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BTH Heimtex Großhandels-Umfrage Farben +Lacke

Wie beurteilt der Großhandel die Farben-Anbieter?

Im Großen und Ganzen sind die Großhändler mit ihren Lieferanten aus der Farben- und Lackindustrie zufrieden. Das ist das Ergebnis der BTH Heimtex Großhandels-Umfrage Farben + Lacke. Als Sieger nach Gesamt-Durchschnittsnote geht daraus wieder Caparol hervor. Den Ober-Ramstadtern dicht auf den Fersen sind die Jonas Farbwerke, die bei den Einzelrankings nach Leistungskriterien sogar eine Bestnote mehr einheimsten als der Marktführer.

Die BTH Heimtex Großhandels-Umfrage Farben + Lacke ist nach fünf Jahren zu einer Institution geworden. Ihre Ergebnisse werden mit Spannung erwartet - auch wenn an der Spitze große Überraschungen bisher ausblieben. Jahr für Jahr hieß es: And the winner is Caparol. Auch in der aktuellen Umfrage steht der Baufarbenhersteller aus Ober-Ramstadt wieder auf dem ersten Platz - allerdings nur noch in der Gesamtbewertung. Der deutsche Marktführer erhielt mit 2,1 die beste Note aller beteiligten Firmen, gefolgt von Alligator, CD-Color, Jonas und Sigma auf Platz zwei (jeweils 2,3). Doch im Ranking der einzelnen Leistungskriterien musste die Tochter der Deutschen Amphibolin-Werke (DAW) von Robert-Murjahn Stiftung Federn lassen. Die Jonas Farbwerke haben mit sieben ersten Plätzen das Ergebnis von Caparol aus dem Vorjahr erreicht, während sich diese mit nur noch sechs Top-Positionen zufrieden geben müssen.

Das Teilnehmerfeld rückt dichter zusammen


Beide Hersteller erweisen sich mit 11 (Caparol) bzw. 10 (Jonas) Platzierungen unter den Top 3 bei den Leistungskriterien als im Großhandel hochangesehene Lieferanten, wobei Caparol und der weiteren DAW-Tochter Alligator in puncto Zukunftsperspektiven und Innovationen als bedeutende Kriterien das größte Entwicklungspotenzial eingeräumt wird. Alles in allem haben aber auch die übrigen in der Umfrage berücksichtigten Firmen keinen Grund zu klagen. Sie rücken in der Bewertung immer weiter zusammen. Die Gesamtdurchschnittsnoten sind in einem sehr engen Spektrum von 2,1 für Caparol bis 3,0 (Büchner-Lacke) angesiedelt. Höchste Anerkennung zollen die Befragten der Produktqualität, die sie über alle Unternehmen hinweg mit der Durchschnittsnote 2,1 einstufen. Sika führt diese Kategorie mit 1,6 an. Danach kommen Jonas (1,7), CD-Color und Caparol (1,9).

Weniger gut kommt die Vertriebsstrategie der Farbenindustrie weg. Vor allem Sieger Caparol erntet für dieses Leistungskriterium eine wenig schmeichelhafte 3,2. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Hersteller sowohl über CMS Caparol Marketing Service an die eigenen bzw. angeschlossene Großhändler liefert als auch über den freien Großhandel. In dieser Mischform tritt das Unternehmen als Konkurrent zu den Grossisten auf. Ähnlich agiert Akzo Nobel mit seinen Profi-Marken Sikkens und Herbol, die an den Fach- und Großhandel sowie über eigene Stores vertrieben werden. Zuständig ist die Akzo Nobel Deco. Sie wurde im vergangenen Jahr in ein reines Vertriebsunternehmen umgewandelt und setzt sich aus der ehemaligen Produktorganisation Akzo Nobel Deco, dem Handelsunternehmen Joh. Peters und der Akzo Nobel Farbe und Heimtex zusammen. Sikkens und Herbol sind beim Vertrieb weit abgeschlagen.

