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Leichter und schneller Fußbodenaufbau in der Renovierung

Das Uzin Turbolight-System

Problem: Bei Renovierungsarbeiten in Altbauten stößt man an Grenzen, wenn die neue Fußbodenkonstruktion einen großflächigen Niveauausgleich erfordert, z. B. bei durchhängenden Decken. Das zusätzliche Gewicht belastet die vorhandenen Unterböden oder Decken häufig bis an die Grenzen ihrer Tragfähigkeit und schränkt dadurch die Gestaltungsmöglichkeiten massiv ein. In diesen Fällen würden Konstruktionen auf Basis von Zement- oder Calciumsulfatestrichen zu unzulässig hohen Lasten oder unerwünscht langen Trocknungszeiten führen. Fertigteilestriche wiederum sind konstruktiv aufwändiger und können Restriktionen in der Belagsauswahl bzw. der Lastaufnahme unterliegen. Lösung: Das neu entwickelte Uzin Turbolight-System, ein leichter und schneller Fußbodenaufbau für die Renovierung.

Durch intelligente Kombination bewährter Verlegewerkstoffe ist es gelungen, Probleme in der Sanierung für den Anwender zu lösen. Im Turbolight-System können die Einzelkomponenten ihre jeweiligen spezifischen Eigenschaften so in den Gesamtaufbau einbringen, das ein Verbundsystem mit maximaler Synergie entsteht. Diese Konstruktion vereint in sich die besonderen Stärken der Systemkomponenten, wie hohe Festigkeit und kurze Einbauzeiten. Gleichzeitig werden unerwünschte Eigenschaften wie ein hohes Flächengewicht weitgehend abgemindert. Daraus resultiere ein neuartiges System einer Fußbodenkonstruktion, das in seiner Gesamtleistung einzigartig sei.

Aufbau des Turbolight-Systems

Das Turbolight-System wird auf der Baustelle aus den Systemkomponenten Leichtausgleichsmörtel, Armierungsgelege und Verbundausgleichsmasse aufgebaut:

Leichtausgleichsmörtel:
Den Unterbau für das Turbolight-System bildet ein Leichtausgleichsmörtel mit relativ hoher Festigkeit. Dieser überträgt die auftretenden Lasten auch bei unterschiedlichen Schichtdicken wie bei Ausbrüchen gleichmäßig auf den tragenden Untergrund bzw. die tragende Decke. Der Leichtausgleichsmörtels kann wie ein konventioneller Estrich mit einer Estrichpumpe eingebaut werden. Er kann aber auch manuell mit einem Rührwerk oder Freifallmischer angemischt und dann verlegt werden. Die Verlegung erfolgt in der Regel im Verbund. Bei Bedarf, wenn z. B. ein Rieselschutz benötigt wird, ist auch eine Verlegung auf Trennlage möglich. Dann beträgt die Mindestdicke 3 cm, an Übergängen ist der Auszug bis auf Korndurchmesser (ca. 5 mm) problemlos möglich. Damit ist bei der Anpassung an unebene Untergründe ein Höchstmaß an Flexibilität gewährleistet. Bis 5 cm Dicke kann bereits nach nur 24 Stunden weiter aufgebaut werden, bis 30cm Dicke beträgt die Trocknungszeit 48 Stunden.

Armierungsfasern:
Die Armierung des Systems erfolgt mit einem Gelege aus hochzugfesten Langglasfasern. Es wird direkt auf den ausgehärteten Leichtausgleichsmörtel verlegt. Die Fixierung der Fasern innerhalb des Geleges erfolgt mit einem wasserlöslichen Kleber. Dieser löst sich auf, sobald im nächsten Arbeitsschritt die Verbundausgleichsmasse aufgespachtelt wird und die Armierungsfasern sich über den Querschnitt der Masse verteilen. Der resultierende, hochfeste Faserverbundwerkstoff trägt maßgeblich zum außergewöhnlich hohen Lastaufnahmevermögen des Gesamtsystems bei.

Verbundausgleichsmasse:
Dieser Systembaustein ist eine Spachtelmasse, deren Zuschlagstoffe in ihrer Korngrößenverteilung speziell auf den Leichtausgleichsmörtel angepasst sind. An der Grenzfläche zwischen Leichtausgleichsmörtel und Verbundausgleichsmasse kommt es zu einer gegenseitigen Durchdringung. Dieser homogene Verbund sorgt für eine optimale Lastübertragung. Die hochfeste Lastverteilerschicht aus faserarmierter Verbundausgleichsmasse ermöglicht es auch, die kritischen Punktlasten zuverlässig aufzunehmen und über die homogene Verbindungszone sicher in den tragenden Grund abzuleiten.

