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ISP-Seminar

Schweizer informieren sich über schnell trocknende Estriche


Ein Halbtages-Seminar über schnell trocknende Estriche der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie (ISP) fand das Interesse von fast 70 Teilnehmern. Drei Referenten deckten das vielschichtige und nicht selten kontrovers diskutierte Thema ab.

Rolf Kirchhofer erläuterte zu Calciumsulfatestrichen Fachausdrücke wie "Ettringit" - ein Gemisch von Calciumsulfat und Zement - sowie "Luftporenbildner", die zu einer Beeinträchtigung der Mörtelfestigkeit führen. Wichtig waren dem Referenten die Prüfpflichten des Parkettlegers und Toleranzwerte gemäß dem Normenwerk des schweizerischen Bauwesens (SIA). Sehr hilfreich für alle Teilnehmer dürfte sich eine von Rolf Kirchhofer selbst erstellte und verteilte Broschüre erweisen, in der alle gängigen Calciumsulfatprodukte einschließlich schnell trocknender Systeme namentlich aufgeführt sind. Vor allem ist in der Broschüre beschrieben, welche Untergrundvorbereitung nötig ist und welche Feuchtewerte einzuhalten sind, bevor ein Bodenbelag auf Calciumsulfatestrichen verlegt werden kann.

Dr. Wolfgang Gaede, Klebag Chemie, befasste sich mit der Zusammensetzung von Zement und Zusatzstoffen, erläuterte die Wirkung von Überschusswasser und machte deutlich, welchen Einfluss Sieblinie und Gleichgewichtsfeuchte auf die Trocknungszeit haben. Zu den Einbaustärken führte er aus, dass "Mehrstärken immer eine Verlängerung der Trocknungszeit erfordern". Mit Nachdruck wies er die Seminarteilnehmer darauf hin, dass alle Estrichsysteme, auch schnell trocknende, stets eine Kontrolle der Restfeuchte erfordern, die auf der Baustelle nur mit dem CM-Messgerät durchgeführt werden kann.

ISP Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie
Rolf Kirchhofer (hinten) hat eine Broschüre erstellt, in der alle gängigen Calciumsulfatprodukte mit Feuchtigkeitsgrenzwerten aufgeführt sind.

Im Schlussreferat behandelte Dr. Frank Radtke CEM I und CEM II-Zemente von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Zement. Der Einstieg erfolgte über eine bildlich unterstützte Darstellung der verschiedenen Wasseranteile in den unterschiedlichen Estricharten und wann und bei welcher Temperatur welcher Wasseranteil freigesetzt wird. Warum die Eigenschaften der verschiedenen CEM-Arten (CEM I und CEM II) in der Schweiz bisher keine kontroversen Diskussionen hervorgerufen haben, erklärte Dr. Frank Radtke mit der Tatsache, dass in dem Alpenland vor allem CEM II eingesetzt wird, der zu einer höheren Festigkeitsklasse führt.

aus ParkettMagazin 01/11 (Wirtschaft)