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10. Branchentag Holz des GD Holz

2.700 Besucher bestätigen erneut Entscheidung für Köln

Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel konnte mit seinem 10. Branchentag Holz in Köln Anfang November mehr als zufrieden sein. "2700 Besucher, 168 Aussteller auf 158 Ständen mit insgesamt 5000 qm Fläche sind eine sehr gute Bilanz", bilanzierte Hauptgeschäftsführer Dr. Rudolf Luers. Die Zahlen entsprechen im Wesentlichen den Daten der letzten Veranstaltung von 2007.

Nach Zeiten starken Wachstums von plus 11,1 Prozent in 2006, plus 2,75 Prozent in 2007 und ca. plus 2,5 Prozent in den ersten drei Quartalen von 2008 geht der Trend seit dem vierten Quartal 2008 deutlich in die entgegengesetzte Richtung. Am Ende des dritten Quartals 2009 stellt der deutsche Holzhandel einen durchschnittlichen Umsatzrückgang gegenüber der Vorjahresperiode in Höhe von 7,7 Prozent fest, wobei nach Einschätzung des Verbandes der Rückgang eher preis- als mengenbezogen ist.

Holzwerkstoffe und Schnittholz haben durch Preissenkungen besonders stark gelitten. Umsatzzuwächse von 4 Prozent haben sich gegen den Trend in der Warengruppe der Bauelemente (überwiegend Innentüren) ergeben. Der Handel mit Holzfußböden hat nach Aussagen des Verbandspräsidenten Martin Geiger einen Rückgang von ca. 10 Prozent zu verkraften. Sehr schwierig wird das Geschäft im Holzaußenhandel eingeschätzt. Der Einbruch der Märkte weltweit macht den international tätigen Unternehmungen stark zu schaffen. Insgesamt liegt der gesamte Branchenumsatz bei ca. 11 Mrd. EUR, wobei Betriebe mit einer Umsatzgröße unterhalb von 250.000 EUR nicht erfasst werden.

Die weiteren Aussichten werden sehr zurückhaltend beurteilt. Die Zahl der Baugenehmigungen lässt keine Impulse erwarten. Da sich die allgemeine wirtschaftliche Lage voraussichtlich nur langsam erholen wird, sind die Erwartungen für 2010 pessimistisch. Impulse könnten allerdings vom Sanierungsmarkt mit energetischer Sanierung und vom Konjunkturpaket II ausgehen.

Baugewerbe fordert "Abwrackprämie" im Wohnungsbau

Gastredner der Eröffnungsveranstaltung war Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe. Diesem Spitzenverband des Bauwesens sind über die regionalen Fachverbände ca. 35.000 Betriebe in Deutschland angeschlossen. Der Verband repräsentiert ungefähr 66 Prozent der Branche.

Loewenstein, der die engen Abhängigkeiten zwischen der Baukonjunktur und dem Holzhandel hervorhob, führte dem Auditorium sehr deutlich die katastrophale Lage im deutschen Bauwesen vor Augen. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland nur 156.000 Wohnungen gebaut. Noch vor vier Jahren waren es 252.000. Die Fertigstellungen liegen deutlich unter dem Bedarf. Für das kommende Jahr 2010 ist mit keiner Wende zu rechnen, da die Baugenehmigungen weiter rückläufig seien. Diese Entwicklung ist umso absurder, da der Bedarf an Wohnraum durch die zunehmende Anzahl von Single-Wohnungen stetig steigt.

Aus Sicht von Loewenstein sind vier Maßnahmen zur Überwältigung der Krise notwendig:

Konzertierte Aktion aller Verbände mit Einbeziehung der Gewerkschaften
Verdopplung der steuerlichen Abschreibung für Investitionen in Mietwohnungen
Steuerliche Anreize für den Bau von Wohneigentum
Intensivierung des Abrisses und des anschließenden Neubaus von Mehrfamilienhäusern. Eine Sanierung sei in vielen Fällen wegen falscher Grundrisse, fehlender Aufzüge und unzureichendem Schall- und Wärmeschutz nicht mehr ökonomisch sinnvoll.