Am zufriedensten sind die Großhändler mit der Vertriebsstrategie von Jonas. Das beweist die Bestnote 2,0. Die Wülfrather haben es geschafft, sich als flexibler und zuverlässiger Partner zu etablieren. Top-Platzierungen erhielt das unabhängige und inhabergeführte Unternehmen auch für sein Preis-Leistungs-Verhältnis, hohe Produktqualität, Konditionen, Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit sowie Managementqualität. Das führt dazu, dass der Großhandel gern dort einkauft. Jonas punktet insbesondere in den Schwerpunktbereichen Geld (Preis-Leistung, Konditionen, Kulanz) und Mensch (Qualität Innendienst/Außendienst, kaufe gern dort). Im Imagebereich (starke Marke, Bekanntheitsgrad und Öffentlichkeitsarbeit) gibt es dagegen noch reichlich Luft nach oben, was sicherlich an den hochwertigen Eigenmarken liegt, die Jonas dem Großhandel liefert. Dieses Feld ist eindeutig die Stärke von Caparol.

Die DAW-Tochter bietet die stärkste Marke, die beste Öffentlichkeitsarbeit und hat den größten Bekanntheitsgrad. Mit 1,2 kassierte das Unternehmen für seine starke Marke und den Bekanntheitsgrad sogar die beste überhaupt vergebene Note. Auf dem ersten Platz im Ranking landete Caparol zudem für seine Sortimentsbreite, Innovationen und gemeinsam mit CD-Color die Qualität des Innendienstes.

Wenn die Farbenhersteller auch insgesamt über hohe Reputation bei den Großhändlern verfügen, zeigt sich doch ein gewisser Abstand zu den Siegern Caparol und Jonas. Nach Einzelkriterien erhalten die nächstplatzierten Unternehmen jeweils nur eine Bestnote. So kommt Alligator auf einen ersten, vier zweite sowie zwei dritte Plätze und spielt damit in der oberen Liga mit, was sich auch in der zweitbesten Gesamtnote dokumentiert.

Im oberen Drittel präsentiert sich auch Dinova, eine Meffert-Tochter, mit der höchsten Bewertung für Kulanz sowie guten Noten für den Innendienst, die Produktqualität und den Service. Ebenfalls sehr zufrieden kann CD-Color sein - mit seinem Innendienst (mit Caparol auf Platz eins) und seinen guten Produkten. Top-Service bietet Diessner, hervorragenden Außendienst die PPG-Marke Sigma und die höchste Produktqualität Sika.

Sorgen müssen sich dagegen die beiden Marken Herbol und Sikkens von Akzo Nobel machen. Gerade was Vertriebsstruktur, Managementqualität und Zukunftsperspektiven angeht, zeigen die Ergebnisse Handlungsbedarf auf. Weitaus besser steht es dagegen um den Bekanntheitsgrad. Hier steht Sikkens mit der Note 1,8 sogar an zweiter Stelle hinter Caparol. Das ist eine gute Basis, auf der die neue Führungsspitze von Akzo Nobel Deco aufbauen kann.

Neue Kategorien


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Unternehmen im Großhandel gut angesehen sind. Die Spitze wird immer breiter. Deshalb hat die BTH Heimtex neue Oberkategorien eingeführt, die für weitere Orientierung sorgen. Wenn es um die Geld-Kriterien Preis-Leistungs-Verhältnis, Konditionen und Kulanz geht, steht Jonas an der Spitze, gefolgt von Conti Kluthe, CD-Color und Diessner (siehe Seite 56). Im Produktbereich (Sortimentsbreite, Produktqualität) steigt eindeutig Caparol ganz oben aufs Siegerpodest. An zweiter Stelle steht Sika, an dritter Sigma. Auch bei den Zukunftskriterien (Zukunftsperspektiven, Innovation, Managementqualität, klare Vertriebsstrategie) liegt Caparol vorn, muss sich seinen Platz aber mit Schwester Alligator sowie Jonas teilen.

Unschlagbar erweist sich Caparol beim Image (starke Marke, Öffentlichkeitsarbeit, Bekanntheitsgrad). Mit großem Abstand folgen Sikkens (Platz 2) und Sika (Platz 3). Dafür erbringt Jonas die beste Dienstleistung (Lieferschnelligkeit, -zuverlässigkeit, Service). Zufrieden sind die Grossisten auf diesem Gebiet aber auch mit Caparol, Alligator und Dinova (Platz 2). Am menschlichsten kommt nach der Umfrage CD-Color mit der besten Durchschnittsnote in den Kategorien Qualität Außendienst/Innendienst und Kaufe dort gern rüber. Es folgen Jonas und Sigma.

