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MDH

Synergien nutzen und individuelles Unternehmertum stützen


Ein zehnjähriges Firmenjubiläum wie bei uns oder ein 20-jähriges Jubiläum wie beim ParkettMagazin ist in der von Tradition und langjährigen Beziehungen geprägten Holzbranche kein langer Zeitraum. Auch bei der Betrachtung von Jahresringen des Naturproduktes Holz sind zehn oder 20 Jahre eine sehr überschaubare Zeitspanne, die sich in nur wenigen Zentimetern messen lässt.

Und doch besteht ein berechtigter Anlass für uns, den Marketingverbund für Deutsche Holzfachhändler (MDH), und das ParkettMagazin, dieses Jubiläum im Jahr 2007 zu feiern. Beide haben sich seit ihrer Gründung zu einer festen Größe entwickelt.

Holzhandelskonzept bereits 1985 entwickelt

Dabei durchlief die gesamte Holzbranche einen Veränderungsprozess, der vielfältige und schwierige Umwälzungen mit sich brachte, die so bei der Gründung der MDH-Kooperation noch nicht absehbar waren. Der MDH ist im Jahr 1997 aus der Norddeutsche Betriebsberatung-Gruppe (NBB) entstanden. Die Beratung des Baustoffhandels war vor über 25 Jahren das Hauptbetätigungsfeld der NBB. Die Gründer, Tony A. Farkas und Heinz Dingfelder, verfolgten die damals noch neue Idee, bestehenden Baustoffhandlungen eine Baumarkteinzelhandelsfläche anzugliedern. Entstanden ist hieraus das Baumarkt-Franchisekonzept ,bauSpezi, das heute mit über 100 Standorten nicht nur von Baustoffhändlern genutzt wird, sondern auch von bestehenden Baumarktbetreibern und vielen Existenzgründern in den neuen Bundesländern.

Für ein gemeinsames Vermarktungskonzept zeigte vor über 20 Jahren auch der Holzhandel Interesse, so dass NBB 1985 ein spezielles Holzhandelskonzept mit dem Namen ,holzSpezi entwickelte. Es zeigte sich, dass verschiedene Strukturen und Leistungen innerhalb der NBB den speziellen Anforderungen der Holzhandelsbranche und der Holzhändler gerecht werden mussten. Deshalb hatte man sich 1994 entschieden, eine Abteilung "Holz" zu gründen und die damaligen holzSpezi-Partner aus der bauSpezi-Gruppe herauszulösen und in den MDH als "normale" Kooperationspartner mit der freiwilligen Option auf Franchising einzugliedern.

Bis zum Jahr 1997 war man dabei so erfolgreich, dass der MDH als eigenständige Holzhandelskooperation gegründet werden konnte. Damals wie heute prägten diejenigen Anforderungen den MDH entscheidend, die von den MDH-Partnern an die Zentrale herangetragen wurden. Die Neu- und Weiterentwicklungen von standortgerechten Holzfachhandelskonzepten sind die bedeutenden Leistungsmerkmale des MDH, der sich mittlerweile nicht mehr nur auf den deutschen Holzhandel beschränkt. So schlossen sich bereits zwei Holzhändler aus Luxemburg dem MDH an. Weitere Expansionspläne im europäischen deutschsprachigen Ausland sind in Vorbereitung.

Mehr als nur Marketing

Jeder MDH-Partner kann seine Unabhängigkeit, seine eigene Identität bezüglich des Firmennamens und Logos sowie seine rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit und damit Entscheidungsfreiheit behalten. Die Anzahl der MDH-Partner-Standorte mit einem gesamten Außenumsatz von ca. 300 Mio. EUR ist mittlerweile auf über 150 gestiegen. Dabei steht beim MDH längst nicht nur das Marketing im Vordergrund. Basis des erfolgreichen Wirtschaftens ist für den Holzhändler der optimale Einkauf. Der Partner wird von der MDH-Zentrale sowohl durch marktgerecht verhandelte Einkaufsaktionen als auch beim Bezug von kleineren Mengen zu aktuellen Tagespreisen unterstützt.

Der MDH-Einkauf nutzt die Synergieeffekte durch die seit dem Jahr 2000 bestehende Zusammenarbeit mit der Holzhandelskooperation Holzland. Effiziente Volumenbündelungen bei gleichen Lieferanten führen zu Konditionen, wie sie unkooperierte Holzhändler nicht erzielen könnten.

