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internationale möbelmesse köln

Durchgängig positive Bilanz

Köln - Nach sieben Tagen endete am 20. Januar die Internationale Möbelmesse imm cologne 2008. Wirklich entscheidend waren für die Aussteller jedoch die ersten fünf Tage, an denen ausschließlich das Fachpublikum durch die Messehallen streifen durfte. Die Messe ihrerseits zog eine positive Bilanz der Veranstaltung, aber auch die Aussteller in der Sleep-Halle 9 waren mit der Messe zufrieden.

An der imm cologne beteiligten sich auf einer Bruttofläche von 262.000 qm 1.251 Anbieter aus 53 Ländern, davon 66 Prozent aus dem Ausland. Darunter befanden sich 428 Unternehmen aus Deutschland sowie 823 Anbieter aus dem Ausland. Zur Messe kamen rund 107.000 Besucher, davon 31.000 aus dem Ausland sowie 21.000 Endverbraucher. Die Gesamtbesucherzahl stieg damit leicht gegenüber dem Vorjahr (105.984 aus 128 Ländern), wobei die Fachbesucherzahl nach Angaben der Kölnmesse deutlich um rund sechs Prozent wuchs.

Wolfgang Kranz, Geschäftsführer der Kölnmesse, unterstrich in seinem Messeresümee besonders die hohe Internationalität: "Wir haben eine sehr gute Möbelmesse erlebt. Bezogen auf das Angebot ist Köln in punkto Internationalität weltweit gesehen die erste Adresse. Das haben die Besucher mit deutlich mehr Frequenz belohnt. Vor allem aus Europa, dem Exportmarkt Nummer eins der deutschen und europäischen Möbelindustrie, konnten wir signifikant zulegen", so der Geschäftsführer weiter. Sehr zufrieden zeigte sich auch der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Dirk-Uwe Klaas: "Für die deutsche Möbelindustrie war es ein ebenso kraftvoller wie schwungvoller Start in das Jahr 2008."

Die Besucher kamen aus rund 130 Ländern. Zuwächse wurden aus den EU- und EFTA-Ländern verzeichnet. Hier, so die Kölnmesse, an allererster Stelle aus den Niederlanden, Österreich, Belgien, Frankreich und der Schweiz. Darüber hinaus stieg die Zahl der Besucher aus Osteuropa, dem Nahen Osten, Südamerika und Afrika. Stärker als im Vorjahr war auch die Fachbesucherpräsenz aus dem Inland. Dieses Ergebnis unterstreiche die Bedeutung der Veranstaltung. Die imm cologne führe punktgenau Angebot und Nachfrage in der Einrichtungsbranche zusammen, so heißt es, und sei für Industrie und Handel eine ideale und Business-orientierte Kontaktplattform und für Architekten und Designer eine einzigartige Ideenbörse.

Was die Halle 9 betrifft, in der sich die geballte Kompetenz der Matratzenanbieter und angrenzender Sortimente befand, kann festgestellt werden, dass sich dieses Konzept endgültig durchgesetzt haben dürfte. Zwar ist es bedauerlich, dass so interessante Marktteilnehmer wie Schramm und Treca in einer anderen Halle angesiedelt sind, oder Firmen wie Swissflex und Lattoflex in diesem Jahr nicht dabei waren. Dennoch bot die Halle 9 für die Fachbesucher die wichtigsten Anbieter und somit einen hervorragenden Marktüberblick.

Und auch die Zahl der Besucher stimmte. Auf einigen Ständen war es für den Verfasser dieser Zeilen schwer, den gewünschten Gesprächspartner zu bekommen, da es wegen des großen Kundenandrangs keine Zeit für einen Plausch mit der Presse gab. Das, so der persönliche Eindruck, war im vergangenen Jahr nicht ganz so häufig der Fall.

Imm Cologne
Halle 9 bot den Fachbesuchern einen Überblick über die wichtigsten Anbieter.
Imm Cologne
Der Stand von Dunlopillo signalisierte, dass mit der Einführung der neuen Matratzen-Technologie ein frischer Wind im Unternehmen weht.
Imm Cologne
Mit seinem Boxspring-System Ambiente sieht sich Otten als Wegbereiter für dieses Schlafsystem, das in Deutschland nach wie vor in den Kinderschuhen steckt.
Imm Cologne
Die neue Matratzenlinie Medicontur verfügt über einen patentierten Kernschnitt zur dynamischen Körperanpassung.
Imm Cologne
Bei Tempur ist man fest davon überzeugt, dass das Thema Viskoelastizität den Matratzenmarkt weiter tragen wird.

