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M.O.W. Möbel Order Messe

Plattform für Qualität und Kompetenz

Bad Salzuflen - Mit einem zufrieden stellenden Ergebnis endete die Möbel Order Messe M.O.W. (21. bis 25. September). Angesichts der schwierigen konjunkturellen Vorzeichen war dies nicht unbedingt zu erwarten. Die 500 Aussteller waren trotz des verhaltenen Konsumklimas positiver Stimmung und zeigten zahlreiche Neuentwicklungen sowie Programmergänzungen inklusive Verkaufshilfen in einer attraktiven Präsentation. Die wichtigsten europäischen Einkaufskommissionen und Handelsketten bestätigten das Engagement der Industrie mit reger Ordertätigkeit.

Die Konzentration des Gesamtangebots auf wenige Standorte - zum M.O.W.-Verbund zählten in diesem Jahr neben den Kompetenzzentren in Barntrup und Bad Salzuflen das Informa-Messezentrum sowie das Steinhoff-Messezentrum in Westerstede - kam den Einkäufern sehr entgegen. Durch die besucherfreundliche Hallenordnung nach Kompetenz, Vertriebsweg und Sortiment garantierte die M.O.W. 2008 einen schnellen und umfassenden Überblick über alle Sortimente und Vermarktungsschienen für die Mitte des Möbelmarktes. Eine umfassende Entscheidungsgrundlage bot vor allem das Bad Salzufler Polsterforum, das in diesem Jahr auf 32.000 qm das internationale Sitzmöbel-Angebot in sämtlichen Preislagen abbildete. Mit über 60 Ausstellern formulierte das Polsterforum das Polstermöbelangebot zum Herbst.

Neben Qualität, Service und Zuverlässigkeit bleibt der Preis ein wichtiges Kriterium. Stellenweise war das Orderverhalten mit erhöhtem Preisdruck verbunden. So vor allem in den Bereichen Mitnahme, Junges Wohnen und SB, wo neue Einstiegspreislagen für Werbe- und Aktionsware ausgehandelt wurden. Bei verhaltener Konjunktur agieren die Unternehmen auf Industrieseite sehr unterschiedlich. Aufgrund der Lieferantenkonzentration seitens der Verbände diversifizieren viele Hersteller ihr Programm und weiten ihr Angebot aus, um als Multi-Task-Partner für die Verbundgruppen unverzichtbar zu werden. Vertrieb und Produktion werden dabei zunehmend voneinander getrennt. Immer mehr deutsche Vertriebe beschäftigen ausländische Produktionsstätten in Asien, Rumänien oder Polen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit einem Preiseinstieg, der unter der bisherigen Basis liegt, werden Sortimente nach unten abgerundet.

Ebenso wird aber auch Trading-Up betrieben. Neben der Tendenz in die Sortimentsbreite gehen Aussteller verstärkt in die Tiefe. Spezialisten, die sich für einzelne Sortimentsthemen stark machen, verzeichneten auf der M.O.W. 2008 erfreuliche Erfolge und gute Kontakte. Diese Unternehmen arbeiten zumeist als Partner mittelständisch geprägter Verbände oder mit den Inhabern einzelner Häuser. Speziell hier steht solide Qualität und Kompetenz mehr im Mittelpunkt als der beste Preis. Die M.O.W. bietet diesen Anbietern eine professionelle Plattform mit analogen Präsentations-Schwerpunkten wie z.B. Polstermöbel, Massivholz oder Bad. Über alles zeigte sich der Konsum in diesem Jahr auf Handelswunsch extrem modern. Wohnen hat eine neue Farbe: Weiß. Ob Polstermöbel, Wohnmöbel, Schlafzimmer, Tisch und Stuhl oder Bad, ganze Messestände oder einzelne Kojen - Weiß war in den Messehallen die dominierende "Farbe".

Neben Einkaufsverbänden, Fachhandel, Wohnkaufhäusern, Filialunternehmen, Versendern und Baumärkten besuchten verstärkt Entscheider aus neuen Vertriebswegen für Möbel die Messe. Zu nennen sind hier Spezialvermarkter, Lebensmitteldiscounter und Internetanbieter. Bemerkenswert war die hohe Internationalität der Besucher, die sich gegenüber dem Vorjahr nochmals erhöht hat. Neue Absatzmärkte für Möbel made in D oder EU erschließen sich vor allem in Osteuropa, Asien, Nordamerika und im Mittleren Osten. Die Messeleitung registrierte dementsprechend Einkäufer aus fast 50 Nationen. Traditionell stark: die Niederlande, Polen, Belgien, Schweiz und Österreich, Italien, Dänemark, Frankreich und Spanien. Aber auch Russen, Tschechen, Slovenen, Rumänen, Litauen, Ungarn und Chinesen reisten zahlreich an. Selbst Dubai war vor Ort in Ostwestfalen.

M.O.W. Möbel Ordermesse Westfalica
Gut besucht war die diesjährige Möbel Order Messe M.O.W. in Ostwestfalen, an der rund 500 Aussteller ihre Produkte präsentierten.
M.O.W. Möbel Ordermesse Westfalica
Die Trendfarbe der M.O.W. heißt Weiß sie zieht sich durch alle Sortimente, Zielgruppen und Präsentationen.

Wie auf allen Möbelmessen wünschte man sich mehr Einzelkunden. Ein Ergebnis der Verbandsarbeit; die Entscheidung der zentralen Einkaufsausschüsse wird abgewartet. Die ausgewählten Sortimente werden auf den jeweiligen Verbandsmusterungen besichtigt. Eine allseits bedauerliche Entwicklung, weil der einzelne Händler damit nur Ausschnitte aus dem Gesamtmarkt zu sehen bekommt. Nur eine Messe wie die M.O.W., zu der die Aussteller neben den Produkten selbst jede Menge Input zu Präsentation, Argumentation, Verkaufshilfen, Insiderwissen und Kontakte liefern, vermittelt den Überblick, den jedes Geschäft benötigt. Ob Spezialist oder Vollsortimenter, Service oder SB.

Insgesamt belegte die M.O.W. 2008 über 150.000 qm Ausstellungsfläche. Am Standort Bad Salzuflen präsentierten ca. 150 Vertrags-Aussteller plus 15 Aussteller im Informa-Zentrum den kompletten serviceorientierten Einrichtungsbereich mit Wohnen, Schlafen, Speisen und Kleinmöbeln sowie Polstermöbeln separat im Polsterforum. Über 260 Aussteller konzentrierten sich im Messepark Barntrup, Europas Plattform Nr. 1 für Mitnahme, Junges Wohnen, SB/Discount und Fachsortimente. Allein 30 Aussteller davon widmeten sich dem Thema Bad; neuer Schwerpunkt in Barntrup neben Massivholz, Büro, Lifestyle und Dienstleistung.

Die nächste M.O.W. findet vom 3. bis 7. Mai 2009 statt. Die überwiegende Mehrheit aus Handel und Industrie hat sich für diese grundsätzliche Terminverlegung ausgesprochen, um damit dem Einkaufsverhalten des Endverbrauchers noch näher zu rücken. Der kauft bevorzugt im Herbst und Winter neue Möbel. "Und wir wären ein schlechter Dienstleister, wenn wir uns gegen die Wünsche unserer Kunden stellen würden," betont Messe-Chef Bernd Schäfermeier. "Der frühzeitige M.O.W.-Termin gewährleistet, dass die neue Ware zu den umsatzstarken Monaten im Herbst und Winter auch tatsächlich auf der Ausstellungsfläche im Handel steht - und nicht noch auf der Messe."

aus Haustex 11/08 (Wirtschaft)