Feuchtwangen führte Fußbodengewerke zusammen

EPF-Messe verzeichnet knapp 4.000 Besucher

Mit einer vergrößerten Ausstellungsfläche sowie einem neuen Konzept - erstmals mit der keramischen Fliese - ist in diesem Jahr die Fachmesse Estrich-Parkett-Fliese (EPF) in der Bayerischen Bauakademie in Feuchtwangen angetreten. Die reine Fußbodenbau-Handwerker-messe konnte damit ihre Attraktivität bei Ausstellern steigern, die Besucherzahlen blieben konstant. Die EPF hat es geschafft, alle am Fußboden tätigen Gewerke in einer Messe zusammenzuführen; der Fachbesucheranteil betrug über 90%.

Die Bilanz der Messe Estrich-Parkett-Fliese (EPF) fällt positiv aus. Fast 4.000 Fachbesucher, 196 Aussteller (+30 im Vergleich zu 2008) und der Erfolg, dass endlich alle am Fußboden tätigen Gewerke in Feuchtwangen vereint waren: Neben den Estrichlegern sind es die Parkett- und Bodenleger und erstmals die Fliesenleger. Leider gab es mit der Agrob Buchtal Deutsche Steinzeug Keramik nur einen Fliesenhersteller, der das Potential der sympathischen Regionalmesse bei der Fliesen-Premiere erkannte. Wahrscheinlich muss man wie bei dem Thema Parkett etwas Geduld aufbringen, bis sich der Nutzen auch in der Industrie herumspricht.

Messeleiter Wolfgang Bux muss bei der Integration dieser Zielgruppe sicherlich auch künftig noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. "Wir waren uns des Risikos bewusst, dass es ein erstes Herantasten der Aussteller und Besucher aus dem Fliesenbereich wird. Entsprechend kann noch nicht von Besucher- und Ausstellererfolgen in diesem Bereich gesprochen werden. Aber wir arbeiten daran und hoffen, dass die Fliese ebenso wächst, wie es das Segment Parkett/Holzböden bei den letzten beiden Messen vorgemacht hat", glaubt Bux. Und er zeigt sich zuversichtlich, zumal die Bayerische Bauakademie immer wieder übers Jahr Teilnehmer aus den Gewerken Estrich, Parkett und keramische Fliese in Seminaren zu gemeinsamen Themen zusammenführt.

Auch die Tatsache, dass die Besucherzahlen mit nahezu 4.000 auf dem Niveau von vor drei Jahren lagen, stimmte die Veranstalter zufrieden. Es gab nur vereinzelt Aussteller-Stimmen, die sich wegen der größeren Ausstellerzahl und der zusätzlichen Fliesenzielgruppe auch automatisch mehr Besucher gewünscht hätten. Tatsächlich hörte man von vielen Handwerkern, dass die Auftragsbücher derzeit so voll sind, dass sich viele einen Messebesuch derzeit zeitlich nicht erlauben können oder wollen. Dies bestätigte auch Dirk Mayer-Mallmann, Marketingleiter von Schönox: "Anhand der Besucherresonanz aus dem Handwerksbereich war zu spüren, dass das Handwerk zur Zeit sehr gut mit Aufträgen ausgelastet ist. Die Fachmesse um die Fliese zu erweitern ist ein nachvollziehbarer und guter Ansatz, der in den kommenden Jahren durch die Präsenz der keramischen Industrie gestärkt werden muss."

EPF in Zahlen

Im Rahmen der von der Messeleitung vorgenommenen FKM-Auswertung - nach den bundesweiten Standards der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen - bewerteten 46 % der Aussteller die Messe mit "gut", 14 % gaben ihr gar die Höchstnote "sehr gut" und 28% waren mit dem Messeplatz Feuchtwangen "zufrieden". 88 % der vertretenen Unternehmen gaben an, neue Geschäftskontakte angebahnt zu haben.

Bei den Fachbesuchern, von den sich über 50% als Entscheidungsträger im Unternehmen bezeichneten, empfehlen stolze 96 % die EPF weiter. 88 % sehen einen beruflichen Nutzen im Besuch dieser Veranstaltung. Der Schwerpunkt der Besucher kam aus Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Der Anteil von Auslandsbesuchern lag in diesem Jahr bei 7,3 %. Traditionsgemäß kamen diese Besucher aus den europäischen Nachbarländern.

Gewerkeübergreifende Messe

Gerade der Blick über den Gewerke-Zaun macht das in seiner Art besondere Spektrum der EPF aus. Die Angebote der ausstellenden Firmen sind informativ, mancher Besucher kann hier zum ersten Mal sehen, wie ein Terrazzo-Belag oder ein Estrich entsteht oder wie vielfältig Parkett allein durch die unterschiedlichen Holzarten und die Formate ist. Gleiches gilt für Keramik, Steinzeug und Naturstein. Kurz: Die EPF greift einen Ansatz auf, den der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) schon seit Jahren verfolgt: Die am Boden tätigen Gewerke zur Zusammenarbeit zu bewegen.


