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Orgatec propagiert die ganzheitliche Büro- und Objektgestaltung

Boden ist zu einem von fünf Angebotsschwerpunkten avanciert

Das Thema "ganzheitliche Gestaltung" hat inzwischen auch die Bürowelt erreicht. Entsprechend verknüpfte die Orgatec, weltweit führende Fachmesse für Office-Einrichtung, in diesem Jahr die fünf Angebotsschwerpunkte Einrichtung, Licht, Boden, Akustik und Medientechnik zum "Erfolgsfaktor" Büro. Eine gute Idee, bei der man sich für Bodenbeläge dennoch mehr Engagement und Impulse erhofft hätte. Einziger Lichtblick war die von der Messe initiierte und gesponserte Sonderschau "Boden ist Leben".

Auch Messen müssen sich der Zeit und den wandelnden Marktverhältnissen anpassen: So präsentierte sich die alle zwei Jahre stattfindende Orgatec, international führende Fachmesse für Büro- und Objektgestaltung, mit neuer Struktur, neuen Inhalten und unter der neuen Überschrift "Erfolgsfaktor Büro". Das Thema zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Veranstaltung. Sowohl die Lösungen der Aussteller als auch das flankierende, umfangreiche Kommunikationsprogramm beschäftigten sich damit, wie sich ein perfektes Arbeitsumfeld positiv auf den Geschäftserfolg eines Unternehmens auswirkt. Denn letztlich sorgt eine hohe Qualität der Bürogestaltung nicht nur für mehr Produktivität, sondern auch für Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen. Um ein derartiges Umfeld zu schaffen, ist das Zusammenspiel aller Bereiche vonnöten: Einrichtung, Licht, Boden, Akustik und Medientechnik.

Diese Segmente stellten die fünf neuen Angebotsschwerpunkte der Orgatec dar. Und das Konzept kam offensichtlich an, denn die Koelnmesse registrierte ein deutliches Besucherplus von 9,3 % auf 62.500 Gäste aus aller Welt. "Aus Sicht des Fachhandels ist die Neustrukturierung der Orgatec hervorragend", lobte der Bundesverband Bürowirtschaft. "Positiv bewerten wir auch das ganzheitliche Angebot." Neben der klassische Zielgruppe Facheinzelhandel und -großhandel waren auf der Messe auch viele Architekten und die mindestens genauso wichtige, in ihrer Bedeutung oft unterschätzte Klientel der Facility Manager zugegen. Schließlich ist es deren Hauptaufgabe, das Management von Sekundärprozessen in Unternehmen zu übernehmen, wozu als wesentlicher Bestandteil gehört, für optimale Arbeitsbedingungen bei Büroarbeitsplätzen zu sorgen. Das heißt: Ihnen obliegt oftmals die Entscheidungsgewalt bei Einrichtung und Ausstattung. Allein in Deutschland wird das Marktvolumen für Facility Management auf ca. 50 Mrd. EUR beziffert - und damit ist nur das Volumen für extern vergebene Gebäudeservices erfasst.

Darüber hinaus berichten etliche Teilnehmer, dass immer mehr Nutzerunternehmen in die Domstadt kommen, um sich über aktuelle Neuvorstellungen zu informieren. So konnten etwa die Repräsentanten großer Anwender wie Airbus, BASF, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, EON, Ernst & Young, Lufthansa, Porsche, Postbank, Siemens und VW begrüßt werden.

Eigentlich sind das alles beste Voraussetzungen für die rund ein Dutzend Bodenbelags-Anbieter, die auf der Orgatec ausstellten. Dennoch fiel ihr Fazit gemischt aus. Rundum zufrieden zeigten sich Firmen wie Carpet Concept und Egetaepper, die jedoch den Vorteil haben, dass sie kein Entrée mehr bei Architekten suchen müssen, weil sie diese begehrte Zielgruppe schon seit Jahren umwerben, dort über Namen und Reputation verfügen und genau wissen, wie man sie anspricht.

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Bei "Boden ist Leben" tatkräftig im Einsatz: Frank Wittkowski, Vertriebsleiter Industrie bei Ufloor Systems.
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Amorim war nicht nur bei "Boden ist Leben" vertreten, sondern betrieb auch noch einen eigenen Stand. Jörn Castrup und Detlef Kreysing.
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Anker informiert sich auf der Orgatec: Gerhard Hoffe, Geschäftsführer Technik, Ines Binder Entwicklungsleitung, Karl-Heinz Werker, Gesamtleitung Marketing.

Schwieriger haben es Unternehmen, die auf zufällige Kontakte hoffen. Der Architekt flaniert nicht geruhsam über die Orgatec, die Augen offen für interessante Neuheiten. Er sucht in der Regel gezielt nach Lösungen. Umso schwerer verständlich ist - gerade vor dem Hintergrund, dass Boden einer der fünf Angebotsschwerpunkte war - dass die Messe die Bodenbelagsstände nicht räumlich konzentriert platziert hatte, sondern völlig verstreut. Das ist weder aussteller- noch besucherfreundlich.

Dafür hatte sie allerdings eine Sonderschau für den Boden initiiert, die jedoch mehr anwendungs- und funktions- als design- und gestaltungsorientiert sein sollte. Kooperationspartner war daher auch nicht die Industrie, sondern bewusst eine Handwerker-Organisation, die Leistungsgemeinschaft Objekteure im Forum. Die hatte wiederum ihre Premiumpartner eingeladen - Amorim, Anker, Findeisen, Forbo, Jaso, Objectflor, U-Floor Systems und Witex -, die jeweils ein Bodenbelagssegment repräsentierten, und mit ihnen zusammen eine dreiteilige Ausstellung gestaltet. Im Mittelpunkt stand die Aktionsfläche Boden mit etlichen Produktmustern, praktischen Vorführungen und Anwendungsbeispielen. Der Fühl-Parcours sollte den Besuchern das Thema Boden spielerisch nahe bringen, indem sie zum einen verschiedene Materialien begehen und zum anderen in verdeckten Boxen ertasten konnten. Für individuelle Informations- und Beratungsgespräche gab es schließlich einen Lounge-Bereich, wo kompetente Ansprechpartner zur Verfügung standen.

Dieses kompakte Angebot traf offenbar den Nerv der Besucher: Bereits am ersten Tag berichtete Frank Wittkowski, Vertriebsleiter Industrie bei Ufloor Systems, von 50 reellen Kontakten. So viel hatte mancher Bodenbelags-Einzelaussteller nicht auf der gesamten Orgatec...

Die nächste Orgatec - Office & Object - findet vom 26. bis 30. Oktober 2010 statt.

aus BTH Heimtex 12/08 (Wirtschaft)