Studie Bodenbelagsmarkt
Stellenmarkt
Branchen-Planer

Belgien Special

Artikel-Archiv


BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer 2012

Laminatböden - Wo kauft der Fachhandel am liebsten ein?

Im Vergleich zu den Ergebnissen des Kundenbarometers Laminatböden 2010, hat es in diesem Jahr eine Reihe von Verschiebungen gegeben. Grund sind sicherlich geänderte Parameter bei der Befragung. Vielleicht zeigen sich hier aber auch erste Anzeichen für einen sich verändernden Markt, denn dem Laminatboden erwächst mit den Designbelägen eine immer stärker werdende Konkurrenz.


Mit wenig Aufwand und ohne große handwerkliche Vorkenntnisse zu verlegen: Laminatböden sind "der" Bodenbelag für Heimwerker schlechthin. Kein Wunder, dass laut der Studie "Der Bodenbelagsmarkt Deutschland / Österreich / Schweiz bis 2013", erschienen im SN-Verlag, der Vertrieb zur Hälfte über die Baumarktschiene vonstatten geht. Vor allem wenn es um höherwertige Produkte geht, kommen Fachhandel und Handwerker ins Spiel. Sie profitieren davon, dass sich im privaten Bereich der Absatz nach oben in das Preissegment zwischen 10 und 15 EUR/m verlagert und Ersatzbedarf häufiger mit mittel- bis hochpreisigen Qualitäten gedeckt wird. Im Objekt spielen Laminatböden eine vergleichsweise geringe Rolle, aber das Preisniveau ist hier aufgrund der besonderen Anforderungen an den Belag erheblich höher. Wurden 2010 etwa 50% der Menge für den Wohnbereich mit Quadratmeterpreisen unterhalb 10 EUR erzielt, waren es im Objekt Qualitäten jenseits der 13 EUR-Marke, mehr als 16% lagen sogar über 20 EUR.

Lange Jahre kannten die Absatzzahlen für Laminat in Deutschland nur eine Richtung: aufwärts. Aber die Erfolgskurve flacht zusehends ab. Nach einem dramatischen Einbruch im Jahr 2008 erholen sich die Verkaufsmengen zwar und sollen 2012 mit 83Mio.m wieder den Wert von 2008 erreichen. Aber schon für 2013 wird ein leichter Rückgang erwartet. Diese Entwicklung hat natürlich etwas mit der gesamtwirtschaftlichen Lage zu tun. Unabhängig davon mehren sich aber die Anzeichen, dass Laminat seinen Zenit zumindest erreicht, vielleicht sogar überschritten hat. Im Objekt müssen sich die Anbieter schon seit längerem der Konkurrenz durch die aufstrebenden Designbeläge erwehren. Die drängen jetzt auch in den Wohnbereich. In mittleren und höheren Preislagen begegnet man sich inzwischen auf Augenhöhe, so dass es zumindest mit Zuwachsraten für Laminatböden in Zukunft vorbei sein könnte. Auch die von uns befragten Fachhändler sehen das so: 84% gaben an, die LVT würden für die Laminatböden in den kommenden drei Jahren zum schärfsten Wettbewerber um die Gunst ihrer Kunden. Andere elastische Beläge (6%), Teppichböden (5%) oder gar Parkett (3%) spielen hier keine allzu große Rolle.

Große Herausforderungen also für die Hersteller, von denen momentan Witex die Nase bei der Verbreitung in den deutschen Fachgeschäften vorne hat. 63% unserer Befragten führen die Produkte der Augustdorfer, die sich damit im Vergleich zur letzen Umfrage aus dem Jahr 2010 um einen Platz verbessert haben. Wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen werden muss, dass sich wichtige Parameter unserer Fachhandels-Befragung geändert haben und sämtliche Ergebnisse daher nur bedingt vergleichbar sind. Mit dem Wechsel zum neuen Partner B+L Marktdaten werden einerseits andere Händler befragt als 2010. Andererseits finden Filialisten keine Berücksichtigung mehr. So spielt Classen im Kundenbarometer 2012 keine Rolle mehr; vor zwei Jahren rangierte das Unternehmen aufgrund seiner großen Verbreitung bei den Filialisten immerhin auf Rang 7.

Mit großem Abstand auf Witex folgen aktuell die Meisterwerke und Parador. Sie bringen es jeweils auf 21%. Beide sind bei Fachhändlern mit mehr als zehn Beschäftigten stärker vertreten als bei kleineren Betrieben. Während das Familienunternehmen aus Meiste (Meisterwerke) bei der West-Ost-Verteilung ausgeglichene Werte vorweisen kann, liegt der Schwerpunkt der Hüls-Tochter (Parador) eher im Westen der Republik.

Mit einigem Abstand folgt auf Rang 4 ter Hürne mit einem Verbreitungsgrad von 13%. Die Produkte findet man im Westen etwas häufiger als im Osten. Im Gegensatz dazu ist Unilin mit seiner Marke Quick Step in den östlichen Bundesländern gar nicht zu finden. Die Belgier bringen es insgesamt auf 12% und damit auf Platz 5.

Etwas überraschend ist die vergleichsweise geringe Marktdurchdringung von Hamberger. Von den Bayern bezog nur jeder 10. Befragte Laminatböden - sowohl im Osten wie im Westen. Alle übrigen Hersteller blieben unter der 10%-Marke. Bis hinunter auf Rang 10 lautet die Reihenfolge Egger (8%, im Westen doppelt so stark wie im Osten), Balterio (6% mit eindeutigem Schwerpunkt im Westen und bei größeren Fachhändlern), Kronotex und Tarkett (je 4%).

Parador GmbH & Co. KG
Bei welchen Anbietern von Laminatböden kauft der Fachhandel ein?

Dass ein niedriger Verbreitungsgrad nicht zwangsläufig auch schlechte Noten in der Einzelbewertung eines Unternehmens nach sich ziehen muss, wird im zweiten Teil unseres Kundenbarometers Laminatböden deutlich.


BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer - Panel und Methodik


Das BTH Heimtex/B+L-Kundenbarometer wird in zwei Schritten durchgeführt: Im ersten wird der Fachhandel gefragt, beim wem er überhaupt Laminatboden einkauft - und damit ermittelt, wie hoch der Verbreitungsgrad, sprich der Marktanteil der einzelnen Lieferanten beim Fachhandel ist. Diese Befragung erfolgt gestützt, aber offen. Es können also zusätzliche Bezugsquellen als die von uns vorgegebenen Unternehmen genannt werden.

Im zweiten Schritt beurteilen die gleichen Händler detailliert einzelne Anbieter mit Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Für jeden werden 16 Benchmarks abgefragt, darunter objektiv messbare wie Lieferschnelligkeit und Konditionen, aber auch subjektiv empfundene wie der Sympathiewert, die Kulanz und die Qualität der Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Aus den Antworten hat B+L eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet.

Befragt wurden im Sommer 2012 insgesamt 150 klassische Fachhändler, Raumausstatter-Betriebe mit Ladengeschäft und Fachmärkte in ganz Deutschland, die alle Laminatboden führen. Filialisten, der Großhandel, Kooperationszentralen sowie Großflächenanbieter blieben bei der Befragung außen vor.

Die Daten werden in der Gesamtheit abgebildet und darüber hinaus zusätzlich differenziert nach West (Händler mit Hauptsitz in Westdeutschland) und Ost (Händler mit Hauptsitz in Ostdeutschland) sowie nach Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern und solchen mit mehr als 10.

aus BTH Heimtex 09/12 (Wirtschaft)