte, osteuropäische Weisheit sagt: "An den Erfolg zu glauben, ist schon der halbe Erfolg!" Dieser Gedanke scheint mir ein guter Start in jeden neuen Tag.

aus ParkettMagazin 06/07 (Wirtschaft)