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60 Jahre Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz

"Sonnenschutz als CO2-Knacker positionieren"

Der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (VIS) feierte im Oktober sein 60-jähriges Jubiläum in Ottrott bei Straßburg. Gleichzeitig fand die Jahreshauptversammlung statt. Im Zentrum der Tagung der VIS-Mitglieder und ihrer Partnerfirmen stand die Bedeutung von Sonnenschutz als Energiesparmaßnahme - ein wichtiges Anliegen, das auch Thema bei einem Meeting im Europarlament war.

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Verbandes innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (VIS) stand ganz im Zeichen des 60. Gründungstages der in Krefeld ansässigen Interessengemeinschaft der Industrie. Und das wurde mit einer zweitägigen Veranstaltung festlich gefeiert.

Dass die Tagung im elsässischen Ottrott, unweit von Straßburg stattfand, geschah nicht ohne Grund: Der VIS ist Mitglied der Europäischen Sonnenschutzorganisation European Solar Shading Organization (ES-SO), gegründet von nationalen Verbänden und Interessengruppierungen, die mit Licht-, Blend- und Sonnenschutzprodukten am Fenster zu tun haben. Erklärtes Ziel des Dachverbandes ist es, die "energetische und energiepolitische Relevanz von Sonnenschutz" der Politik in Brüssel nahezubringen. Die Organisation kritisiert, dass bei der Festsetzung der Sparmaßnahmen in der europäischen Energieeinsparverordnung Energy Performance of Buildings Directive fast alle Möglichkeiten Berücksichtigung fanden - außer dem Sonnenschutz. Dieser wird nicht konkret genannt, sondern verbirgt sich hinter der Formulierung "Einsatz baulicher Elemente ins Gebäude". Daher hatten sich die VIS-Mitglieder zu einem Austausch mit dem energiepolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im europäischen Parlament, Herbert Reul, verabredet. In dem Gespräch wurde die Bedeutung von Innensonnenschutz als Energiesparmaßnahme in Gebäuden thematisiert.

Dass der VIS, zu dessen Mitgliedern 15 namhafte Sonnenschutz-Konfektionäre aus der gesamten Branche sowie rund 25 Lieferanten zählen, zu den Klimazielen der EU einen nicht unerheblichen Beitrag leisten kann, ist Wilhelm Hachtel, VIS-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von MHZ, überzeugt: "Wir haben den goldenen Schlüssel in der Hand, den innenliegenden Sonnenschutz als CO2-Knacker zu positionieren."

So liegt es für den VIS auf der Hand, diese Faktoren als schlagkräftiges Verkaufsargument für sich zu nutzen: "Im Zeitalter knapper Ressourcen können wir uns auf die ursprünglichen Funktionen unserer Produkte besinnen und zur modisch-optischen Ausrichtung auch die Funktionalität, speziell zum Zwecke der Energieeinsparung, wieder in den Vordergrund rücken." Dazu skizzierte Wilhelm Hachtel mit den Szenarien Wintertag und -nacht sowie Sommertag und -nacht insgesamt vier unterschiedliche Situationen der Energieeinsparung.

Wie ein Energieausweis und die Klassifizierung der Energieeffizienz bei den einzelnen Innensonnenschutz-Produkten anschaulich umgesetzt werden könnten, demonstrierte Teba-Geschäftsführer und VIS-Vorstandsmitglied Frank Tovornik: Anhand von Diagrammen, wie bei Elektrogeräten bereits üblich.

Den aktuellen Stand des vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Qualitätssicherungskonzepts erläuterte Büscher-Chef Erhard Müller, ebenfalls Mitglied im VIS-Vorstand. Die Zertifizierung von Sonnenschutz-Stoffen mit dem patentamtlich geschützten Q-Zeichen signalisiert dem Endverbraucher geprüfte Qualität unter dem Gesichtspunkt der Alterungsbeständigkeit des Produktes. Ziel sei nun, komplette Systeme anzubieten, die das Q-Zeichen führen. Das Prüfzeichen soll die Marktposition der VIS-Mitgliedsfirmen insgesamt stärken und einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Nichtmitgliedern bringen. Laut Schätzung repräsentieren die VIS-Hersteller derzeit "rund 90 % des Marktvolumens".

Neben den Themenfeldern Energieeffizienz und Qualitätssicherung durfte auch der kreative Input nicht fehlen. Ein Part, den Birgit Gebhardt, Geschäftsführerin des Trendbüros Hamburg, mit ihrem Vortrag über "Designtrends für den innenliegenden Sonnenschutz" übernahm. Ein festliches Abendessen, bei dem das 60-jährige VIS-Jubiläum gebührend gefeiert wurde, rundete die gut organisierte und informative Veranstaltung ab.


Historie 60 Jahre VIS

ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Die Vorstandsmitglieder des VIS (v.li.): Wilhelm Hachtel (MHZ), Friedrich Peschen (VIS-Geschäftsführer), Armin Fischer (Warema), Frank Tovornik (Teba), Erhard Müller (Büscher)

23.10.1948 Gründung der Vereinigung der Springrollofabrikanten in Oldenburg. Gründungsvorsitzender wird Justin Hüppe (Vorsitz bis 1950, dann Ablösung durch Dr. Helmut Pohl).

1952
Namensänderung in Springrollo-Verband

1955
Gründung des Jalousie-Verbandes

1968/69
Umfirmierung in Rollo-Verband, Vorsitzender wird Carsten Hager

1972/73
Jalousie- und Rollo-Verband fusionieren zum Rollo-Verband mit den Fachabteilungen Rollo und Jalousie. Erster Vorsitzender wird Claus Hüppe (Hüppe).

1996
Aus dem Rollo-Verband wird der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz in Krefeld. Friedrich Peschen wird Geschäftsführer.

2000
Klaus Friedrichs wird VIS-Vorsitzender. Nach seinem Tod fungiert seit 2001 Wilhelm Hachtel (MHZ) als Verbandsvorsitzender.

aus BTH Heimtex 12/08 (Wirtschaft)