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Europas Parkett-Industrie steigert Produktion um 4 Prozent

Parkett nach 2 Jahren Flaute wieder im Aufwind

Die europäische Parkett-Industrie ist wieder auf Wachstumskurs, so dass das Stimmungsbarometer der Branche nach zwei schwierigen Jahren wieder auf Hoch steht. Allerdings findet der Aufschwung nicht einheitlich auf allen Märkten innerhalb der Föderation der Europäischen Parkett-Industrie (FEP) statt. Und der Verband beklagt, dass zunehmend verschärfte technische Vorschriften dazu genutzt würden, um nationale Märkte zu schützen.

Mit Europas Parkettherstellern geht es wieder aufwärts. Die Föderation der Europäischen Parkett-Industrie (FEP) als Vertretung von Firmen und Institutionen aus 21 europäischen Ländern korrigierte ihre in der Januar-Prognose veröffentlichten Produktionszahlen nach oben: Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Gesamtproduktion 2010 um 4,1%. Und die allgemeinen Absatzzahlen zeigen ein noch stärkeres Wachstum von 6,8%.

Zurückzuführen sei die Trendwende auf den Wirtschaftsaufschwung des vergangenen Jahres sowie auf das starke Wachstum einiger großer Märkte, heißt es von der FEP. Allerdings seien die Daten in einigen Fällen noch immer eher provisorischer Natur und nochmalige Korrekturen nicht ausgeschlossen.

Zweistelliges Plus in Deutschland

Die Gesamtproduktion im FEP-Gebiet stieg auf ein Volumen von 70,3Mio.m. Damit ist man allerdings noch weit entfernt vom Spitzenwert des Jahrs 2007, als die 100Mio.m-Grenze überschritten worden war.

Bedeutende Steigerungen waren 2010 vor allem in Deutschland (zweistellig in Produktion und Absatz), Österreich und den nordischen Ländern zu verzeichnen. Aber auch die Niederlande, Polen, Ungarn und Tschechien trugen erheblich zum positiven Gesamtbild bei. "Mittel- und Nordeuropa sind - bis auf wenige Ausnahmen - auf einem guten Weg, aber im Süden haben wir noch große Probleme", räumt FEP-Präsident Lars Gunnar Andersen ein.

Mit einem Anteil von 17,7% an der Gesamtmenge bleibt Polen der größte Parkettproduzent in der FEP. Deutschland rangiert mit 15,6% auf dem zweiten Platz vor Schweden mit 13,3%. Nach Produktgruppen liegt Mehrschichtparkett auf einem stabilen Niveau von 78% deutlich vor Massivparkett einschließlich Lamellenparkett. Hier stieg der Anteil von 19 auf 20%, während Mosaikparkett auf 2% gesunken ist (-1%).

FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Parkett-Produktion und -Absatz der FEP-Mitglieder 2010
FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Parkett-Produktion der FEP-Mitglieder
FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie
Parkett-Absatz in den FEP-Mitgliedsländern

Im FEP-Bereich wuchs der Parkett-Absatz (Konsum) um 6,8% auf 92,95Mio.m. Erhebliche Zunahmen waren insbesondere im nordischen Raum, in Deutschland und Frankreich zu verzeichnen. Deutschland ist noch immer der größte Markt. Sein Anteil wuchs sogar um mehr als 2 auf 20,8%. Es folgen Frankreich (13,0%), Spanien (10,8%) und Italien (10,3%). Der Pro-Kopf-Verbrauch an Parkett ist am höchsten in Österreich (0,76 m), der Schweiz (0,70 m) und Schweden (0,63m). Insgesamt stieg der Verbrauch pro Einwohner von 0,21 auf 0,23 m.

Bei den Holzarten ist Eiche mit 65,2% weiter auf dem Vormarsch. Tropische Parketthölzer gehen dem gegenüber erheblich zurück auf 7,5%. Esche und Buche sind nun wieder im Aufwind mit 6,8 bzw. 6,3%.

Handelshürden zum Schutz heimischer Märkte

Aktuell macht man sich in der FEP nicht nur über die Einfuhren von Billigparkett nach Europa Sorgen. Auch die Verschärfung der Bestimmungen für Parkett in einigen EU-Staaten sieht der Verband mit gemischten Gefühlen. So sei in Deutschland das Ü-Zeichen eingeführt worden, über das zumindest anfangs nur sehr wenige Anbieter verfügt hätten. Und in Frankreich wurde eine modifizierte Version der Kennzeichnung von Bauprodukten, Wand- und Bodenbelägen, Farben und Lacken in Bezug auf flüchtige Schadstoffemissionen veröffentlicht.

Lars Gunnar Andersen sieht beide Verordnungen als Maßnahmen zum Schutz heimischer Märkte mittels technischer Handelshürden. "Es mag gute Gründe geben, die Anforderungen in Bezug auf Gesundheit und schädigende Wirkung zu verschärfen", gibt der FEP-Präsident zu. "Aber die Art, wie das getan wird, könnte gefährlich für die Idee des freien und fairen Handels in der EU sein."

aus BTH Heimtex 07/11 (Wirtschaft)