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ABK Open

Premieren-Erfolg wurde noch einmal übertroffen


Halle/Westfalen - Die vom Konzept her für alle Marktteilnehmer der Haustextilien-Branche offene Messe ABK Open traf bei ihrer Premiere im vergangenen Jahr auf durchweg positive Resonanz. Man sprach allgemein von einem schönen Anfangserfolg. Für die zweite Auflage in diesem Jahr stellte sich nun die Frage: War es nur ein Strohfeuer oder erweist sich die Messe als Volltreffer? Nach den zwei Tagen war die Resonanz unter den Ausstellern und Besuchern erneut sehr positiv. Der allgemeine Tenor: Die frühere Hausmesse des Verbandes scheint sich als Ordertreffpunkt der Branche für die zweite Jahreshälfte etabliert zu haben.

ABK-Geschäftsführer Thomas Fehr und sein Organisations-Team hatten sich wegen der großen Zahl an interessierten Ausstellern bemüht, jeden Zentimeter der Ausstellungsfläche im Gerry Weber Event Center für die ABK-Open zu nutzen. Trotzdem konnte man dort nicht alle Firmen unterbringen, die in diesem Jahr gerne ausgestellt hätten. Etwa 25 Firmen stehen auf der Warteliste und hoffen jetzt auf eine Chance für 2013. Viel Hoffnung kann Fehr ihnen derzeit aber nicht machen: "Ich habe bei den Ausstellern herumgefragt, und bisher hat mir noch keiner fürs nächste Jahr abgesagt.'

Generell muss, man, wenn man die Resonanz der Messe beurteilen möchte, die Aussteller in zwei Gruppen unterteilen: Anbieter von modischen Produkten einerseits sowie Weißware und Matratzen anderseits. Schon im letzten Jahr kristallisierte sich heraus, dass die Besucher stärker auf der Suche nach neuen Kollektionen für das zweite Halbjahr waren, weniger nach Schlafsystemen und Bettwaren. Was durchaus einleuchtet, schließlich haben die Anbieter von Schlafsystemen ihren Messehöhepunkt im Januar auf der Möbelmesse und legen nicht zweimal im Jahr neue Modelle auf. Röwa entschied sich daher auch, diesmal nicht wieder dabei zu sein. Anders sieht das bei einer Firma wie Rummel aus, deren Stimmung zwar im letzten Jahr eher verhalten war, die aber in diesem Jahr ein neues Verbandsmodell vorstellte. Klaus Neudecker zog deshalb für dieses Jahr eine deutlich positivere Bilanz als vor Jahresfrist. Andere Anbieter von der nicht-modischen Fraktion waren dennoch froh, ausgestellt zu haben. Timo Hoffmann, Verkaufsleiter von Tempur, berichtete beispielsweise von zahlreichen Kontakten zu verbandsfremden Einzelhändlern und Einkäufern. In das gleiche Horn stieß Jens Schröder von Kauffmann, der im nächsten Jahr gerne wieder dabei sein möchte. Björn Schall von Sanders berichtete von einer guten Kundenfrequenz auf dem Firmenstand.

Für die Anbieter von Bettwäsche und Frottierwaren waren die ABK Open dagegen eine echte Ordermesse. Und Thomas Fehr ließ durchblicken, dass die in Halle getätigten Umsätze und Orders im Vergleich zum Vorjahr durchweg höher ausfielen als im letzten Jahr. Einige Firmen sollen ihre Umsätze dem Vernehmen nach sogar verdoppelt haben, und das auf nicht schlechter Vorjahresbasis. Frank Gänser, Geschäftsführer von Bassetti Deutschland erzählte, dass man am ersten Tag so viele Gespräche hatte, so dass man gar nicht noch mehr Kunden hätte bedienen können: "Die Stimmung war gut, die Messe scheint sich als Ordertermin für die zweite Jahreshälfte etabliert zu haben. Wir sind auch nächstes Jahr wieder dabei.'

ABK Einkaufsverband GmbH & Co. KG
Die Seeterrasse war während der ABK Open ein beliebter Treffpunkt für informelle Messe-Gespräche.
ABK Einkaufsverband GmbH & Co. KG
Thomas Fehr: "Die Zahl der Gäste, also der Besucher, die nicht Gesellschafter der ABK sind, konnten wir mit
550 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln.
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Fachvorträge und Workshops boten Gelegenheit, sich fachlich inspirieren zu lassen. Hier der Kubus der Erlebniswelt Lichtlos.

