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Südbund zieht die Notbremse und trennt sich von geschäftsführendem Vorstand Grundmann


Der Südbund hat sich am 5. November mit sofortiger Wirkung von seinem geschäftsführenden Vorstand Jörg-Andreas Grundmann getrennt. Zu seinem Nachfolger wurde Klaus Kurringer berufen, bislang kaufmännischer Leiter der Raumausstatter-Kooperation, als nebenamtlicher Vorstand fungiert Andreas Well.

Als Grund für die Demission von Grundmann werden "unterschiedliche Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik und strategische Ausrichtung" der Genossenschaft zwischen Aufsichtsrat und geschäftsführendem Vorstand genannt. In einer Mitteilung an Mitglieder, Lieferanten und Geschäftspartner des Südbundes wird Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Geyerhalter konkreter: Die Sanierungsbemühungen hätten nicht gegriffen, die wirtschaftliche Wende sei nach fünf Jahren immer noch nicht erreicht worden, die Planungen seien wiederholt verfehlt worden. Grundmann sei es zudem nicht gelungen, eine ausreichende Identifikation der Mitglieder mit der Genossenschaft herbei zu führen. Und schließlich hätte der Aufsichtsrat auch die zuletzt formulierten Ansätze für eine Zukunftsstrategie nicht für aussichtsreich gehalten.

Der kurzfristige Abgang von Grundmann ist für Branchen-Insider nicht wirklich überraschend. Fünf Jahre lang hatte der Norddeutsche in Backnang regiert. Er war im Krisenjahr 2003, als der unter massiven finanziellen Problemen leidende Südbund kurz vor dem Exitus stand, als neuer Vorstandssprecher angetreten. Sein Auftrag war damals, ein umfassendes Sanierungs- und Restrukturierungskonzept umzusetzen. Das ist ihm offenbar trotz längerwährender Begleitung durch die Unternehmensberatung Fides nicht gelungen, denn Anfang diesen Jahres stand die Verbundgruppe erneut am Rande des Abgrunds. Im April gab die Generalversammlung dann ein eindeutiges Votum zum Erhalt des Südbundes als Einkaufs- und Marketing-Verbund ab. Die Mitglieder erklärten sich sogar bereit, einen monatlichen Beitrag zu leisten, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern. Doch selbst diese außergewöhnliche Maßnahme reichte nicht aus, um dem Südbund wieder festen Boden unter den Füßen zu verschaffen: "Der operative wirtschaftliche Erfolg bleibt bisher aus", schrieb Geyerhalter am 6. November nüchtern.


Das veranlasste den Aufsichtsrat dann wohl, die Notbremse zu ziehen und sich kurzerhand von seinem erfolg- und glücklosen geschäftsführenden Vorstand zu verabschieden.

Unter Nachfolger Kurringer und seinem Co-Vorstand Well würden sämtliche Mitarbeiter des Südbundes "engagiert weiter arbeiten, so dass die Leistungen der Genossenschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen", versichert Geyerhalter weiter. Die künftige Ausrichtung der Kooperation werde sich an den Interessen aller - das wird ausdrücklich betont - Mitglieder orientieren. Das könnte ein Verweis darauf sein, dass die von manchen monierte "Zwei Klassen-Gesellschaft" des Südbundes mit der Elitetruppe der Raum hoch drei-Häuser und "normalen" Mitgliedern aufgeweicht werden soll. Klares Ziel bleibt für die Verantwortlichen der "Erhalt des Südbundes zum Nutzen seiner Mitglieder und der Abbau der aufgelaufenen Altlasten".

aus BTH Heimtex 11/08 (Wirtschaft)