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Berg & Berg/F. W. Barth

Die Wiederentdeckung der Kiefer als Landhausdiele


Eine alte Tradition wird jetzt bei der schwedischen Parkettmanufaktur Berg & Berg zu neuem Leben erweckt. Ursprünglich ein typisch skandinavisches Produkt wurde Kiefer als Landhausdiele in den 90er-Jahren auch in Mitteleuropa bekannter, neben der dominierenden Lärche im Nadelholzbereich. Ulrich Stöhr, Verkaufsleiter Deutschland für Berg & Berg bei F. W. Barth: "Eiche ist als Landhausdiele unglaublich dominant geworden, in allen möglichen und unmöglichen Varianten. Mit klassischer Kiefer in traditionellen Oberflächen ergänzen wir unser ausführliches ,Swedish Classics-Sortiment sinnvoll."

Aus schwedischer FSC-zertifizierter Kiefer werden drei verschiedene Produkte gefertigt. Basis ist immer eine Laugebehandlung, bevor geölt wird. "Das ist etwas aufwendiger, gibt den Dielen jedoch ganz besonderen Charme", erläutert Stöhr. Es gibt die Varianten Lauge natur, Lauge weiß und Lauge extra weiß. Die dunkleren Böden sind als ,Kernkiefer sortiert, die helleren mit weniger Kernanteil.

Welche Kriterien bei der Materialwahl ausschlaggebend waren, schildert Berg & Berg-Geschäftsführer Jan Söderberg: "Es gab lange Diskussionen, ob wir mit sibirischer Lärche starten sollen, weil es das vordergründig bekanntere Produkt ist. Da dieses Holz jedoch für Berg & Berg weder ökologisch vertretbar ist, noch sonst zu unserer Firma passt, konzentrieren wir uns auf eigene Ressourcen und fahren gut damit." Die bauaufsichtliche Zulassung (DIBt) für Kiefer-Landhausdielen sowie für das ganze übrige Programm, einschließlich der geräucherten Eiche im ,Swedish Classics-Sortiment, liegt inzwischen vor.

F. W. Barth & Co. GmbH
Ulrich Stöhr, Verkaufsleiter bei Barth & Co: "Die aufwendige Laugebehandlung gibt den Dielen besonderen Charme."

Schon vor über zehn Jahren, als die meisten anderen Hersteller auf UV-Öle oder Mattlack setzten, war bei Berg & Berg das komplette Sortiment mit sauerstoffhärtenden Öloberflächen verfügbar. Heute liefert man mehr als 80 Prozent der Böden im deutschsprachigen Raum mit geölten Oberflächen. Der Hersteller sieht sich in diesem Segment als einer der Marktführer, speziell auch durch die FSC-Mix- und Nature-Plus-Zertifizierung. Viele Händler führen inzwischen die geölten Böden von Berg & Berg als eigenständiges Sortiment.

Eine weitere Besonderheit: Astige und natürliche Sortierungen, die von Beginn an typisch für das unverwechselbare Aussehen des Parketts der Parkettmanufaktur waren. Anfangs wurde man belächelt: "Das ist doch Brennholz!", sei schon mal zu hören gewesen. "Heute zeigt sich jedoch, dass wir den Markt richtig eingeschätzt haben", freut sich Söderberg. "Während viele Produzenten die eigene Rundholzverarbeitung aufgaben, schneiden wir weiterhin ein, um die typisch schwedischen Sortierungen zu gewährleisten. Es ist einfach so, dass sich eine schwedische Eiche deutlich von einer chinesischen oder amerikanischen unterscheidet. Das sind optisch völlig verschiedene Produkte." Deshalb will Berg & Berg auch weiterhin dem Standort treu bleiben und ausschließlich Holz aus Schweden oder nahe liegenden Regionen verarbeiten.

aus ParkettMagazin 06/11 (Sortiment)