Studie Bodenbelagsmarkt
Stellenmarkt

Branchen-Planer

Belgien Special

Artikel-Archiv


Schweizer Parkett trotzt der Finanzkrise

ISP hat jetzt über 200 Mitglieder

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkettindustrie (ISP) mehr als 200 Mitglieder. Die stimmten sich anlässlich der 40. ISP-Generalversammlung im April in Einsiedeln auf eine gedämpft positive Zukunft ein.

In den vergangenen sechs Jahren hat der Schweizer Parkettmarkt eine Absatzsteigerung von rund 45% erlebt. Auch im Rückblick auf das Jahr 2008 war von einem vergleichsweise befriedigenden Ergebnis die Rede. Für das laufende Jahr allerdings sind die Branchenindikatoren düster und auch die eidgenössischen Hersteller und Verleger hat eine allgemeine Verunsicherung erreicht. Dennoch glaubt der neue ISP-Geschäftsleiter Walter Pretelli: "Trotz klar verschärfter Rahmenbedingungen können wir der allgemeinen Finanzkrise standhalten."

Parkettverbrauch in der Schweiz 2008 im Plus

Im Gegensatz zum Rückgang des gesamteuropäischen Parkettverbrauchs wurde in der Schweiz im vergangenen Geschäftsjahr 3.5% mehr Parkett verbraucht. Dies sei, so der bisherige Geschäftsleiter Bernhard Lysser, sicherlich eine beruhigende, aber nicht die allein seligmachende Feststellung. Die Marktkennzahlen seien nicht eindeutig und bedürften vorsichtiger Interpretation. Stellt man nämlich die Kennzahlen dem rückläufigen Binnenmarkt-Absatz (-2.6%) der ISP-Mitglieder gegenüber, so relativiert sich das Bild merklich. Zurück zu führen ist der auf 71% gesunkene Marktanteil der ISP-Mitglieder vermutlich auf erhöhten Importdruck.

Eine zusätzliche Verschärfung der Lage liegt in der Tatsache, dass die Schweiz fünfmal mehr Parkett exportiert als importiert. Bei andauernd schwachen Auslandsmärkten ist die Exportlastigkeit ein empfindlicher Aspekt und wird die Schweizer Parkettproduktion fraglos belasten.

Angesichts dieser Situation will Bernhard Lysser keine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr geben. Gleichzeitig weist er aber auf die bestehenden Marktchancen hin: "Im Renovations- und Restaurationsmarkt können sich mittelfristig gute Marktchancen ergeben, liegen doch die aktuellen Zinsen in einem historischen Tief, was sich bei einer Stabilisierung der Konjunktur positiv auf das Investitionsverhalten der Marktteilnehmer auswirken könnte."

Mittel- bis langfristig, so Lysser, darf das Heil nicht in schnellen Rezepten und Marketingkonzepten gesucht werden, sondern in einem nachhaltigen Marktauftritt der Branchenteilnehmer. Der viel gerühmte Schweizer Standortvorteil könne sich auf härter umkämpften Märkten nur mit Aufrichtigkeit und vorbildlichem Verhalten aufrechterhalten lassen.

Durch Gemeinschaft zum Erfolg


Das einvernehmliche Zusammengehen der Marktakteure gilt den Schweizern als wichtigster Erfolgsfaktor. "Unsere Interessengemeinschaft umfasst Vertreter von Produktion und Handel, Verleger, sowie Hersteller und Großhandel von Neben- bzw. Zulieferprodukten. Alle sind fest entschlossen, auf dem behutsam aufgebauten Erfolgspfad weiter zu wandern", unterstreicht Walter Pretelli die Zielsetzung der ISP. Die steigende Entwicklung der Mitgliederzahlen ist für die Interessengemeinschaft der Indikator, dass immer mehr Branchenteilnehmer begreifen, wie wirksam eine gemeinsame Marktbearbeitung sein kann.

Zentrales Angebot der ISP ist die technische Beratung. Sie umfasst Expertisen- und Gutachtertätigkeit und sorgt damit höchst erfolgreich und effizient für Qualität und Weiterentwicklung im Parkettmarkt.

Nachwuchs stimmt zuversichtlich

Signale aus dem Nachwuchsbereich stimmen den Obmann der Gruppe "Verleger", Guido Vogt, äußerst zuversichtlich. Nach seinen Angaben konnte in den vergangenen sieben Jahren eine stetige Zunahme der Lehrverhältnisse erreicht werden. Die Gewerbeschule Zürich verzeichnet erstmals eine gleiche Anzahl von Auszubildenden in der Parkettlegersparte und im Bodenlegerberuf. Das, so Guido Vogt, war vor wenigen Jahren noch undenkbar.

Um dem teilweise veränderten Marktumfeld künftig mit einem modernen Auftritt begegnen zu können, wird der eidgenössische Parkettleger ab 2011 ein neues Berufsbild erhalten. Damit soll die künftige Sicherung der Nachwuchskräfte garantieren werden. Die Aussichten stehen gut. Wie anlässlich des Modellwettbewerbes 2009 festgestellt werden konnte, ist der Nachwuchs nicht nur in ausreichender Zahl vorhanden, er ist auch aktiv und kompetent.

Ausbau von Leistungen

Mit einem angepassten Organisationsaufbau in der Geschäftsstelle begegnet die ISP den aktuellen Markterfordernissen. Der ehemalige Geschäftsleiter Bernhard Lysser widmet sich innerhalb der ISP fortan den Geschäftsbereichen Technik und Bildung. Die Administrativen wurde an Walter Pretelli übertragen.

aus ParkettMagazin 04/09 (Wirtschaft)