Schon im letzten Jahr hatten vielen Firmen sich die Präsentation des Unternehmens etwas kosten lassen, auch wenn es noch den einen oder anderen Stand mit Optimierungspotenzial gab. Diesmal war zu beobachten, dass sich die Firmen durch die Bank noch professioneller aufgestellt hatten, mit einem Standbau, der häufig einer Fachmesse angemessen war. Indem die Aussteller außerdem nach Warengruppen räumlich zu Clustern zusammengefasst wurden, ermöglichte man den Besuchern noch kürzere Laufwege als es ohnehin in der überschaubaren Halle der Fall war. Weitere Attraktionen waren Kurzvorträge und Workshops auf der Sonderfläche der so genannten Betten-Lounge. Eine interessante Erfahrung bildete die Erlebniswelt Lichtlos. In völliger Dunkelheit hatten die ABK-Besucher die Gelegenheit, spezielle Produkte neu wahrzunehmen. Unterstützt wurde dieses Projekt von Bauer, Estella, Rummel, Schlafstil und Vossen.

Sichtlich stolz auf die professionell organisierte Veranstaltung in Halle waren die ABK-Mitglieder. Zeigt sie doch, zu welchen Leistungen ihr Verband in der Lage ist. Aber der Titel der Messe signalisiert ja auch deutlich, dass sie nicht nur für die Mitglieder der ABK vorbehalten ist. Dafür wäre der ganze Aufwand dann doch zu hoch gewesen. Ziel ist es, allen Fachhändlern die Gelegenheit zu bieten, sich über aktuelle Sortimente zu informieren. Diese Idee wurde schon im ersten Jahr von zahlreichen Verbandsfremden aufgegriffen. In diesem Jahr stieg die Zahl der Gäste von anderen Verbänden und Gruppierungen noch einmal deutlich an. Am ersten Tag registrierte die Messe-Organisation 350 Gäste, am zweiten Tag waren es noch einmal 200 Gäste. Dazu kamen 140 ABK-Gesellschafter am ersten Tag und 90 Gesellschafter am zweiten Tag. Zum Vergleich: Im letzten Jahr kamen an beiden Tagen insgesamt 300 Gäste nach Halle. Zu sehen waren Mitglieder der ähnlich gelagerten Verbände Bettenring und MZE, aber auch Einkäufer von Möbelverbänden wie Begros und VME sowie aus den Kaufhaus-Konzernen Kaufhof und Karstadt. Wobei von Karstadt Mitarbeiter aus der Essener Zentrale zugegen waren, wie auch Facheinkäufer der Exquisit-Häuser Kadewe oder Alsterhaus. "Es ist schön, wenn auch Gäste kommen, die nicht dem klassischen Fachhandel angehören, aber deshalb denken wir auf keinen Fall daran, die grundsätzliche Ausrichtung der Messe eben auf den Fachhandel zu ändern', betonte Fehr.

Die Aussteller haben weder Kosten noch Mühen gescheut, damit ihre Gäste sich während des Messebesuchs wohl fühlen. So sponserten sie ein für die Gäste kostenloses Catering von morgens bis abends mit Speisen und Getränken. Gelegentlich fuhr das Personal sogar mit einem Wägelchen durch die Gänge und bot auf den Ständen kalte und heiße Getränke an. Eine sehr positive Resonanz bekam im letzten Jahr auch der Branchenabend mit Livemusik und Leckereien vom Grill am ersten Messetag, zu dem alle Besucher eingeladen waren. Auch in diesem Jahr trafen sich die Messeteilnehmer zur Branchenparty, gute Gelegenheit für einen Plausch unter Kollegen oder zwischen Handel und Industrie. Allerdings forderte diesmal König Fußball seinen Tribut: Da die Veranstalter dieses Thema nicht ignorieren konnten, lief das Spiel Portugal gegen Spanien parallel zur Feier auf extra dafür aufgestellten Fernsehern. Darunter litt leider zwangsläufig ein wenig der Zusammenhalt der Party. Im nächsten Jahr ohne Fußball-Großereignis stellt sich dieses Problem jedoch nicht mehr. Die ABK Open 2013 vom 26. bis 27. Juni finden in der fußballfreien Zeit statt.

aus Haustex 08/12 (Wirtschaft)