Diese Stärken und Schwächen aufzuzeigen ist der Sinn der Großhandels-Umfrage Farben + Lacke. Sie soll Unternehmen deutlich machen, auf welchem Feld sie sich tendenziell noch verbessern und welche Strukturveränderungen sie vornehmen können. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Ergebnisse nur eine Momentaufnahme wiedergeben, die temporären Einflüssen unterliegt. Gedacht ist die Umfrage als Hilfe für die Farbenhersteller, um noch besser auf die Wünsche der Großhändler eingehen und somit die Geschäftsbeziehung weiter festigen zu können. Dabei geht es lediglich um Leistungskriterien; Umsatz und Marktdurchdringung der einzelnen Unternehmen wurden nicht erfragt oder berücksichtigt.

Die Unternehmen im Detail


Alligator genießt als Anbieter hochwertiger Produkte einen guten Ruf beim Großhandel, was seinen Ausdruck in der Gesamtnote 2,3 (zweiter Platz) und sieben Platzierungen unter den jeweils besten drei Unternehmen in den Einzelkriterien findet. Die DAW-Tochter aus Enger überzeugt vor allem durch gute Produkte und Lieferschnelligkeit. Die Kunden kaufen hier deshalb gern (zweiter Platz im Einzelranking) und prognostizieren beste Zukunftsperspektiven (Platz eins), was sich auch in der neuen Oberkategorie Zukunft dokumentiert. Allerdings verschlechterten sich die Umfrageergebnisse leicht: Die beiden Bestnoten für die Qualität des Innendienstes und den Service aus dem vergangenen Jahr konnten nicht gehalten werden. Dabei verbesserte sich die Lieferschnelligkeit von der sechsten auf die zweite Position. Beim Dienstleistungsangebot insgesamt steht Alligator an zweiter Stelle. Auch die Vertriebsstruktur schnitt besser ab. Möglicherweise zeigen sich hier schon erste Auswirkungen des Wechsels in der Geschäftsführung. Guido Cruysen hatte das Ruder zwar bereits im September 2011 übernommen, bis Mitte dieses Jahres stand ihm noch der langjährige Geschäftsführer Hans-Dieter Hiedels zur Seite. Er verabschiedete sich in den Ruhestand. Von Hiedels übernahm der von von PPG kommende Cruysen ein solides Unternehmen, das mit seiner Mutter DAW über Marktmacht verfügt, aber seine Marke noch bekannter machen könnte. Mit den guten Noten für die Zukunft machen die Großhändler deutlich, dass sie Alligator dies zutrauen. Schließlich schätzen sie die Innovationskraft des Herstellers.

Caparol beweist erneut seine nahezu unerreichbare Imagestärke. Der DAW-Unternehmensbereich für Farben, Lacke und Bautenschutz hat den höchsten Bekanntheitsgrad, die stärkste Marke und mit dem Team Ute Schader und Dr. Franz Dörner auch die beste Öffentlichkeitsarbeit. Die Note 1,2 für starke Marke und Bekanntheitsgrad ist gar die beste, die in der Umfrage vergeben wurde. Aber damit nicht genug. Umschlagbar präsentiert sich das Unternehmen auch mit seiner Sortimentsbreite, seiner Innovationskraft und seinem Innendienst. Insgesamt kam es bei den Einzelkriterien sechsmal auf Platz eins, einmal weniger als im Vorjahr. Nach Zahl der Bestnoten musste Deutschlands größter Baufarbenhersteller seine Spitzenposition an Jonas abgeben. Dennoch hat sich das Unternehmen mit dem Elefant als Markenzeichen den Rang als bester Farben-Anbieter mit der Gesamtnote 2,1 erneut erobert. Es landete in 11 Leistungskriterien unter den Top 3. Entsprechend sind auch die Zukunftsperspektiven des von Elmar Schmidt geführten Unternehmens sehr positiv, zumal die Großhändler mit den wichtigen Leistungen wie Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit sehr zufrieden sind. Anders sieht das aus, wenn es ums Geld geht, bei Preis-Leistung, Konditionen und Kulanz. Caparol will eben für seine Leistung adäquat bezahlt werden. Allerdings lässt die Strategie im Vertrieb zu wünschen übrig. In dieser Kategorie liegt das Unternehmen, das sowohl freie Großhändler als auch der DAW-Gruppe angeschlossene/eigene Grossisten beliefert, auf abgeschlagenem Platz. Daraus und aus der unnachgiebigen Preispolitik nach dem Motto "Qualität hat ihren Preis" dürfte auch das eher mäßige Ergebnis für "kaufe dort gern" resultieren.

