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BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer 2012

Wo kauft der Fachhandel am liebsten Designbeläge ein?

Designbeläge sind seit einigen Jahren die Belagsgattung mit den größten Umsatzsteigerungen in unserer Branche. Alle Handelsstufen freuen sich über Zuwachsraten von teilweise 30%. Dieser Entwicklung trägt BTH Heimtex Rechnung und widmet zum ersten Mal ausschließlich diesem Produkttyp das aktuelle B+L-Kundenbarometer. Es trägt dann auch den Titel "Designbeläge" und nicht "Elastische Beläge" wie in den vergangenen Jahren. Der erste Teil der Befragung ergab, dass der Fachhandel am häufigsten bei Objectflor/Karndean, Windmöller und Amtico kauft.

Designbeläge sind derzeit die angesagtesten Bodenbeläge in der Branche. Mittlerweile wird ihr Anteil am gesamten deutschen Markt auf 12 Mio. m2 taxiert. Damit sind sie im Vergleich zu den "Schwergewichten" wie Laminat und textile Beläge zwar noch relativ klein, ihr Anteil wird aber mit großen Zuwachsraten von bis zu einem Drittel von Jahr zu Jahr größer. Ein Ende scheint noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die jüngsten, erheblichen Investitionen der Industrie (Forbo, IVC, Tarkett, Objectflor sowie die von Unilin angekündigten) in die Errichtung eigener Produktionsanlagen in Europa lässt die Interpretation zu, dass sich die Branche von diesem Produkt auch in Zukunft noch viel verspricht.

Dabei scheint es für alle Handelsstufen unerheblich zu sein, dass es für diese "neue" Produktgattung, deren Anfänge schon in den 1980er Jahren zu verorten sind, bisher noch keine allgemein gültige Definition gibt. Das fängt beim Namen an - sind es Designbeläge, LVT oder Designplanken? Wirft man einen Blick in Endverbraucher-Broschüren findet man oft "Designplanken". Die Branche spricht häufiger von Designbelägen - und hört bei der fehlenden spezifischen Produktnorm auf. Allen Belägen gemein ist eine Nutzschicht aus PVC und das kleine, handliche Format als Planke und/oder Fliese. Ob sich unter der Oberfläche der Kunststoff in den nächsten Schichten fortsetzt oder man dort auf Mittellagen und Gegenzügen aus HDF oder Kork stößt, spielt bei der Kategorisierung bislang keine Rolle. Auch ob die Planken in einer Stufenpresse produziert oder aus einer Bahnenware konfektioniert werden, scheint für die Vermarktung unerheblich zu sein. Jeder, der kann, springt auf den fahrenden Zug auf.

Und auch der Fachhandel räumt Designbelägen mehr und mehr Fläche in seinen Ausstellungen ein. "Design" verkauft sich anscheinend besser als Laminat. Hinzu kommt, dass sich die Hersteller im Hinblick auf die Dekore jenseits von Eiche einfach mehr zutrauen und experimentierfreudiger sind.

Unsere Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Anbieter mit ihren Designbelägen im Westen der Republik stärker vertreten ist als im Osten. Lediglich Amtico und Armstrong stehen bei den Händlern in den neuen Bundesländern höher im Kurs. Produkte von Project Floors konnten hingegen im Rahmen der Umfrage ausschließlich in den alten Bundesländern ermittelt werden.

Neben der Industrie zählen auch Großhandel und Einkaufskooperationen zu den wichtigen Bezugsquellen von Designbelägen für den Handel. Ein Viertel der Befragten nutzen deren Service und beziehen ihre Beläge über diesen Weg - je kleiner der Betrieb ist, desto häufiger. Die Zusammenarbeit zwischen Fachhandel und Großhandel/Kooperationen ist dabei im Osten (36 %) wesentlich intensiver als im Westen (22 %). Je größer der Fachhändler ist, desto häufiger wird er direkt von der Industrie beliefert. Die Direktbelieferung rechnet sich für die Anbieter erst bei einer bestimmten Umsatzhöhe - dann ist der Händler industriefähig.

Tarkett Holding GmbH
Abstract Spring Forest Stripe aus der Allura-Kollektion von Forbo Flooring.
Tarkett Holding GmbH
Bei welchen Anbietern von Designbelägen kauft der Fachhandel ein?

Wie der deutsche Fachhandel seine Lieferanten von Designbelägen im Einzelnen bewertet, lesen Sie bitte im zweiten Teil der Auswertung der Befragung.


BTH Heimtex/B+L-Handelsumfrage - Panel und Methodik


Das BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer Designbeläge wird in zwei Schritten durchgeführt: Im ersten Schritt wird zunächst erfragt, bei welchen Anbietern der Fachhandel überhaupt einkauft - oder anders ausgedrückt: Wie hoch der Verbreitungsgrad der einzelnen Lieferanten beim Fachhandel ist. Diese Befragung erfolgt gestützt aber offen. Die Interviewten können also weitere Bezugsquellen zu den von BTH Heimtex vorgegebenen Unternehmen nennen. Als Ergebnis ist der jeweilige Verbreitungsgrad in Prozent angegeben. Dieser wird zusätzlich aufgeschlüsselt in Ost- und Westdeutschland sowie in Händler mit bis zu zehn Mitarbeitern und solchen mit mehr als zehn.

Im zweiten Schritt bewerten die Händler detailliert die zehn führenden Anbieter von Designbelägen. Für jedes Unternehmen werden 16 Kriterien abgefragt und Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben - darunter objektiv messbare wie Konditionen und Lieferschnelligkeit, aber auch subjektiv empfundene wie Sympathiewert, Kulanz oder Qualität der Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Aus den Antworten hat B+L eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet. Das Gesamtranking nach Durchschnittsnoten basiert auf der Addition aller Ergebnisse eines Anbieters in der 16 Kategorien und der daraus ermittelten Gesamtdurchschnittsnote.

Im Frühjahr 2012 wurden insgesamt 151 klassische Fachhändler und Raumausstatter befragt, im Norden und Süden, Osten und Westen der Republik. Nicht in die Befragung mit eingeschlossen sind Filialisten, der Großhandel und Kooperationszentralen sowie Großflächenanbieter wie Discounter oder C + C-Betriebe.

aus BTH Heimtex 04/12 (Wirtschaft)