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FEB gewinnt sechs Fördermitglieder und öffnet sich dem Wohnbereich

Etliche Projekte auf die Schiene gebracht

Deutlich vergrößert durch gleich sechs neue Fördermitglieder aus dem Kreis der Zulieferer, gut gestimmt dank positiver Absatzentwicklung wichtiger Produktgruppen und motiviert für etliche neue Projekte, die angestoßen wurden oder kurz vor dem Start stehen, präsentiert sich der Fachverband der elastischen Bodenbelagshersteller, kurz FEB. Ein wichtiger, richtiger - und längst überfälliger - Schritt ist die Gründung einer Arbeitsgruppe für den Wohnbereich. Außerdem ist geplant, die Marketingaktivitäten zu verstärken, und im September, nach einiger Verzögerung, soll endlich der "FEB-Explorer" erscheinen, eine Art Handbuch über elastische Beläge, "für alle, die sich mit diesen Produkten befassen".

In diesem Jahr hatte der FEB, Fachverband elastische Beläge, zu seinem dritten Roundtable eingeladen, um einen Überblick über Marktentwicklung, Aktivitäten und Projekte zu geben. Und es gab tatsächlich einiges zu berichten. Bei den Marktdaten hält sich der Verband traditionsgemäß mit detaillierten Zahlen bedeckt, offenbarte aber wenigstens zum ersten Mal die Größenordnung des Gesamtmarktes elastischer Beläge: Danach belief sich der Absatz in Deutschland 2007 auf 60 Mio. qm, davon 27 Mio. qm im Objekt, und die 11 FEB-Mitglieder decken den größten Teil dieses Marktvolumens ab. Damit profitieren sie auch am meisten von der weiterhin erfreulichen Entwicklung. Im ersten Quartal 2008 hat sich nämlich der positive Trend aus dem Vorjahr fortgesetzt, berichtete FEB-Vorsitzender Ivo Schintz (Tarkett), "zumindest in Deutschland und in der Schweiz, leider nicht in Österreich." Konkret sei hierzulande per 31. März ein Plus von 4,3% erzielt worden, bei den Eidgenossen immerhin noch von +1,9%, die Österreicher rutschten dagegen mit 1,5% leicht ins Minus.

Anhaltend dynamisch gestaltete sich dabei in Deutschland in den ersten drei Monaten der Absatz von PVC-Designbelägen, auch homogene, richtungsfreie PVC-Beläge zogen an, dafür verloren Linoleum und heterogene PVC-Beläge. Die schwächere Nachfrage nach Linoleum hat für Schintz eine eindeutige Ursache: "Die großen Objekte fehlen". Die gleiche Erfahrung hat sein Kollege Martin Thewes von Forbo Flooring gemacht "Wir waren mit dem Linoleumgeschäft, mit dem Großhandel und dem Fachhandel durchaus zufrieden, mit dem Objekteur, der vorrangig Großobjekte bearbeitet, allerdings nicht." Lichtblick ist die Tendenz zu höherwertigen Produkten. So wird bei Linoleum wieder vermehrt 2,5 mm starke statt 2 mm-Ware geordert.

Sorgen bereitet dem FEB die Explosion der Rohstoffkosten. "Die Preise liegen weit über den kalkulierten Durchschnittskosten", verdeutlichte Schintz die Bedenken des Verbandes, "und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht." So werde Erdöl, das 27% der Produktionskosten ausmacht, immer teurer, zugleich verknappten sich andere wichtige Materialien wie Holzmehl oder Leinöl.

Ein nicht unerheblicher Teil der FEB-Mitglieder führt auch elastische Beläge für den Wohnbereich, sprich CV. Umso schwerer verständlich war es, dass der FEB dieses Marktsegment so lange außen vor gelassen hat. Das wird jetzt anders mit der Gründung der neuen Arbeitsgruppe Residential. Mit der Leitung wurde Axl Spiecker betraut, bei Forbo Flooring für Vertrieb und Marketing Handel verantwortlich. Seine primäre Aufgabe ist zunächst die Analyse und Bearbeitung der Anforderungen im Wohnbereich. "Mit der neuen Arbeitsgruppe schaffen wir Transparenz im gesamten Markt der elastischen Beläge und können produktgruppenübergreifend am Image arbeiten."