CD-Color ist bekannt als Premium-Hersteller von Farben und Lacken. Die Großhändler loben vor allem den Innendienst (Platz eins) und die Produktqualität des Herdecker Unternehmens, das 2004 von der Dörken-Gruppen übernommen wurde. Es taucht in der Umfrage in sieben Leistungskriterien unter den jeweils drei besten Herstellern auf. Das liegt nicht nur an der Qualität, sondern auch am guten Innen- und Außendienst und der Lieferzuverlässigkeit. Nach Ansicht der Großhändler hat CD-Color darüber hinaus ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und gute Zukunftsperspektiven. Da wundert es nicht, dass die Befragten gern dort kaufen (Platz zwei). Insgesamt landete CD-Color über alle Kategorien auf dem zweiten Platz. Besonders geschätzt wird die menschliche Note des Unternehmens (Platz eins). Verbessert werden sollte aber der Imagebereich.

Dinova, die sympathische Marke mit dem Dino im Logo, steht vor allem für einen guten Innen- und Außendienst. Der Vollsortimenter aus Königswinter, der einst als neuer Betriebsbereich der Wiesbadener Didier-Werke gegründet worden war und inzwischen zu den Meffert Farbwerken gehört, landete mit seiner Vertriebsteam jeweils auf dem dritten Platz und verbesserte sich damit gegenüber den Ergebnissen vom Vorjahr. Bewährt haben sich auch Lieferschnelligkeit (Platz zwei) und -zuverlässigkeit, so dass Dinova für den Dienstleistungsbereich insgesamt Platz zwei erreicht. Eine Spitzenposition nimmt das Unternehmen erneut für sein kulantes Verhalten ein. Feilen muss der älteste Hersteller von Dispersionsfarben allerdings nach wie vor an seinem Image. Denn Bekanntheitsgrad und Marke, zwei wichtige Kriterien für eine Weiterentwicklung, halten die Großhändler für verbesserungswürdig. Alles in allem sind sie aber ganz zufrieden: Gesamtnote 2,5.

Diessner verteidigt seinen Platz im oberen Mittelfeld. Die Tochter des Trockenmörtelherstellers Sakret erhielt von den Grossisten die Gesamtdurchschnittsnote 2,6 und verbesserte sich damit um 0,3 Punkte. Besonders geschätzt wird die Berliner Lack- und Farbenfabrik für ihren Service. In dieser Kategorie landete sie auf Platz eins. Auch ihr Sortiment stößt auf Zustimmung. Stark ist Diessner weiterhin bei Preis-Leistung, Konditionen und Kulanz. Insgesamt liegt das Unternehmen in vier Leistungskriterien unter den besten drei. Nach wie vor zeigt der Farbenhersteller allerdings Imageschwächen. Offenbar wird er eher als regionales Unternehmen betrachtet. Doch die in letzter Zeit auf den Markt gebrachten innovativen Produkte dürften seinen Bekanntheitsgrad erhöhen. Schließlich wird das Sortiment als hochwertig eingestuft. Lediglich an der Qualität des Außendienstes mäkeln die Großhändler herum und vermissen zudem eine klare Vertriebsstrategie.

Dyrup hat zwar seine Gesamtnote von 2,7 auf 2,6 marginal steigern können. Doch in einigen wichtigen Leistungskriterien sackte der Spezialist für Farben und Holzschutzmittel, der seine Produkte unter dem Markennamen Bondex an Heimwerker und Gori an Profis verkauft, trotz Übernahme durch das weltweit agierende US-Unternehmen PPG Industries ab. So stufen die Großhändler die Zukunftsperspektiven nur noch mit der Note 3,0 ein, nach 2,8 im vergangenen Jahr. Auch das Management verlor an Zustimmung. Nach wie vor punktet Dyrup aber als starke Marke, hier gab es noch bessere Werte als im Vorjahr.

