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Eurobaustoff: Gesellschafterversammlung

"Mittelständischer Unternehmergeist überwindet auch Krisenszenarien"

"Grenzen durchbrechen - auf Ideen bauen" - unter diesem Motto stand die diesjährige Gesellschafterversammlung der Eurobaustoff Handelsgesellschaft in Berlin. "Wir haben uns diesen Veranstaltungsort ganz bewusst ausgesucht", betonte Ulrich Wolf, Vorsitzender der Geschäftsführung, in seiner Eröffnungsrede. "Denn Berlin trägt unserem Motto mehrfach Rechnung." Die Gesellschafter forderte er auf, angesichts der Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nicht in allgemeine Panik zu verfallen und stattdessen besonnen die unternehmerischen Ziele im Blick zu behalten.

Zu den Erfolgsgaranten der Kooperation und eines jeden ihrer Gesellschafter zählt Aufsichtsratsvorsitzender Harald Rieth folgende "mittelständischen Attribute": individuell, flexibel, kompetent, leistungsfähig, verantwortungsbewusst gegenüber der Gesellschaft. "Soziologen sehen uns Mittelständler gar als stabilisierenden Faktor für Staat und Gesellschaft." Das einzige, was dem mittelständischen Baustoff-Fachhändler seiner Ansicht nach noch fehle, sei ein größeres Kreativitätspotential. In der Summe sei diese Kreativität in der Kooperation sicherlich vorhanden, wie sich anhand positiver Beispiele immer wieder beweisen lasse. Aber die Gesellschafter würden diese Benchmarks aus den Kollegenhäusern zu selten nutzen. Dabei ließen sich viele Maßnahmen leicht auf das eigene Unternehmen übertragen.

Winter belastete die Umsatzentwicklung

Die Entwicklung des zentral abgerechneten Umsatzes für die ersten fünf Monate des Jahres 2009 bezifferte Rieth mit rund 7% unter Vorjahreszeitraum. "Der strenge Winter in den ersten zwei Monaten hat ein deutliches zweistelliges Minus gebracht. Dieses tragen wir Monat für Monat ein Stück weit ab", erläuterte er. Die Winter der vergangenen Jahre seien zu mild gewesen und würden daher die aktuelle Umsatzentwicklung "verfälschen".

Die soeben veröffentlichten Halbjahreszahlen der Kooperation bestätigen eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Lag Ende Mai das Minus noch bei rund 7%, hat sich der Rückgang per 30. Juni auf 4,37% verbessert. Folglich muss im Juni eine signifikante Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat stattgefunden haben. Der zentral regulierte Umsatz hatte im Jahre 2008 3,77 Mrd. EUR (Vorjahr 3,75) betragen. Der Außenumsatz aller Gesellschafter lag hingegen, wie bereits im Vorjahr, bei knapp unter 9,5 Mrd. EUR.

Eurobaustoff Handelsgesellschaft mbH & Co. KG
Eurobaustoff-Geschäftsführer Ulrich Wolf: "Die Wohn-Investitionsprämie sollte eine europäische Gesamtlösung sein, da der Konjunkturmotor Bauwirtschaft in ganz Europa ins Stottern geraten ist."
Eurobaustoff Handelsgesellschaft mbH & Co. KG
Harald Rieth, Aufsichtsratsvorsitzender der Eurobaustoff Handelsgesellschaft: "Das einzige, was der mittelständische Baustoff-Fachhändler noch vermissen lässt, ist ein größeres Kreativitätspotential."

Ulrich Wolf rief auch angesichts der Umsatzzahlen für die ersten fünf Monate die Gesellschafter auf, sich nicht nervös machen zu lassen: "Wir sind als Baustoff-Fachhändler äußerst krisenerfahren. Das Wegbrechen von Märkten, Engpässe bei der Kreditversorgung und ein ruinöser Verdrängungswettbewerb sind uns seit Jahren vertraut." Man schaue folglich viel schneller nach vorne - und damit auf die Zeit nach der Krise.

"Wohn-Investitionsprämie wäre besser als jede Abwrackprämie!"

Als eine wichtige Maßnahme sieht der Eurobaustoff-Geschäftsführer hier die Forderung einer "Wohn-Investitionsprämie". Damit könnten zum Beispiel alle Bundesbürger im selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhaus mehrwertsteuerbefreit bauen und modernisieren. "Die Wohn-Investitionsprämie sollte eine europäische Gesamtlösung sein, da der Konjunkturmotor Bauwirtschaft in ganz Europa ins Stottern geraten ist", führte Wolf weiter aus und rief den Gesellschaftern zu: "Dies wäre besser als jede Abwrackprämie!"

Die Kooperationszentrale habe die Forderung nach einer Wohn-Investitionsprämie erst vor wenigen Wochen gegenüber dem hessischen Finanzministerium und anschließend sogar gegenüber Bundesfinanzminister Peer Steinbrück vorgetragen. Wolf fordert von der Bundesregierung eine deutliche Weichenstellung in Richtung Wohnungsneubau. Es bedürfe eines neuen "Wohnungsbau-Booms", um einen sich abzeichnenden Engpass in der verfügbaren Wohnfläche auszugleichen. Marktforscher würden den Neubaubedarf in den nächsten Jahren auf jährlich 400.000 Wohnungen schätzen. Tatsächlich gebaut wird derzeit nicht einmal die Hälfte.

aus ParkettInternational 05/09 (Wirtschaft)