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Tendence

Orderlust trotz Besucherverlust


Die konjunkturell schwierigen Zeiten haben bei der Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt tiefe Spuren hinterlassen: Die Zahl der Aussteller sank um 27 % von 2.879 auf 2.091, die der Fachbesucher um 28 % von 70.000 auf 50.000. Dennoch zeigten sich viele Aussteller und Besucher mit dem Verlauf der Messe rund ums Einrichten, Wohnen und Schenken zufrieden. Klar im Trend für die kommende Herbst- und Winter-Saison liegen weiterhin Naturmaterialien und der Mut zu Farbe.

In den eigenen vier Wänden dominieren die Farben Weiß, Beige, Silbergrau und Gold wobei Weinrot, Violett und Lila als Kontrastfarben eingesetzt werden. Deko-Produkte leuchten in der kommenden Saison in intensiven Farben: Neonfarben wie Grün, Pink und Lila werden häufig mit metallisch glitzernden Oberflächen kombiniert. Im Kontrast dazu steht der anhaltende Naturtrend mit sanften Farben wie Weiß, Sand und Stein und Materialien wie Holz, Papier oder Schiefer. Das Spiel mit Kontrasten zog sich durch alle Bereiche, viele Aussteller zeigten einen Mix aus zart und rustikal, heimisch und exotisch - und zwar ruhig und eher dezent und nicht in aufgeregter oder überladener Form.

Im Wohn- und Einrichtungsbereich sind Wand- und Bodenverkleidungen aus Naturmaterialien gefragt; Kleinmöbel und Wohnaccessoires präsentieren sich dabei klar, aber nicht schnörkellos. Bei Stoffen zeigte sich deutlich der Trend zu Luxuriösem in Verbindung mit metallischem Glanz in Schwarz, Silber und Gold sowie tiefen Rot- und Violetttönen.


Bei den Aussteller- und Besucherzahlen zog die Messe Frankfurt ein erfrischend realistisches Fazit ohne jedoch die Situation zu beschönigen. "Die Tendence ist ein Spiegelbild der aktuellen weltweiten Marktsituation. Die Inlandskonjunktur in Deutschland ist im Konsum nach wie vor stabil, im Ausland hingegen gestaltet sich die Situation momentan besonders schwierig", sagte Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Bei der Aufteilung der Flächen ist die Messe künftig in der Pflicht, denn die vielen Freiflächen wirkten ausladend und wurden nur halbherzig kaschiert.

Statt sich hinter den schlechten Prognosen zu verkriechen, hätten viele Aussteller Innovationen gezeigt und mit Individualität und Qualität überzeugt. Ein Trend setzt sich auch bei der Tendence fort: Obwohl die Zahl der Besucher rückläufig ist, sind viele Neukontakte möglich und die Einkaufskompetenz ist sehr hoch - denn die Entscheider besuchen die Messen noch immer. Und die sind laut vieler Aussteller meist sehr professionell und gut vorbereitet und kaufen derzeit bewusst und selektiv ein.

aus Carpet XL 04/09 (Wirtschaft)