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Zertifizierung

GD Holz startet Zertifizierungsinitiative 2009

Die Verbreitung und Handhabung der Chain-of-Custody (CoC)-Zertifizierungen des FSC und PEFC sind aus Sicht des Gesamtverbandes Deutscher Holzhandel bislang unbefriedigend. Dies will der GD Holz mit seiner Zertifizierungsinitiative 2009 ändern. Ziel ist es dabei, die durchgängige Zertifizierung der GD Holz-Mitglieder zu erreichen.

Die GD Holz-Mitgliedsunternehmen erwarten von Zertifizierungen in erster Linie, dass dem nicht unerheblichen Aufwand ein Nutzen gegenüber steht. Der Einkauf beklagt, dass FSC-Produkte in unzureichender Menge zu erhalten sind. Darüber hinaus sind sowohl FSC- als auch PEFC-Labels beim Kunden noch zu wenig bekannt. Dies führt zu mangelhafter Nachfrage. In Einzelfällen steht zudem die Glaubwürdigkeit des FSC-Labels nach Ansicht des GD Holz auf dem Prüfstand. Hinzu kommt, dass die Kosten für eine Zertifizierung erheblich sind, u.a. auch wegen der FSC/PEFC-Doppelfinanzierung. Der GD Holz kritisiert darüber hinaus, dass Zertifizierungen auch für den Verarbeiter, z.B. das Handwerk, viel zu teuer sind. Die zum Jahresanfang erheblich gestiegenen Verwaltungsgebühren des FSC werden ebenfalls beanstandet. (Anmerkung der Redaktion: Die Verwaltungsgebühren machen nur einen Bruchteil (ca. 10%) der Zertifizierungskosten eines Unternehmens aus. Der wesentliche Teil der Kosten fällt bei den beauftragten Prüfern an. Der FSC begründet die Gebührenerhöhung mit der Notwendigkeit, mittelfristig eine Umfinanzierung des eigenen Budgets zu erreichen. Bisher trägt sich der FSC zu mehr als 50% aus Spenden und Stiftungserlösen.)

Die GD Holz-Initiative steht im engen Zusammenhang mit der Beschaffungsrichtlinie des Bundes. Im Zentrum der Bemühungen steht die gemeinsame Anerkennung der CoC-Zertifizierung. Es wird dafür plädiert, diese nicht auf das holzverarbeitende Handwerk auszudehnen, sondern die Kette mit dem Handel abzuschließen.


Fragen des GD Holz an FSC und PEFC

Um die Zertifizierungsinitiative nachhaltig umsetzen zu können, ist es nach Auffassung des GD Holz unbedingt erforderlich, dass von beiden Organisationen, FSC und PEFC, zu nachfolgende Fragen Stellung bezogen wird:


Welche Strategie wird verfolgt, um mehr zertifizierte Produkte auf die Märkte zu bringen? Wird sich der Anteil der zertifizierten Waldflächen erhöhen? Was tun beide Organisationen, FSC und PEFC, um den Bekanntheitsgrad ihrer Labels, am Markt nachhaltig zu steigern?

Bedeutende Umweltorganisationen haben angeblich damit gedroht, FSC nicht länger zu unterstützen. Marktführer in der Holzwirtschaft beginnen nach Ansicht des Holzhandelsverbandes damit, nicht mehr auf FSC zu setzen. Was unternimmt FSC, um die Glaubwürdigkeit des Labels am Markt uneingeschränkt sicherzustellen?

Der GD Holz fordert die gegenseitige Anerkennung von FSC und PEFC auf der Ebene der CoC-Zertifizierung. Was wird unternommen, um diese gegenseitige Anerkennung noch in 2009 zu erreichen?

aus ParkettMagazin 02/09 (Wirtschaft)