Besonders enttäuscht zeigte sich Loewenstein über die entsprechenden Passagen im kürzlich ausgehandelten Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung. In einem plakativen Vergleich stellte er die Hypothese auf, dass bei der Abwrackprämie für Kraftfahrzeuge sehr viele Arbeitsplätze in Japan, Korea, Frankreich und Italien gesichert worden seien. Eine vergleichbare Förderung des Wohnungsbaus würde hingegen in Deutschland unzählige Arbeitsplätze sichern und durch Grunderwerb-, Mehrwert- und Mineralölsteuer (für den Transport der Baustoffe) sowie natürlich Gewerbe- und Einkommensteuer bei den beauftragten Bauunternehmungen dazu führen, dass annähernd die Hälfte der jeweiligen Investitionssumme direkt an den Staat zurückfließen würde.

GD Holz Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.
Von links nach rechts: Dr. Rudolf Luers, Hauptgeschäftsführer GD Holz, Martin Geiger, Verbandspräsident, Jürgen Klatt, Verbandsvizepräsident, Thomas Goebel (zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und den Holzeinzelhandel).
GD Holz Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.
Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe.
GD Holz Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.
Frank Waterkamp (l.) und Dirk Waterkamp (re.), die Geschäftsführer von HolzLand Waterkamp, sowie Einkaufsleiter Andreas Eiling nahmen den Branchen-Oscar Woody entgegen.

Zusätzlich forderte er eine reduzierte Mehrwertsteuer auf arbeitsintensive Produktionen und Dienstleistungen, da diese Maßnahme gleichzeitig die Schwarzarbeit wirksam bekämpfen würde. Auch das würde unter dem Strich nichts kosten, da weniger Schwarzarbeit automatisch zu deutlichen Mehreinahmen der Sozialkassen führen würde.

Holzhandelsverband intensiviert Werbung und Service

Der Verband nutzte den Branchentag, über diverse Verbesserungen der Dienstleistung für die Mitglieder zu informieren. Geplant ist eine deutliche Intensivierung der Endverbrauerwerbung, um das Material Holz stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen. Zu diesem Zweck wird das bisherige Verbands-Logo einer Verjüngungskur unterzogen. Die bisherige Tanne bleibt zwar erhalten, sie erhält allerdings eine frische, grüne Farbe und hinzu kommt der Slogan "Holz vom Fach". Das Schulungsangebot soll erweitert werden und weniger auf Beratung, sondern mehr auf Verkauf ausgerichtet werden.

Woody Award für Lueb und Wolters für beste Parkettausstellung

Programmatischer Höhepunkt des 10. Branchentages Holz war die Verleihung des "Woody Award" an 4 Unternehmen der Branche. Ausgezeichnet wurde in der Kategorie "Warenpräsentation" der Holzhändler Lueb und Wolters aus Borken. Das Unternehmen hatte den Mut, im Stilwerk Düsseldorf eine zusätzliche Ausstellung für exklusive Holzböden und Designtüren zu etablieren. Auf rund 350 qm Präsentationsfläche werden in einem designorientierten, modernen und gleichzeitig eleganten Ambiente ausschließlich besonders hochwertige Produkte angeboten.

In den Kategorien "CSR" (soziale Verantwortung der Unternehmung) und "Kundengewinnung - Kundenbindung" gingen die Preise an Holzland Waterkamp sowie Holz Reimann.

Spannend war die Wahl in der Kategorie "Innovatives Produkt". Bedingt durch sehr viele Bewerbungen hatte die Jury eine Vorauswahl getroffen und drei Produkte in die engere Wahl genommen. Zweite Sieger wurden bei der abschließenden Entscheidung die dreidimensionale Paneele SP 300 von Meister Leisten und die Laminat-Kollektion Edition 1 von Parador. Gewinner des diesjährigen "Branchen-Oskars" wurde das Türmodell Alrik der Firma Lebo Doors & Frames.

Der nächste Branchentag Holz wird am 9. und 10. November 2011 in Köln stattfinden.

aus ParkettMagazin 01/10 (Wirtschaft)