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52. Generalversammlung des europäischen Parkettverbandes

FEP mit Real Wood auf der Überholspur

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Mit 83 Mitgliedern ist die Föderation der Europäischen Parkett-Industrie (FEP) so stark wie nie zuvor. Gleichzeitig kündigte der langjährige Präsident Dieter Betz auf der 52. Generalversammlung in Bad Blumau seinen Rücktritt im kommenden Jahr an. Um die Aufgaben des Verbandes zukünftig breiter zu verteilen, wurden mit Dr. Carlo Comani (Gazzotti), Karl Scheucher (Steirer Parkett) und Lars Gunnar Andersen (Bona) drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Letzterer gilt als designierter Nachfolger von Dieter Betz.

Nach 16 Jahren tagte die Generalversammlung der Föderation der Europäischen Parkett-Industrie (FEP) wieder in Österreich. In der von Hundertwasser gestalteten Rogner-Therme Bad Blumau konnte Christoph Bawart als Gastgeber und Vertreter des sechstgrößten Parkett-Produzentenlandes in Europa rund 100 Tagungsteilnehmer begrüßen.

Zum zehnten und wahrscheinlich letzten Mal leitete Dieter Betz als Präsident die Generalversammlung der FEP. Der langjährige Geschäftsführer des Schweizer Parkettherstellers Bauwerk und ehemalige Präsident der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie kündigte an, im kommenden Jahr auch sein letztes Ehrenamt, nämlich das des FEP-Präsidenten, aufgeben zu wollen.

Vorstand erweitert

Um die Verbandsaufgaben in Zukunft auf mehrere Schultern zu verteilen, wurde das oberste Gremium des europäischen Dachverbandes aufgestockt. Neu in den FEP-Vorstand wählte die Generalversammlung Dr. Carlo Comani vom italienischen Parketthersteller Gazzotti und den österreichischen Unternehmer Karl Scheucher (Scheucher Holzindustrie/Steirer Parkett). Als designierter Nachfolger für das Präsidentenamt wurde Lars Gunnar Andersen in den Vorstand berufen. Andersen ist heute als Berater für den Verlegewerkstoffhersteller Bona tätig und saß bereits von 1999 bis 2002 für den norwegischen Parketthersteller Boen im FEP-Vorstand. In ihren Ämtern bestätigt wurden neben Dieter Betz die verbliebenen Mitglieder Mats Friberg (Tarkett), Peter Hamberger (Hamberger Industriewerke), Javier Hervás (Mariano Hervás SA) und Jean-Luc Roy (Panaget). Ralph Plessmann (Pamino), Vorsitzender des Verbandes der deutschen Parkettindustrie, ist auf eigenen Wunsch aus dem FEP-Vorstand ausgeschieden.

Real Wood-Initiative wächst

Die richtigen Personen für die zukünftige Arbeit in der Föderation der Europäischen Parkettindustrie zu finden, ist die eine Sache. Eine andere ist es, den Verband inhaltlich fit für die Zukunft zu machen. Die Gemeinschaftswerbung in Form der Living on Wood/Real Wood-Kampagne ist derzeit das wichtigste Engagement des Vorstandes und der FEP-Geschäftsstelle um Endre Varga. Seit der letzten Generalversammlung in Malmö im vergangenen Jahr haben 18 weitere Unternehmen ihre Unterschrift unter das Projekt gesetzt und sich dieser Aktion angeschlossen. Damit dürfen mittlerweile 50 Unternehmen ihre Holzböden mit dem Real Wood-Logo als "echte Holzböden" kennzeichnen. Dieter Betz forderte die Unternehmen auf, der Unterzeichnung Taten folgen zu lassen. So müsse das Logo in Broschüren und auf der Verpackung genauso zu finden sein wie bei jedem Musterversand. Außerdem gelte es, die eigene Unternehmens-Website mit der Internetseite www.realwood.eu zu verlinken. Diese Webpage steht den täglich rund 500 Besuchern mittlerweile in Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch, Französisch und Niederländisch zur Verfügung. Um die Zugriffszahlen bei Endverbrauchern weiter zu erhöhen, sind Kooperationen mit verlässlichen Partnern wie "Das Haus" vom Burda-Verlag in Vorbereitung.

Ein positives Beispiel für den systematischen Start der Living on wood-Initiative in seinem Heimatmarkt gab Hans Kamerbeek von der Alliance van Parketfabrikanten en Importeurs. Zusätzlich zu den bestehenden Marketing-Möglichkeiten hat die niederländische Parkettvereinigung Geld für weitere Maßnahmen in die Hand genommen: Eine TV-Kampagne wurde als Gemeinschaftswerbung gestartet. Außerdem hat die Alliance eine Living on Wood-Broschüre entwickelt, die im Handel für Endverbraucher ausliegt.

FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Mit rund 100 Teilnehmern war die 52. Generalversammlung der FEP im österreichischen Bad Blumau gut besucht.
FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Der neue Vorstand der FEP: Präsident Dieter Betz, Javier Hervás, Lars Gunnar Andersen, Jean-Luc Roy, Mats Friberg, Generalsekretär Endre Varga, Peter Hamberger und Karl Scheucher (nicht im Bild: Dr. Carlo Comani).

Neuer Rekord: 83 FEP-Mitglieder

Die positive Entwicklung der Real Wood-Initiative wirkt sich auch auf die Mitgliederzahl der FEP aus: Die Gemeinschaft kann weitere neue Mitglieder in ihren Reihen begrüßen. Neu dazu gekommen sind neben den Unternehmen der niederländischen Alliance die Firmen Amorim Revestimentos, Chêne de lEst, FB Houtdistributeur, Technomar & Adrem, Bakonyerdö, Pan Parket, Mapei und das American Hardwood Export Council (AHEC) sowie Par-ky als erster Furnierbodenhersteller.

Verlassen haben die FEP der Leistenhersteller Pedross und die Firma Olam Dairy. Damit hat die Vereinigung jetzt 83 Mitglieder, darunter 56 Holzbodenhersteller, sieben nationale Verbände sowie 20 Unternehmen und Organisationen aus dem Zulieferbereich als Fördermitglieder.

Einfuhrzölle für Lieferungen in die USA

Ein leidiger "Dauerbrenner" bleibt für FEP-Geschäftsführer Endre Varga das Thema Einfuhrzölle für Mehrschichtparkett bei Lieferungen in die USA. Seit anderthalb Jahren ist die Praxis verworren: Einige Parkett-Ladungen werden vom US-Zoll in Kategorie 4412 (Sperrholz) eingeordnet, andere laufen unter der neuen Klassifizierung 4418.72.90. Zwar gibt es seit geraumer Zeit eine "Pro Europa"-Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO, die eine Zuordnung als Sperrholz untersagt. Diese Entscheidung ist allerdings nicht bindend für die US-Behörden. Da zwei Parkettherstellern aus Schweden und Finnland derzeit große Nachzahlungen drohen, hat die FEP bei der Europäischen Kommission interveniert und zudem eine Ad hoc-Gruppe eingerichtet, die für Rechtssicherheit sorgen soll.

Ebenfalls Kopfzerbrechen bereitet dem Sekretariat in Brüssel ein neues Ökolabel für Holzböden. Ohne dass genauere Anforderungen klar sind, wird derzeit bei europäischen Behörden über ein solches Ökozeichen nachgedacht, berichtete Varga in Bad Blumau.

Die nächste FEP-Generalversammlung soll am 11. und 12. Juni 2009 in Krakau/Polen stattfinden.

aus ParkettMagazin 05/08 (Wirtschaft)