Aber nicht nur die Präsenz in der Halle konnte überzeugen, auch die Qualität der Stände konnte im Vergleich zum Vorjahr einen weiteren Schritt nach vorn vollziehen. Erneut schoss wie im Vorjahr Hilding-Anders bei den Ständen den Vogel ab. Der schwedische Konzern baute seine Standfläche noch einmal aus und stellte sich und sein Markenportfolio auf einem zweistöckigen Stand dar. Das Unternehmen hat aber in diesem Jahr auch viel vor auf dem deutschen Markt und hat innerhalb kurzer Zeit vier speziell dafür konzipierte Markenkonzepte aus dem Hut gezaubert. Weitere Firmen haben an ihrer Messedarstellung gefeilt, wie zum Beispiel Dunlopillo, Rummel, Schlafraffia und Superba. Bei anderen Firmen wie Froli und Röwa bestand ohnehin kein Bedarf an Modernisierung. Ein Abebben der Nachfrage nach viskoelastischen Matratzen war auf der Messe nicht zu beobachten. Dieses Thema sei bei den Konsumenten nach wie vor stark gefragt, war zu erfahren. Entsprechend haben viele Anbieter dieses Material in der einen oder anderen Form in ihrem Produktsortiment. Aber in Köln waren auch Alternativen zu diesem Material zu besichtigen. So hat Schlaraffia eine Matratzen-Serie mit Gel-Polstern aufgelegt. Nach den Untersuchungen des Zentrums für Gesundheit in Köln soll die Technogel-Technik die Regeneration der Wirbelsäule am besten fördern. Dunlopillo hat als Alternative die Hybrex-Matratzen auf den Markt gebracht, bei denen im Matratzenkern Kaltschaum mit Latex kombiniert wird.

Als weiteren Trend konnte man eine vorsichtige Hinwendung zu natürlichen Zutaten für Matratzenkerne erkennen. Man versucht den Anteil regenerativer Rohstoffe in den Matratzen zu erhöhen - weniger aus Kostengründen, denn noch sind Kaltschäume aus Rohölderivaten preisgünstiger herzustellen als aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen. Aber die Matratzenindustrie erwartet ein steigendes Umweltbewusstsein bei den Konsumenten auch bei dem Inhalt ihrer Matratzen.

Was das Thema Boxspringbetten angeht, findet es bei weiteren Anbietern Widerhall und wird, wenn auch nicht unbedingt in der klassischen Variante mit Federkernen, von immer mehr Anbietern feilgeboten. Es besteht jedoch nach wie vor die Frage, ob Boxspring allein ein Thema des Bettenhandels ist, oder ob auch die Verbraucher allmählich dieser hochwertigen Schlaftechnologie näher treten. Weiter voran schreitet auch die Motorisierung der Unterfederungen. Der Anteil motorisierter Rahmen im Angebot scheint zuzunehmen. Die Bandbreite reicht vom zweimotorigen Rahmen über vier Motoren bis zum High-End-Produkt von Röwa mit sechs Motoren. Da fehlen für die Teilnahme an Formel-1-Rennen nur noch die Räder unterm Bett.

Erneut eine hervorragende Resonanz hatte die meet@sleep-Party des Fachverbands am Messedienstag auf der Lounge-Fläche in der Halle, ausgerichtet gemeinsam mit der Kölnmesse. Das Beisammensein mit leckerem Essen und Kölsch sowie toller Livemusik der Gruppe The Jam fand in diesem Jahr schon zum dritten Mal statt und ist mittlerweile zu einer Institution in der Branche geworden. Hier bietet sich die gute Gelegenheit, sich zwanglos mit Kunden und Mitbewerbern zu unterhalten und einfach nur Spaß zu haben. Ausdrücklich eingeladen sind zu dieser Feier auch Fachhändler.

Die nächste imm cologne findet statt vom 19. - 25. Januar 2009

aus Haustex 03/08 (Wirtschaft)