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Heimtextil 2012, Frankfurt

Viel Trend, wenig Teppich


Die Frankfurter Heimtextil bildet seit je her den Auftakt ins Messejahr. Auch 2012 gab die erste der vier großen europäischen Branchenmessen einen ersten Hinweis auf die Trends und Tendenzen in der Inneneinrichtung. Im Rampenlicht standen wieder einmal die Tapetenanbieter, die seit dem Vorjahr in der architektonisch ansprechenden Halle 3.1 ihre Heimat fanden.

Der Teppich, im letzten Jahr schon ein Nischenprodukt, ist leider noch weniger vertreten als die Jahre zuvor. Bis auf Linie Design aus Dänemark haben sich alle europäischen reinen Teppichanbieter aus Frankfurt verabschiedet. Wer etwas genauer hinsah, konnte aber bei Vorwerk eine weiterentwickelte Teppich-Kollektion finden und auch der Stoffanbieter Kupferoth zeigte moderne Kelims und hochwertige Wollhandtufts.

Des einen Freud - bei Linie Design war immer Leben auf dem Stand - ist des anderen Leid: Raumausstatter, die ein Teppichsortiment pflegen, sind auf jeden Fall gezwungen im Anschluss nach Hannover weiter zu fahren, um auf der Domotex zu sehen, was sich am Teppichmarkt tut.

Abseits der Hallen für die europäischen Raumausstatter und Einrichter floriert auf der Heimtextil seit je her das internationale Großeinkäufergeschäft in den Hallen der asiatischen Produzenten. Doch auch hier bröckelt die Präsenz der Teppichanbieter. Die meist indischen Hersteller, die in den letzten Jahren noch zahlreich vertreten waren, kehrten diesmal Frankfurt größtenteils den Rücken. Nur noch eine gute Hand voll Produzenten zeigte seine durchgehend anspruchsvollen Neuentwicklungen auf der Heimtextil.

Heimtextil Frankfurt
Vorwerk
Heimtextil Frankfurt
Linie Design
Heimtextil Frankfurt
Es waren spürbar weniger indische Produzenten mit einem eigenen Stand auf der Heimtextil.

Interessierte Besucher, die auf der Suche nach Farb- und Mustertrends sind, kommen auf der Heimtextil trotzdem auf ihre Kosten. Die Tapete ist wieder gefragt und die Designer entwickeln sie fleissig weiter. Der Trend ist, dass es keinen gibt. Alles ist erlaubt. Einige Tendenzen sind trotzdem augenfällig: Violett und Beerentöne sieht man immer weniger, grau kommt dafür immer stärker auf die Tapete. Die Muster wirken weniger opulent, als in den Vorjahren, dafür glitzert und glänzt es gern mal an der Wand.

Den besten Überblick über die Farb-, Muster- und Materialtrends konnte man sich im Trendforum machen. Gestaltet wird es vom Trendboard der Heimtextil, das sich aus einem Team von internationalen Künstlern und Designer zusammensetzt.

aus Carpet XL 02/12 (Wirtschaft)