Deutlich erkennbar wird das vorteilhafte Lastaufnahmeverhalten des Turbolight-Systems, wenn man die Ergebnisse von Druckversuchen des nur mit Verbundausgleichsmasse beschichteten Leichtausgleichsmörtels, d.h. ohne Armierungsfasern, mit denen des Turbolight-Systems vergleicht. Die unverstärkte Konstruktion zeigt einen steilen Anstieg im Kraft/Weg-Diagramm bis zum Versagenswert. Hierbei handelt es sich also um ein relativ steifes System. Anders das Turbolight-System: Der Anstieg ist ähnlich steil, aber die um 30 bis 50 % höhere Versagenslast wird erst nach einer wesentlich längeren Verschiebestrecke erreicht. Das Turbolight-System zeigt eine sehr hohe Lastaufnahmekapazität bei gleichzeitig gutmütiger Last/Weg-Charakteristik. Beides zusammen belegt die Robustheit des Systems.

Eigenschaften des Turbolight-Systems

Uzin Utz AG
Der Leichtausgleichsmörtel Uzin NC 194 Turbo kann wie ein konventioneller Estrich mit einer Estrichpumpe eingebaut werden.
Uzin Utz AG
Fußbodenaufbau des Tubolight-Systems
Uzin Utz AG
Der direkte Vergleich
Uzin Utz AG
Spachteln mit Hilfe von Pumptechnikauf armierter Fläche.
Uzin Utz AG
Eigenschaftsvergleich von Fußbodenkonstruktionen

Die wichtigsten technischen Kenndaten des Turbolight-Systems sind in den Tabelle zusammengefasst. Nach DIN 1055 können damit alle Lastanforderungen der Klassen A (Wohnflächen) sowie die von B 1 und B2 (Büroflächen) erfüllt werden. Vor dem Hintergrund des niedrigen Flächengewichts ist insbesondere auch die mit 10 dB relativ hohe Trittschalldämmung des Systems bemerkenswert (Aufbauhöhe 5 cm) und für Renovierungen in Altbauten vorteilhaft.

Die Zeit bis zur Belegereife des Turbolight-Systems ist abhängig von der Art des Oberbelags. Die Oberbeläge können unter Einhaltung der empfohlenen Trocknungszeiten direkt auf die Verbundausgleichsmasse mit den darauf abgestimmten Belagsklebstoffen geklebt werden. Bei elastischen Belägen empfiehlt sich das Zwischenspachteln mit einer Feinspachtelmasse.

Auch in Feuchträumen kann das Turbolight-System zum Einsatz kommen. In diesem Fall muss auf eine feuchteunempfindliche Spachtelmasse gewechselt werden. Bei passenden Fließeigenschaften ist auch die Erstellung von Gefälleuntergründen für Abflüsse in Bädern möglich. Tabelle unten veranschaulicht die praxisrelevanten Eigenschaften des Turbolight-Systems durch die vergleichende Darstellung zu konventionellem Zementestrich bzw. zu Fertigteilestrich.

Ausführungsbeispiele

Das Turbolight-System spielt insbesondere im Renovierungsbereich die Vorteile seiner einzigartigen Eigenschaftskombination aus. Anhand von einigen Objektbeispielen wird dies konkretisiert: Der Verleger ist häufig mit dem Durchhängen von Decken konfrontiert. In einer Wohnung wurde die durchhängenden Teile der Decke mit dem Leichtausgleichsmörtel egalisiert. Danach wurden die Räume vollständig mit dem Armierungsvlies ausgelegt und anschließend mit der Verbundausgleichsmasse gespachtelt. Als Oberbelag wurde Zweischicht-Fertigparkett Eiche verlegt. Eine vorhandene Aussparung im Boden wurde mit dem Leichtausgleichsmörtel ausgeglichen und die gesamte Fläche armiert und gespachtelt.

In einem anderen Objekt waren Teile des Unterbodens mit OSB-Platten vorbereitet worden. Insbesondere in den Türdurchgängen ließ die fehlende Aufbauhöhe die Verlegung der OSB-Platten nicht zu. Dort wurde entsprechend der Höhenvorgaben ausgeglichen. Anschließend wurde die komplette Fläche armiert und gespachtelt. Durch Einsatz von Pumptechnik war es möglich, das gesamte Objekt innerhalb von nur vier Arbeitstagen komplett mit einem neuen tragfähigen und direkt mit Parkett belegbaren Unterboden auszuführen.

Zusammenfasssung

Das Turbolight-System stellt eine Fußbodenkonstruktion aus bewährten Verlegewerkstoffen dar. Die intelligente Abstimmung kombiniert die Stärken der Einzelkomponenten so, dass ein Systemaufbau mit einer bisher nicht gekannten Eigenschaftskombination entsteht. Damit eröffnen sich neue Lösungsmöglichkeiten für Fußbodenkonstruktionen insbesondere in der Renovierung. Dem Bodenleger bietet das System maximale Sicherheit im Gewährleistungsfall, da er ab Oberkante tragender Untergrund bis zum Belag beim Neuaufbau der Fußbodenkonstruktion im System mit abgestimmten Verlegewerkstoffen arbeiten kann.

aus FussbodenTechnik 03/11 (Sortiment)