Pfleiderer GmbH

Pfleiderer verpasst Umsatz- und Ergebnisziele


Mit einem Umsatzrückgang von 3,6 % auf 1,7 Mrd. EUR und einem EBITDA von 223,7 Mio. EUR (Vorjahr: 248,7 Mio. EUR) hat die Pfleiderer AG ihre Wachstumsziele für 2008 nicht erreichen können. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, schrumpften im vergangenen Jahr die Holzwerkstoff-Märkte in allen Absatzregionen, was bei einer Mehrzahl der Produkte auch zu sinkenden Preisen führte. Vor dem Hintergrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage ist der Vorstandsvorsitzende Hans H. Overdiek mit der Geschäftsentwicklung aber nicht unzufrieden: "Der Pfleiderer-Konzern hat 2008 mit einem Umsatz von gut 1,7 Mrd. EUR und einer EBITDA-Marge von 12,9 % im Industrievergleich respektable Kennzahlen erreicht. Angesichts der Tatsache, dass es uns gelungen ist, die Kostenbasis um 80 Mio. EUR zu senken, und dank einer soliden Bilanzstruktur sehen wir uns vorbereitet für ein schwieriges Geschäftsjahr 2009."

Mehr als die Hälfte des Umsatzrückgangs von 65 Mio. EUR ist auf die Werksschließung im kanadischen La Baie zurückzuführen. Umsatz erhöhend wirkten dagegen die erstmalige ganzjährige Einbeziehung von Laminathersteller Pergo, positive Wechselkurseffekte (17,4 Mio. EUR) und der Umsatz des neuen Spanplattenwerks in Moncure/USA (10,4 Mio. EUR). Das Minus im EBITDA wird neben den rückläufigen Umsätzen auch auf gestiegene Rohstoffkosten zurückgeführt, die nur zum Teil an die Kunden weitergegeben und nicht vollständig über Sparmaßnahmen kompensiert werden konnten.

Die Region Westeuropa blieb auch im Geschäftsjahr 2008 mit einem Umsatzanteil von 53,4 % die wichtigste Ertragssäule des Konzerns. Dank der guten Marktpositionierung konnte der Umsatzrückgang trotz deutlich einsetzender Rezession zum Jahresende mit vergleichsweise moderaten -4 % auf 945,8 Mio. EUR begrenzt werden.

In den osteuropäischen Märkten Polen und Russland verlief die Entwicklung hingegen uneinheitlich. In Polen belastete der starke Zloty die Exportchancen der Pfleiderer Kunden, so dass die Nachfrage nach Holzwerkstoffen zurück ging. In Russland hingegen konnten sowohl die Absatzmengen gesteigert, als auch die erhöhten Rohstoffkosten an die Abnehmer weitergegeben werden.

Das Geschäft in Nordamerika war zwar von der dortigen Immobilien- und Finanzkrise geprägt. Dennoch gelang es der Laminatbodentochter Pergo, den Umsatz um 24 % zu steigern. Auch bei Spanplatten konnten Marktanteile hinzugewonnen werden.

Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat 2009 ein striktes Kosten- und Cashflow-Management oberste Priorität bei Pfleiderer.
aus BTH Heimtex 05/09 (Wirtschaft)