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A.S. Création Tapeten AG

Esprit trennt sich von Lizenzen Vorwerk, Parador und A.S. Création betroffen


Der Modekonzern Esprit reagiert mit einem umfangreichen Umbau auf den starken Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011. Wie Vorstandschef Ronald van der Vis dem Handelsblatt sagte, gehört dazu auch eine Neustrukturierung des Lizenzgeschäfts. Alle Lizenzprodukte, die nicht dem textilnahen Bereich Mode- und Lifestyle zuzurechnen sind, sollen mit dem Auslaufen der aktuellen Vertragsperiode beendet werden, bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage von BTH Heimtex. Davon betroffen sind unter anderem der Parkett- und Laminathersteller Parador, Teppichbodenproduzent Vorwerk, der Tapetenhersteller A.S. Création und das zum Möbelproduzenten Steinhoff gehörende Unternehmen Home Collection.

Parador wird nach Angaben von Josi Brunner die Lizenz für die Marke Esprit Home bereits Ende dieses Jahres auslaufen lassen und damit vor dem offiziellen Vertragsschluss. "Unsere Esprit-Produkte sind gut gelaufen", betonte die für Kommunikation zuständige Sprecherin. Von sich aus habe Parador die Partnerschaft nicht aufkündigen wollen. Brunner verwies darauf, dass man darüber hinaus sehr erfolgreich mit der Wohnzeitschrift Schöner Wohnen zusammenarbeite sowie dem Modelabel Laura Ashley.

Wie Parador hat auch Home Collection mit Sitz in Westerstede den Lizenvertrag in beiderseitigem Einverstädnnis zum 30. Juni 2012 gekündigt. Das Unternehmen ist bis dahin noch Lizenznehmer für das Wohnraummöbelprogramm Esprit Home Furniture.

A.S. Création hält dagegen an dem bis 2015 laufenden Vertrag fest. Bis dahin habe man noch ausreichend Möglichkeiten, einen neuen Lizenzgeber zu finden und einen nahtlosen Übergang hinzubekommen. "Wir werden Ersatz finden", sagte Vorstandsvorsitzender Jörn Kämper. Gespräche liefen bereits. Nach seinen Angaben wird A.S. Création bei der Heimtextil 2012 eine neue Esprit-Kollektion vorstellen, die eine Laufzeit von drei Jahren habe, und im kommenden Jahr werde dann die letzte Karte für Esprit Home mit einer Laufzeit bis 2015 auf den Markt kommen. Der börsennotierte Tapetenhersteller setze weiter auf Design- und Unternehmenslizenzen. Partnerschaften bestehen unter anderem mit Schöner Wohnen, Jette Joop und Porsche Design. In diesem Jahr werde eine weitere internationale Marke folgen.


Vorwerk-Gesamtvertriebsleiter Roberto Martinez bedauerte die Entscheidung von Esprit, sieht deren Auswirkung auf das eigene Unternehmen aber als minimal an. "Unsere Teppichfliese Esprit Home Islands ist erst seit dem zweiten Halbjahr 2011 im Markt. Deswegen betrifft uns die Nicht-Verlängerung insgesamt gesehen weniger." Vorwerk werde den Lizenzvertrag erfüllen, der noch bis Ende 2013 läuft.

"Textilien aus dem Home-Bereich, etwa Bettwäsche, wollen wir behalten", sagte Esprit-Chef van der Vis dem Handelsblatt. "Von Lizenzprodukten, die mit Küche oder Bad zu tun haben, werden wir uns dagegen verabschieden. Die bringen der Marke nichts, auch wenn wir damit Gewinn machen", begründete er die Neuausrichtung, die der Marke Esprit neue Strahlkraft verleihen soll. Insgesamt hat Esprit 30 Lizenzen vergeben, davon 13 im Home-Bereich für Parkett und Laminat, Teppiche, Stoffe, Tapeten, Küche und Bad, Lampen sowie Bettwäsche und Matratzen. Mit dem Lizenzgeschäft erwirtschaftete der Modekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 ein Umsatzplus von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz blieb stabil bei 3,2 Mrd. EUR, während der Gewinn um 30 % auf 7,45 Mio. EUR einbrach.

aus BTH Heimtex 01/12 (Wirtschaft)