Meffert AG Farbwerke
Ranking über alle Kriterien
Meffert AG Farbwerke
Ranking nach Kriterien
Meffert AG Farbwerke
Die einzelnen Rankings: Preis-Leistung, Konditionen, Kulanz, Innendienst, Außendienst und Kaufe dort gern
Meffert AG Farbwerke
Die einzelnen Rankings: Starke Marke, Öffentlichkeitsarbeit, Bekanntheitsgrad, Sortimentsbreite, Produktqualität und Lieferschnelligkeit
Meffert AG Farbwerke
Die einzelnen Rankings: Lieferzuverlässigkeits, Service, Klare Vertriebsstrategie, Zukunftsperspektiven, Innovation und Managementqualität
Meffert AG Farbwerke
Was ist Ihnen wichtig: Geld, Image, Zukunft? Neue Kategorien geben Orientierung.

Herbol ist eine der ältesten deutschen Marken für Profi-Bautenfarben, die sich in den mehr als 160 Jahren ihres Bestehens einen Namen im Handwerk gemacht hat. Daraus resultiert die gute Note 2,0 für den Bekanntheitsgrad. Doch alle anderen Leistungskriterien der seit 1999 zum niederländischen Konzern Akzo Nobel gehörenden Marke sind durchaus verbesserungswürdig. Am kritischsten wird von den Großhändlern das Fehlen einer klaren Vertriebsstrategie gesehen. Aber auch die Qualität des Innendienstes, die Öffentlichkeitsarbeit, die Lieferschnelligkeit und das Management scheinen nicht ganz den Wünschen der Grossisten zu entsprechen. Dem Kriterium "kaufe dort gern ein" geben sie deshalb auch nur die Note 2,8. Das ist auch die Gesamtnote, damit liegt Herbol im letzten Drittel.

Jaeger Lacke zeichnet sich durch hochwertige Problemlösungen auf dem Gebiet der Farben- und Lacktechnik aus. Doch die haben ihren Preis. Entsprechend mäßig fallen die Noten für Preis-Leistung, Kulanz und Konditionen aus. Ansonsten wird das das mehr als 100 Jahre alte Traditionsunternehmen aus Möglingen geschätzt. Mit einer Gesamt-Durchschnittsnote von 2,6 ist es im mittleren Bereich angesiedelt. Die Großhändler kaufen gern bei Jaeger (2,3). Mit der Vertriebsstrategie sind sie ganz zufrieden, allerdings kritisieren sie die Öffentlichkeitsarbeit.

Jansen konzentriert sich stärker denn je auf Malerspezialprodukte, um als Familienunternehmen im harten Wettbewerb der deutschen Farbenhersteller bestehen zu können. Lacke, Lasuren und Markierungssysteme runden das Sortiment ab, das in seiner Breite trotz der Spezialisierung immer noch eine erfreuliche Note erhält. Auch die Produkte selbst werden von den Befragten als hochwertig angesehen. Nur mit der Innovation klappt es ihrer Meinung nach nicht wie gewünscht. Am Image könnte Jansen noch arbeiten. Für Marke, Öffentlichkeitsarbeit und Bekanntheitsgrad sind nur zufriedenstellende Bewertungen abgegeben worden. Beim Service rangiert das Unternehmen mit der Note 2,8 im unteren Bereich.

