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Hagebau/Zeuss/F.A.Z. Institut

Themenkompass "Nachhaltige Holzwirtschaft"


Die Nachfrage nach Holz und Holzprodukten steigt seit Jahren kontinuierlich, andererseits verändern sich die Markt- und Umweltbedingungen auf der Angebotsseite. Strukturwandel in der Forstwirtschaft, Globalisierung der Liefer- und Absatzmärkte, steigende Energiepreise, Klimawandel und die daraus resultierenden gesellschaftlichen und gesetzlichen Ansprüche setzen alle Beteiligten unter Druck. Wie soll sich die Holzbranche zukünftig aufstellen, wenn sie trotz aller Anforderungen wirtschaftlich tragfähig sein will? Wie lässt sich die Forst-Holz-Wertschöpfungskette optimieren, die jährlich allein in Deutschland einen Umsatz von durchschnittlich über 100 Mrd. Euro generiert? Wie kann nachhaltige Holzwirtschaft in der Praxis umgesetzt werden?

Um diese fundamentalen Fragen zu klären ist der Hagebau Holzhandel zusammen mit der ZEUS in die Offensive gegangen und hat gemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH und dem Marktforschungsinstitut Forsa den Themenkompass "Nachhaltige Holzwirtschaft" erstellt. Für die Studie wurden 100 Top-Entscheider befragt, insbesondere Holzhändler, Vertreter der Holzwerkstoffindustrie und Business-to-Business-Kunden wie Tischlereien und Architekturbüros.

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse zeigen: Rund die Hälfte der Entscheider erwartet für ökologische Holzprodukte einen weiteren Nachfragezuwachs. Allerdings wird ebenfalls deutlich, dass derzeit erst die Hälfte der Befragten die nachhaltige Erzeugung der Produkte beim eigenen Einkauf berücksichtigt. Das Potenzial wird somit zwar erkannt, aber noch nicht ausgeschöpft.

Die Gründe dafür liegen zum einen in der begrenzten Verfügbarkeit von nachhaltig erzeugtem Holz, zum anderen im höheren Preis. Die Zertifizierung wird in der Branche als zu bürokratisch und kostspielig, andererseits aber auch als glaubwürdig und sinnvoll bewertet. Die beiden bekanntesten Zertifizierungsorganisationen in Deutschland sind PEFC (Programme for Endorsement of Forest) und FSC (Forest Stewardship Council), das als erster internationaler Zertifizierungsanbieter Anfang der neunziger Jahre gegründet wurde. 72 Prozent der Befragten geben an, mindestens einen der beiden zu kennen. International existiert aber eine Vielzahl weiterer Zertifizierungssysteme. Bewertet wird dabei die gesamte Produktkette vom Transport über die Verarbeitung bis zum Ladentisch.
Forcierung umweltfreundlicher Produkte als Innovation

Befragt nach den derzeit größten Herausforderungen für ihr Unternehmen geben die Entscheider neben dem allgemeinen Wettbewerbs- und Preisdruck insbesondere die (Neu-)Kundenakquise an. Als wichtigstes Ziel wird die Verbesserung der Kundenbindung genannt. Neue Trends frühzeitig zu erkennen, verstärkte Marketingmaßnahmen, Innovationen sowie die Besetzung neuer Märkte sehen die Befragten als wichtige Instrumente, um auf diese neuen Anforderungen zu reagieren. Daher stellt die prognostizierte Entwicklung ökologischer Holzprodukte auch eine wichtige Chance für die Branche dar. Denn die Studie hebt nicht nur die wachsende Sensibilität privater Verbraucher hervor, auch viele Unternehmen verfolgen bei der Planung oder Sanierung ihrer Immobilien das Ziel des "Green Building" - also die Steigerung der Ressourceneffizienz von Gebäuden bei Energie, Wasser und Material. Gerade hier können die guten Dämm- und Konstruktionseigenschaften von Holzprodukten punkten. Ebenso setzt die öffentliche Hand bei Bau- und Sanierungsvorhaben verstärkt auf nachhaltige Produkte und Verfahrensweisen.

Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG
Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Forstwirtschaft

Mit dem Themenkompass werden Chancen aufgezeigt, die sich durch nachhaltige Holzwirtschaft eröffnen. Hagebau wertet die Ergebnisse der Studie derzeit im Detail aus und erstellt auf dieser Basis ein Strategiepapier, in der die zukünftige Ausrichtung zum Thema nachhaltige Holzwirtschaft klar definiert wird. Daraus erarbeitet die Kooperation eine Leitlinie für ihre Fachhändler und Hagebaumärkte, um die Standorte im Markt als verantwortungsbewusste Unternehmen zu positionieren. Es gilt, künftig die Vorzüge zertifizierter Nachhaltigkeit besser zu kommunizieren und den eigenen Einkauf noch stärker darauf abzustellen.

Gartenmöbel aus Tropenholz mit Nachhaltigkeitszertifikat

Für die Hagebaumärkte gilt bereits heute, dass wichtige Teile des Sortiments, vor allem Produkte aus Tropenholz, mit Zertifikaten einer nachhaltigen Bewirtschaftung eingekauft werden. So beträgt der Anteil an Gartenmöbeln aus Tropenholz mit FSC-Zertifikat zurzeit bereits rund 95 Prozent.

Nicht nur das steigende Umweltbewusstsein der Verbraucher macht es notwendig, in Richtung Nachhaltigkeit aktiv zu werden, Hagebau hat auch ein ureigenes Interesse an diesem Thema. Wer morgen noch erfolgreich Holzhandel betreiben will, muss schon heute auf eine ressourcenschonende Produktion achten. Ziel ist es daher, mittel- bis langfristig nur noch zertifiziertes Holz zu verkaufen.

aus ParkettMagazin 03/09 (Wirtschaft)