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50 Jahre Homag

Mit Kantenanleimmaschine und Mitarbeiterbeteiligung zum Weltmarktführer

1960 schlug die Geburtsstunde der Homag. Seitdem ist aus einem kleinen, schwäbischen Unternehmen ein weltweit agierender Konzern geworden. Mit Maschinen und Anlagen für die holzverarbeitende Industrie hat man sich einen Namen gemacht. Eine Besonderheit: Seit 36 Jahren sind die Mitarbeiter an dem Unternehmen beteiligt.

Schwäbischer Unternehmergeist ist die Grundlage der Homag. Der junge Holzingenieur und Unternehmensberater Gerhard Schuler gliederte Ende 1959 seine Abteilung Vorrichtungsbau aus dem Beratungsbüro aus und gewann als Partner die Schmiedewerkstatt seines Zulieferers Eugen Hornberger. Der übernahm die technische Leitung und wurde auch Namensgeber der neuen Firma. Der Durchbruch gelang 1962 mit einer neuartigen Kantenanleimmaschine mit patentiertem Heiß-Kalt-Verfahren. Eine Weiterentwicklung zur kombinierten Format- und Kantenanleimmaschine revolutionierte 1967 die Möbelproduktion. Über 1.000 Exemplare wurden verkauft.

1987 wurde die Homag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu diesem Zeitpunkt war die Erschließung internationaler Märk-te in vollem Gange. Die Zahl der Vertriebstöchter wuchs und das Unternehmen entwickelte sich zu einer weltweiten Gruppe. Seit Juli 2007 gehört Homag zu den börsennotierten Firmen. Den Hauptanteil hält die Private-Equity-Gesellschaft Deutsche Beteiligungs AG (DBAG).

Obwohl längst Weltmarktführer mit Anlagen für die Platten bearbeitende Holzindustrie, ist die Homag kein anonymer Konzern. Ihre Philosophie entstammt der Tradition des verantwortungsvollen Familienunternehmens. Von großer Weitsicht zeugt die Einführung der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung vor 36 Jahren. Bis heute hat das Unternehmen dabei rund 65 Mio. EUR an seine Beschäftigten ausgeschüttet. Gerhard Schuler: "Unternehmen konkurrieren nicht um Produkte, sondern um die Kreativität und Motivation ihrer Mitarbeiter."

Homag Group AG
Vor dem dreieinhalbstündigen
Rede-Marathon auf der 50-Jahr-Feier:
Gruppenfoto mit Firmengründer
Gerhard Schuler (Mitte).
Homag Group AG
Homag-Vorstandssprecher Rolf Knoll: "Das Schlimmste liegt hinter uns. Wenn wir die Weltmärkte richtig nutzen, sind wir mittelfristig wieder im Aufwind. China ist unser größter Einzelmarkt und auch in Brasilien und Russland wird Wachstum sichtbar."
Homag Group AG
Dr. Dieter Brucklacher (Leitz): "Schwäbischer Fleiß, Tüfteln und Ausprobieren ist das Erfolgrezept. Homag gehört zu den Unternehmen, die wissen, dass der Mensch der wichtigste Faktor ist."

Die Maschinenbaubranche ist gegenwärtig nicht zum ersten Mal konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Homag bleibt trotzdem ein solides Unternehmen, weil die fast 5.000 Mitarbeiter starke Gruppe in der Lage ist, die gesamte Prozesskette der Möbel- und Fußbodenindustrie aus einer Hand abzudecken. Mit weltweit 16 spezialisierten Produktionsgesellschaften sowie 20 konzerneigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften und etwa 60 exklusiven Vertriebspartnern ist der Konzern nach eigener Einschätzung hervorragend positioniert und bietet seinen Kunden darüber hinaus zahlreiche Dienstleistungen im Umfeld der produzierenden Maschinen und Anlagen.

Patente sind das Kapital der Homag


Intellectual Property (IP) ist der englische Begriff für geistiges Eigentum. Soll eine Erfindung geschützt werden, bedarf es eines Patentes. Wann eine Entwicklung patentreif ist und ob sich der finanzielle Aufwand lohnt, ist Sache eines zielgerichteten Patent-Managements. Homag Holzbearbeitungssysteme in Schopfloch hat solch ein funktionierendes, integratives System. Dafür wurde sie Mitte März von der Fraunhofergesellschaft, Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, kurz IAO, mit dem Patent-Management-Award ausgezeichnet. Die Homag Gruppe besitzt bisher über 800 Schutzrechte. Monatlich werden im Durchschnitt vier neue Patente angemeldet.

aus ParkettMagazin 03/10 (Wirtschaft)