Stimmen zur EPF 2011


Andreas Funke, MKS Funke:
"Der Branchentreff EPF war für uns erfolgreich. Die Messe zeigte deutlich die mittlerweile hohe Akzeptanz professioneller Schleiftechnik im Markt. Neben den Maschinen und Werkzeugsystemen waren für die zahlreichen Fachbesucher vor allem detaillierte Informationen zur Anwendung in der täglichen Baustellen-Praxis von Interesse."

Michael Witte, Lanxess:
"Trotz des für Feuchtwangen ungewöhnlich schlechten Wetters waren sowohl die Messe als auch unser Messestand an allen Messetagen gut besucht. Besonders erfreute uns die Teilnahme der vielen Gäste aus den europäischen Nachbarländern. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste EPF."

Alexis Pimpachiridis, Heidelberger Beton:
"Ich kann mir vorstellen, dass man auch die Zielgruppe der Architekten und Planer für die EPF gewinnen könnte. Die positive Entwicklung bei den Ausstellern und den Gewerken ließe sich dann an weiter steigenden Besucherzahlen ablesen."

Marcus Schrubba, Henkel Thomsit:
"Wir sind mit vielen Kunden ins Gespräch gekommen, haben Neukontakte knüpfen können und unser Themenangebot hat sich als interessant erwiesen. Das war eine tolle Messe. Damit steht für uns heute schon fest: In drei Jahren sind wir wieder mit von der Partie."

Michael Witte, Technik für Bodenleger:
"Wir waren mit der Messe insgesamt zufrieden. Am Samstag hätten es etwas mehr Besucher sein können. Die von der Messe ins Gespräch gebrachte Verlängerung auf den Sonntag halte ich nicht für sinnvoll. Die Besucher kamen überwiegend aus Süddeutschland. Wir möchten an der EPF 2014 wieder teilnehmen."

Karl Heinz Fiedler, Proline:
"Wir haben uns zum ersten Mal mit einem eigenen Messestand an der EPF beteiligt - und diese Entscheidung war absolut richtig. Dank der Qualität der Messebesucher haben wir bestehende Kontakte vertiefen und intensive Fachgespräche führen können. Darüber hinaus ist es uns gelungen, Neukunden zu gewinnen. Keine Frage, nach diesem Erfolg werden wir in drei Jahren wiederkommen."

Günther Hermann, Mapei:
"Insgesamt fiel die Bilanz am Ende der Feuchtwanger-Tage durchweg positiv aus, sowohl was die Zahl der Fachbesucher, als auch die Qualität der Messekontakte betraf. Denn insbesondere durch ihre fast familiäre Atmosphäre bleibt die EPF trotz der hohen Spezialisierung nach wie vor eine Messe mit vielen Gelegenheiten zu Fachgesprächen und zum Austausch."

Ludger Glaap, Brinkmann:
"Ich bin zufrieden, da wir mit unseren wichtigen Kunden gute Gespräche führen und einige neue Kontakte knüpfen konnten. Sogar Kunden aus dem Ausland fanden den Weg nach Mittelfranken. Wer nicht in Feuchtwangen war, hat versäumt, sich auf konzentriertem Raum einen umfassenden Überblick über die Estrichtechnik zu verschaffen."

Norbert Blach, Botament Systembaustoffe:
"Für uns ist die EPF vor allem eine Kontaktmesse, keine Order- oder Verkaufsmesse im klassischen Sinne. Aber aus den Kontakten, die wir hier knüpfen, entstehen immer viele Folgetermine. Und dann machen wir das Geschäft."

Dirk Mayer-Mallmann, Schönox:
"Nach einigen Jahren der Abwesenheit hat Schönox in diesem Jahr wieder als Aussteller an der Fachmesse teilgenommen. Im Mittelpunkt stand das Thema "Ergonomisches Verlegen von Parkett und Designbelägen" mit den Produkten Schönox I-Line und I-Floor. Gesundheitschonendes Arbeiten wird ein immer wichtigeres Thema für den Handwerker. Dies haben die Fachgespräche mit den Verlegern wieder einmal deutlich gezeigt."

Christian Löher, Bona Deutschland:
"Eine Verkaufsmesse ist die EPF für uns nicht, uns geht es ganz klar um Kontakte. Es ist toll, dass man die verschiedenen Gewerke hier zusammenführt. Das wollten wir schon lange, und das hat man auch organisatorisch richtig gut gemacht."
aus FussbodenTechnik 05/11 (Wirtschaft)