Die vielen MDH-Dienstleistungen sind ähnlich denen eines Franchise-Systems. Die Betreuung vor Ort wird schwerpunktmäßig durchgeführt in den Bereichen: Einkauf, Marketing, Holzfachspezifische Themen (Sortiments- und Lieferantenstruktur, Ausstellungs- und Lagerkonzepte, Umschlaghäufigkeit, Preisgestaltung etc.) und Betriebswirtschaft. Ziel ist es, dem Partner praktische Lösungsvorschläge mit einem deutlichen Zusatznutzen zu unterbreiten und die Umsetzung erfolgreich zu begleiten. Zusätzlich wird ein intensiver Erfahrungsaustausch zur Bildung eines Netzwerkmanagements mit und zwischen den MDH-Partnern gepflegt. Positive und negative Erfahrungen werden allen Partnern zur Verfügung gestellt.

MDH Marketingverbund für deutsche Holzfachhändler GmbH
Thomas Herzner,
Geschäftsführer,
Marketingverbund für Deutsche Holzfachhändler, Erfurt

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit gilt aber nicht nur für die MDH-Zentrale und die MDH-Partner, sondern auch für die gelisteten Vertragslieferanten. Viele erfolgreiche Maßnahmen bei den Handelspartnern wurden zusammen mit den jeweiligen Lieferanten vereinbart. Es geht nicht nur darum, niedrige Einkaufspreise bei der Industrie zu verhandeln, sondern auch die Vermarktung der guten und innovativen Produkte der Industrie bei den MDH-Partnern aktiv zu unterstützen. Damit wird auch vom MDH das Ziel verfolgt, den Holzfachhandel mit Alleinstellungsmerkmalen gegenüber den Wettbewerbern auszustatten.

Neues Vertriebskonzept "holzSpezi-Böden"

Aufgrund der Tatsache, dass ein Großteil des Holzhandelsumsatzes auch in Zukunft über den stationären Handel abgewickelt werden wird, ist es für jeden Holzfachmarkt notwendig, ausreichendes Differenzierungspotenzial gegenüber den regionalen Wettbewerbern zu entwickeln. Unabhängig davon, ob es sich um Holzhändler, Baustoffhändler, Baumärkte oder Handwerker handelt.

Neuen Materialien, Oberflächen und Farben sowie einem veränderten Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein der Kunden gilt es permanent Rechnung zu tragen. Dazu hat der MDH das "holzSpezi-Böden-Konzept" entwickelt. Die Partner grenzen sich eindeutig und klar vom Wettbewerb ab und berücksichtigten mit der Präsentation und Materialauswahl die aktuellen Kundenwünsche. Nicht die größte Auswahl an Exponaten ist das Ziel, sondern mit einer überschaubaren und kompetenten Ausstellung den Kunden eine entscheidende Orientierungshilfe zu geben. Das Preisniveau orientiert sich dabei am Wettbewerb, zielt aber tendenziell in den mittleren bis hochwertigen Bereich. Der Vorteil für den MDH-Partner ist, dass dies auch mit seinen bisherigen Lieferanten umgesetzt werden kann, die eventuell noch sinnvoll ergänzt werden. Reibungsverluste und Kosten für Sortimentsumstellung entfallen, alles wird vom MDH geplant, koordiniert und in Abstimmung mit den Partnern umgesetzt.

Wettbewerbssituation verschärft sich

Für die nächsten Jahre ist mit einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation zu rechnen. Baumärkte, Baustoffhandlungen, Handwerksbetriebe und Holzfachhandlungen treten zusammen mit dem Vertriebskanal Internet an, die Vermarktung des Naturproduktes Holz zu intensivieren, das sich bei den Verbrauchern nach wie vor einer großen Akzeptanz erfreut.

Der Wettbewerbsdruck macht es dem Holzfachhandel in Deutschland immer schwerer, eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und die wirtschaftliche Zukunft zu sichern. Deshalb ist es um so wichtiger, die Vorteile einer Kooperation zu nutzen. Positiv wirkt sich die MDH-Mitgliedschaft auch auf das Rating bei den Banken aus. Eine Studie des Centrums für Angewandte Wirtschaftsforschung (Münster) kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die einer Kooperation angehören, im Durchschnitt wirtschaftlich stabiler sind als nicht kooperierte Unternehmen.

Die Leistungen des MDH werden sich weiterhin an den zukünftigen Erfordernissen orientieren. Die Basisleistungen bestehen in der Zukunft darin, die einzelnen Partner-Unternehmen in ihrer Stärke, nämlich dem individuellen Unternehmertum, zu unterstützen und gleichzeitig Leistungen und Synergieeffekte anzubieten, die es ihnen erlauben, sich auf diese Stärke zu konzentrieren.

aus ParkettMagazin 06/07 (Wirtschaft)