Jonas hat sich rasant zu einem Liebling der Großhändler entwickelt. Die Farbenwerke aus Wülfrath sind inzwischen mit Caparol nahezu gleichauf. Belegten sie im vergangenen Jahr noch Platz zwei sowohl bei Durchschnittsnote als auch Zahl der Bestnoten für einzelne Kriterien, haben sie dem Marktführer aktuell in Bezug auf die Kategorien auf den zweiten Platz verwiesen. In der Gesamtbewertung liegt das Unternehmen allerdings mit einer Durchschnittsnote von 2,3 hinter dem Konkurrenten aus Ober-Ramstadt. Alles in allem hält Jonas, was man verspricht: Vielfalt, Qualität, gute Beratung und Service. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität, Konditionen, Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit sowie klare Vertriebsstrategie und Managementqualität heimst Jonas Bestnoten ein. Angesichts dieser Bewertung wundert es nicht, dass die Großhändler am liebsten dort einkaufen. Wie Caparol liegt das Wülfrather Unternehmen in 11 Leistungskriterien unter den 3 besten Unternehmen. Nur als Marke wird das Logo mit dem Wal noch nicht ausreichend wahrgenommen und verfügt über den geringsten Bekanntheitsgrad. Ein Grund mag darin liegen, dass Jonas eher als Lieferant hochwertiger Eigenmarken bekannt ist. Schlecht schneidet der Hersteller auch bei der Sortimentsbreite ab.

Meffert Farbwerke haben mit ihrer Marke Profitec einen festen Platz auf dem Profimarkt. Die Großhändler schätzen vor allem die Sortimentsbreite. In diesem Leistungskriterium steht der Hersteller an zweiter Stelle hinter Caparol. Mit einer Durchschnittsnote von 2,7 ist das Unternehmen insgesamt im mittleren Bereich angesiedelt. Gelobt werden sein Preis-Leistungs-Verhältnis und die gute Öffentlichkeitsarbeit. Immerhin bescheinigen die Großhändler den Bad Kreuznachern, dass sie recht gern bei ihnen kaufen. Sie wünschen sich aber eine klarere Vertriebsstrategie.

Sigma ist eine Marke der PPG Coatings. Die haben in diesem Jahr den Holzschutzhersteller Dyrup übernommen und den Vertrieb von beiden Firmen zusammen gelegt. Sigma landet in allen Bereichen im oberen Feld und kassierte dafür die Gesamtnote 2,5. Damit kommt man auf den sechsten Platz, gemeinsam mit Dinova, Jäger Lacke und Scheidel. Höchste Anerkennung zollen die deutschen Großhändler dem Außendienst. Aber auch die Produktqualität kann sich sehen lassen und die Kulanz wird geschätzt. Eine gute Basis, um noch besser zu werden. Dafür böten sich die Kriterien starke Marke, Bekanntheitsgrad und Öffentlichkeitsarbeit an. In diesem Bereich erscheint Sigma zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ein wenig blass.

Sikkens verfügt über eine hervorragende Grundlage, um sich wieder einen Platz ganz vorn auf dem Profimarkt zu erobern. Die Akzo Nobel-Marke wird als stark, bekannt und mit hoher Produktqualität wahrgenommen. Doch mit einer Note von 3,6 für die Vertriebsstrategie sind die Chancen sehr eingeschränkt. Die zahlreichen Prozess- und Strukturveränderungen der vergangenen Jahre hinterlassen ihre negative Wirkung, es fehlt der rote Faden. Bleibt der Traditionsmarke zu wünschen, dass sie nach der Umwandlung der Akzo Nobel Deco von einer Produktionsorganisation in einen reines Vertriebsunternehmen wieder Fuß fasst und zu alter Stärke zurückkehrt. Es bleibt viel zu tun bei einer Note von 3,3 für "kaufe gern dort" und einem aus Sicht der Grossisten klar verbesserungswürdigen Management.

Südwest Farben und Lacke ist ein Tochterunternehmen der Sto-Gruppe. Die Böhl-Iggelheimer werden geschätzt für ihre hochwertigen Produkte, die sie teils im eigenen Forschungslabor entwickeln. Daraus resultiert der vierte Platz für das Leistungskriterium Innovation. In der neuen Oberkategorie Zukunft, die sich aus klarer Vertriebsstrategie, Zukunftsperspektiven, Innovation und Managementqualität zusammensetzt, kann sich Südwest über die drittbeste Durchschnittsnote freuen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stößt bei den Großhändlern auf Zustimmung. Doch sie meinen, dass der Bekanntheitsgrad größer sein könnte.

