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Deutschland

Menge des nachwachsenden Holzes größer als der Verbrauch

Deutschland ist zu ca. 31% bewaldet. Das sind ca. 11 Mio. ha. Der Anteil der Nadelhölzer übersteigt geringfügig den der Laubhölzer. Der jährliche Verbrauch von heimisch gewachsenem Holz liegt nach Angaben des GD Holz bei weniger als 60% des nachwachsenden Holzes. Einem jährlichen Zuwachs von 120 Mio. cbm steht nur eine Nutzung in Höhe von 70 Mio. cbm gegenüber. Auch deshalb wachsen Deutschlands Wälder Jahr für Jahr. Darüber hinaus ist Deutschland aber auch der wichtigste Importeur von Holz innerhalb Europas.

"Holz begleitet uns ein Leben lang. Das Kinderbett, der erste Bleistift, das erste Schulheft, ein Schreibtisch, Bücher, ein Schrank, der eigene Parkettfußboden, die neuen Fenster, ein Klavier, das Fertighaus und schließlich der Sarg", umreißt GD Holz Hauptgeschäftsführer Dr. Rudolf Luers die Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffs Holz. Nach seinen Angaben verbrauchte jeder Bundesbürger im Jahr 2008 rund 1,2 cbm Holz. Diese beachtliche Menge teilt sich in vier wesentliche Sortimentsbereiche.

Größten Anteil mit etwa 47% hat die Herstellung von Papier und Pappe. Trotz Internet und damit möglichem papierlosen Arbeiten ist dieser Bereich in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. An zweiter Stelle steht Nadelschnittholz mit 30%. Insbesondere Fichte und Kiefer werden als Bauholz, als Holz im Garten und in der Möbelindustrie eingesetzt. Die Plattenproduktion (Span- und Sperrholzplatten) belegt mit rund 20% vom gesamten Holzverbrauch den dritten Platz. Erst an vierter Stelle rangiert mit einem Anteil von rund 3% das Laubschnittholz.


Bezogen auf den einzelnen Einwohner liegt der Holzverbrauch in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie bereits vor 100 Jahren. Ein Anstieg des Holzverbrauchs in Deutschland aus heimischen Wäldern um bis zu maximal 50% wäre unproblematisch und in Hinblick auf die Speicherfunktion des Holzes von CO2 zu begrüßen.

Steigerungspotenzial biete insbesondere der Innenausbau. Die Grundsätze der laut Luers in Deutschland "erfundenen" nachhaltigen Waldwirtschaft würden trotzdem noch eingehalten. Es würde dann nämlich nur so viel Holz pro Jahr geschlagen, wie auch tatsächlich nachwächst.

aus ParkettMagazin 03/10 (Wirtschaft)