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Tarkett

Neuartige Deckschichten aus China

Tarkett kann künftig zur Herstellung von Deckschichten für Mehrschichtparkett schnell wachsende und sich rasch erneuernde Holzarten nutzen. Dazu wurde eine Lizenzvereinbarung mit dem australischen Unternehmen Style Limited aus Melbourne geschlossen. Tarkett kann eine von Style patentierte Technologie nutzen, mit der Härte und Widerstandsfähigkeit solcher Holzarten erhöht werden.

Die australischen Lizenzgeber haben sich in den vergangenen Jahren als Anbieter von Bambus-Bodenbelägen auf dem Heimatmarkt einen Namen gemacht. Seit einigen Jahren unterhält das Unternehmen eine eigene Fabrikationsstätte in China.

Zur Verarbeitung von Bambus setzt Style seit geraumer Zeit auch die so genannte "strand-woven" Technologie ein, was sinngemäß mit "verwebte Fasern" übersetzt werden kann. Das Bambusmaterial wird dabei unter hohem Druck zerquetscht, anschließend in Leim getränkt und zu Blöcken oder Platten verpresst. Nach Aushärtung können aus den Blöcken zum Beispiel Deckschichten für die Herstellung von Mehrschichtparkett mit Blockband- und Gattersägen geschnitten werden. Die Patente von Style basieren auf einer Kaltverpressung von Blöcken.

Tarkett Holding GmbH
Links im Bild ist eine Oberfläche aus den Zweigen des Maulbeerbaumes zu sehen. Diese Deckschicht wird im Strand-Woven-Verfahren hergestellt.

Die Lizenzvereinbarung zwischen Tarkett und Style sieht vor, dass Style die Deckschichten aus Holzwerkstoff ausschließlich in seinem chinesischen Werk fertigen wird. Die anschließende Weiterverarbeitung zu einem 14mm-Mehrschichtparkett plant Tarkett in einem seiner europäischen Werke. Weitere Informationen zu den eingesetzten Holzarten, dem Umfang der Kollektion und der geplanten Markteinführung liegen zur Stunde noch nicht vor. Beide Parteien gehen davon aus, dass das neue Produkt insbesondere für gewerbliche Objekte, die eine besonders gute Widerstandsfähigkeit des Parkettbodens bedingen, eingesetzt werden soll.

Vor einigen Jahren hatte bereits der chinesische Hersteller Z-Giant Stron ein vergleichbares Produkt aus Maulbeerbaumzweigen angeboten. In China werden Maulbeerbäume zur einfacheren "Ernte" der Kokons für die Seidenindustrie extrem beschnitten und erreichen im Plantagenanbau nur eine Höhe von maximal 1,5 m. Jedes Jahr im Frühsommer werden dafür die ca. 1 m langen neuen Triebe des Baumes gekappt. Eben diese Triebe nutzt Z-Giant Stron für sein "strand-woven"-Maulbeerbaumparkett. Die Triebe werden entrindet, wie beim Bambus zu Fasern zerquetscht und anschließend in Leim getränkt und wieder verpresst. Dadurch erhöht sich die Dichte beachtlich.

aus ParkettMagazin 03/10 (Wirtschaft)