Kurz notiert


Alfred Clouth Lackfabrik wird gerne abgekürzt als Clou, der Markenname des Offenbacher Unternehmens. Es sieht sich als Partner für das Holzhandwerk. Außer Clou vertriebt die Lackfabrik über Kooperationen auch die Marken Ponal, Pattex, Teroson, Elch, Gupfo und Asuso. Von den Großhändlern erhielt Clou insgesamt die Note 2,9 und landet damit im unteren Bereich. Zwar punktet man mit Bekanntheitsgrad, starker Marke und Produktqualität, zeigt aber vor allem bei der Qualität des Außendienstes Schwächen. Zudem werden die Produkte offenbar als zu teuer empfunden.

Büchner Lacke gilt als Lackspezialist. Das Unternehmen genießt mit einer Gesamtnote von 3,0 nicht das beste Ansehen bei den Großhändlern. Vor allem seine Innovationskraft wird als schwach angesehen, was sich auch in den Zukunftsperspektiven ausdrückt: letzter Platz. Bessere Noten erhält das Unternehmen für sein Preis-Leistungs-Verhältnis und die Konditionen.

Conti ist der Markenname der Chemischen Werke Kluthe, deren Spezialität Produkte und Verfahren für die Oberflächenbehandlung sind. Das Unternehmen heimst durchweg gute Bewertungen ein, liegt bei Preis-Leistung und Konditionen weit vorn. Aber die Marke könnte noch deutlich gestärkt werden.

Geiger Chemie ist ein Spezialanbieter von Anlaugern, Reinigern, Produkten zur Schimmelbekämpfung, Graffitischutzsystemen, Tapetenablösungen und Isolierungsmitteln aus Engen. Die Großhändler kaufen hier gern ein, schätzen die Produktqualität und Lieferzuverlässigkeit. Dennoch meinen sie, dass die Zukunftsperspektiven nicht besonders gut sind. Das mag unter anderem am geringen Bekanntheitsgrad liegen.

Pigrol Farben ist ein Holzschutzspezialist, der aber auch Wand- und Fassadenfarben im Sortiment hat. Die Großhändler bescheinigen dem Ansbacher Hersteller eine hohe Produktqualität sowie Lieferschnelligkeit. In allen anderen Leistungskriterien gibt es noch Luft nach oben.
Scheidel hat einen guten Ruf als Spezialanbieter hochwertiger Produkte. So fällt auch das Urteil der befragten Großhändler für das Unternehmen aus Hirschaid aus. Sie loben seinen Service, Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit sowie seine Innovationskraft. Eine der erfolgreichsten Markteinführungen ist sind Produkte gegen Graffiti.

Sika überzeugt durch höchste Produktqualität. Der Schweizer Hersteller von bauchemischen Produktsystemen sowie industriellen Dicht- und Klebstoffen mit deutscher Dependance in Stuttgart erntete dafür die Bestnote 1,6. Aber auch sonst loben die Großhändler die Leistungen des Anbieters von Lösungen für den Schutz und die Instandhaltung von Bauwerken, was sich in der Gesamtnote 2,5 und damit dem dritten Platz zeigt. Sika wird als starke Marke mit Zukunftsperspektiven wahrgenommen.

Für Meier Chemie, Novatic und Zero-Lack war die Zahl der Bewertungen diesmal zu gering, um aussagekräftige Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber wie gesagt, es handelt sich bei der Umfrage auf eine Momentaufnahme, die Tendenzen aufzeigt. Im nächsten Jahr können ganz andere Ergebnisse möglich sein.


BTH Heimtex Großhandels-Umfrage Farben und Lacke - Panel und Methodik


Die Exklusiv-Umfrage von BTH Heimtex zur Qualität der Anbieter von Farben und Lacken auf dem deutschen Markt wurde Oktober 2011 schriftlich durchgeführt. Die Großhändler bewerteten ihre Lieferanten mit Schulnoten zwischen 1 (= sehr gut) und 5 (= mangelhaft). Für jeden Hersteller wurden 18 Kriterien abgefragt, darunter objektiv messbare wie Lieferschnelligkeit oder Konditionen genauso wie subjektiv empfundene (Sympathiewert, Qualität der Mitarbeiter und des Managements oder Zukunftsperspektiven). Anschließend wurden sämtliche Noten pro Kriterium zusammengezählt und durch die Anzahl der Nennungen geteilt. Heraus kommen vergleichbare Durchschnittsnoten, die dann die einzelnen Rankings bilden.

aus BTH Heimtex 11/12 (Wirtschaft)