Kompetenzerweiterung und auch eine finanzielle Stärkung verspricht man sich von der Öffnung des FEB für Fördermitglieder. Gleich sechs konnten auf Anhieb aus dem Zulieferkreis gewonnen werden: die Firmen Byk Chemie, CC Dr. Schutz, Lott-Lacke, Olbrich, Silfox und Ungricht. Als weitere Kandidaten werden neben Lieferanten auch Systempartner und Forschungsinstitute mit "entsprechender Reputation in der Branche" gesehen, wobei man sich auf eine limitierte Anzahl beschränken will.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen ist dem FEB nicht bange vor der Zukunft: "Der Markt im Wandel bietet Potenzial für Lösungen", gibt man sich optimistisch. Der Großhandel werde weiterhin eine wichtige Rolle bei der Vermarktung spielen, serviceorientierte Maler, Objekteure, Handwerker und Fachgeschäfte die Zukunft gestalten, Fach- und Baumärkte durch steigende Fachkompetenz gewinnen, der kleine Raumausstattungs-Fachhandel dementsprechend verlieren. Darüber hinaus beobachtet man das Internet als neuen Vertriebskanal und rechnet damit, dass ausländische Anbieter in den deutschen Raum eintreten. Der Verband selbst will unter anderem seine Marketingaktivitäten intensivieren, die direkte Kundenansprache forcieren und dabei vor allem auf die bislang "viel zu wenig berücksichtigte" Zielgruppe Frau setzen. "Schließlich ist in der Regel die Frau der Entscheider bei Einrichtungsfragen."


Der FEB Facts

Präsidium: Ivo Schintz (Tarkett), Vorsitzender, Oliver Kluge (Amtico), Schatzmeister, Martin Thewes (Forbo Flooring), Sekretär

Arbeitsgruppen:
- Marketing: Timo Jahnen (Altro), Leitung, Gerhard Hausegger (Gerflor Mipolam), Markus Deimling (Armstrong DLW)
- Produkt- und Anwendungstechnik Residential: Leitung Axl Spiecker (Forbo Flooring)

Die Mitglieder: 11 Unternehmen - Altro (Hamburg), Amtico (Neuss), Armstrong-DLW (Bietigheim-Bissingen), Debolon (Dessau), Dunloplan (Gelnhausen),Forbo Flooring (Paderborn), Gerflor Mipolam (Troisdorf), Objectflor (Köln), Project Floors (Hürth), Tarkett (Frankenthal), WPT (Detmold) - betreiben in Deutschland Vertrieb und Produktion an 16 Standorten und beschäftigen 2.500 Mitarbeiter

FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Gut gestimmt dank positiver Absatzentwicklung und motiviert für neue Projekte: Die Mitglieder und Fördermitglieder des Fachverbandes elastische Beläge.
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Ivo Schintz, FEB-Vorsitzender
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Elastische Bodenbeläge
Marktentwicklung: Absatz 1. Quartal 2008

Der Markt: 2007 wurden über 60 Mio. qm elastischer Bodenbeläge in Deutschland verlegt, davon 27 Mio. qm im Objekt. Die Produkte der FEB-Mitglieder stehen dabei an erster Stelle und repräsentieren den mit Abstand größten Teil am Marktvolumen. Ihr Umsatz in Deutschland wird nur für die Objektbeläge auf 500 Mio. EUR beziffert.

Die Produkte: Die FEB-Mitgliedsunternehmen bieten über 20.000 Produktvarianten in mehr als 7.500 Farben/Dessins an


Die neuen Fördermitglieder

Byk-Chemie GmbH
Lack- und Kunststoffadditive
www.byk.com

CC Dr. Schutz GmbH
Reinigungs-und Pflegemittel
www.dr-schutz.com

Lott-Lacke Produktions- und Handels GmbH
Lacksysteme und innovative Beschichtungen
www.lott-lacke.de

Herbert Olbrich GmbH & Co. KG
Converting & Automotive
www.olbrich.de

Silfox Holding GmbH
Muster-Kollektionen und Farbmusterkarten
www.silfox.de

A.+ E. Ungricht GmbH &Co. KG
Walzen-Design-Technologie
www.ungricht.de

aus BTH Heimtex 06/08 (Wirtschaft)