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BEB/IBF

Untersuchungen an Zementestrichen unter Verwendung von CEM I- und CEM II-Zementen

Der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) hat das Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) mit der Prüfung von Zementestrichen beauftragt. Dabei wurde der BEB von einigen Fördermitgliedern unterstützt.

Bei dieser Untersuchung wurden die CEM II-Zemente im Vergleich zu den bisher verwendeten CEM I-Zementen untersucht. Ziel der Untersuchung war es, Aussagen zur Eignung der Zemente bei der Herstellung von Zementestrichen zu treffen. Die überprüften Zemente wurden nicht beim Hersteller, sondern deutschlandweit über die BEB-Mitglieder bezogen. Es wurden nur die Zementarten untersucht, die im Leitfaden zur Herstellung von Zementestrichmörteln im Innenbereich (BEB/VDZ) als bevorzugte Zementarten zur Herstellung von Estrichen genannt werden: CEM I, CEM II/A-LL, CEM II/A-S, CEM II/B-S, CEM II/B-T, CEM II und B-M (S-LL).

Unter estrichtechnologischen Gesichtspunkten wurden praxisgerechte Zementestriche hergestellt. Es wurden Frischmörteleigenschaften, Festigkeitsentwicklungen, die Oberflächenfestigkeit, das Verformungsverhalten, der Austrocknungsverlauf und der Ausgleichsfeuchtegehalt untersucht.

Das wichtigste Ergebnis vorab: Bei den durchgeführten Untersuchungen wurden zwischen den mit CEM I-Zementen und CEM II-Zementen hergestellten Zementestrichen keine wesentlichen Unterschiede festgestellt. Alle überprüften Zementestriche wären in der Praxis grundsätzlich geeignet gewesen.

Allerdings fielen einzelne CEM II/B-M (S-LL) durch einen erhöhten Ausgleichsfeuchtegehalte, eine langsamere Austrocknung und größeres Verformungsverhalten auf. Diese Punkte sollten bei der Wahl der Zemente berücksichtigt werden.


Bei den Austrocknungsverläufen lagerten die Proben 3 Tage bei 10C/80% r.Lf., dann bis zum Alter von 28 Tagen bei 20C/65% r.Lf. und abschließend bis zum Erreichen des Ausgleichsfeuchtegehaltes bei 23C/50% r.Lf. (bis zu 132 Tage). Die Feuchtegehalte wurden über die CM-Methode und Darren bei (105 3)C ermittelt. Im Mittel trockneten die Zementestriche zwischen dem 28. Tag und dem Erreichen der Ausgleichsfeuchte noch um etwa 1 CM-% bzw. etwa 1 Masse-% weiter aus. Ein anderes Austrocknungsverhalten wie bei den Untersuchungen von Dipl.-Ing. Werner Schnell im Jahr 1984, auf den die Festlegungen bezüglich der Belegreife von 2,0 CM-% bei Zementestrichen basieren, konnte nicht festgestellt werden. Auch die Messung des Feuchtegehaltes mit der CM-Methode ist bei Zementestrichen, die mit CEM II-Zementen hergestellt werden, uneingeschränkt möglich.

Die Prüfung der Festigkeitswerte bei "Trockenlagerung" zeigte, dass bei ungünstigen Umgebungsbedingungen, die zu einer schnelleren Austrocknung des Zementestrichs führen können, mit Festigkeitsverlusten gerechnet werden muss. Um hier gegenzusteuern, müsste das Festigkeitsniveau der Zementestriche unabhängig von der Zementart angehoben werden, beispielsweise auch durch Einsatz höherwertigerer Zemente.

Wesentliche Unterschiede in der Oberflächenzugfestigkeit der mit CEMI-Zement bzw. CEM II-Zement hergestellten Zementestriche wurden nicht festgestellt. Von Hand geglättete Zementestriche sollten vor der Verlegung von Belägen grundsätzlich angeschliffen werden.

aus FussbodenTechnik 06/09 (Wirtschaft)