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BTH Heimtex Großhandels-Umfrage Teppichboden 2013

Wie beurteilt der Großhandel die Teppichboden-Anbieter?

Vorwerk auf Platz 1 sowie Findeisen und Infloor gemeinsam auf dem zweiten sind die Sieger der exklusiven Großhandels-Umfrage Teppichboden 2013 von BTH Heimtex. Die drei Lieferanten erreichen nicht nur die besten Durchschnittsnoten in der Gesamtbewertung vor der Verfolgergruppe mit Forbo Flooring, C/R/O/, Textimex, Anker, Girloon, der Norddeutschen und ITC. Sie entscheiden auch die meisten Einzelkategorien für sich - Vorwerk 9, Findeisen 6, Infloor 5 - und können bei Großhandel und Kooperationen ihre Spitzenposition aus dem Vorjahr ausbauen.

Hersteller und Großhandel textiler Bodenbeläge haben ein wirtschaftlich gemischtes Jahr hinter sich. Die Absätze der deutschen Industrie gaben teilweise um 10% und mehr nach. Im Gegensatz dazu verzeichnet der Bundesverband Großhandel Heim und Farbe (GHF) unter seinen Mitgliedern in diesem Produktsegment durchschnittliche Umsatzzuwächse von 2,1%. Die Absatzvolumina zu halten und auszubauen fällt aber schwer - andere Produktsegmente wachsen dynamischer. Textile Beläge rangieren in den D/A/CH-Märkten zwar immer noch auf Rang 2 hinter Parkett, Laminat und Kork. Nach großen Verlusten bis 2007 konnte sich der Anteil aber bei gut 130Mio.m lediglich stabilisieren.

In solch schwierigen Zeiten überlegen sich Großhändler und Kooperationen noch genauer, von wem sie ihre Produkte beziehen. Umgekehrt ist es für die Industrie besonders wichtig zu erfahren, wo aus Sicht der Kunden ihre Stärken liegen bzw. an welchen Stellen noch gearbeitet werden muss.

Grundsätzlich ist der Wille zu konstruktiver Zusammenarbeit stark ausgeprägt, wie von beiden Seiten immer wieder betont wird. Denn letztendlich sind beide Partner aufeinander angewiesen, wie auch die Studie "Der Bodenbelagsmarkt Deutschland, Österreich und Schweiz bis 2013" aus dem SN-Verlag belegt: Sowohl im Wohn- als auch im Objektbereich hat der Großhandel 2011 rund die Hälfte (45% bzw. 48%) der Tufting-Teppichböden in den Markt gebracht - eine Zunahme von jeweils 2% im Vergleich zu 2009. Schließlich ist der Großhandel in der Lage, die kleinen und mittleren Objekte flächendeckend zu bearbeiten, die die Industrie in dieser Intensität nicht erreichen kann.

Der bessern Übersicht halber hat die Redaktion für die Großhandelsumfrage sechs zusätzliche Oberkategorie entwickelt, in denen jeweils die drei Besten gekürt wurden. Sie fassen die gewohnten 18 Einzelkategorien thematisch zusammen in die Gruppen Geld (Preis-Leistungs-Verhältnis, Konditionen, Kulanz), Mensch (Kaufe dort gern, Qualität Innendienst, Qualität Außendienst), Image (Starke Marke, Öffentlichkeitsarbeit, Bekanntheitsgrad), Produkt (Sortimentsbreite, Produktqualität), Dienstleistung (Lieferschnelligkeit, Lieferzuverlässigkeit, Service) und Zukunft (Managementqualität, klare Vertriebsstrategie, Zukunftsperspektiven, Innovation). Wer auf ein möglichst gutes Image seines Lieferanten Wert legt oder sich doch eher auf einen guten menschlichen Kontakt, kann sich an den sechs neuen Gruppen orientieren. Die Ergebnisse kommen zustande, indem die Durchschnittsnoten der gruppierten Einzelkategorien addiert und im Anschluss durch die Anzahl der zugrunde gelegten Kategorien geteilt werden.

Auch in dieser aggregierten Auswertung dominieren Vorwerk, Findeisen und Infloor die ersten drei Ränge (siehe Seite 52). Vorwerk hat beim Großhandel die Nase vorn in Sachen Produkt, Zukunft und Image. Bei Findeisen hingegen menschelt es ein bißchen mehr und die Ettlingener wissen am besten, wie gute Dienstleistung geht. Großhändler, für die das Monetäre oberste Priorität hat, fühlen sich bei Textimex am besten aufgehoben. Die detailierte Auswertung finden Sie auf den folgenden Seiten.

Egal ob Einzelkategorien oder thematisch zusammengefasst: Die Bewertungen der Lieferanten durch Großhändler und Kooperationen in der D/A/CH-Region sind sowohl von der generellen Meinung über ein Unternehmen geprägt als auch von Momentaufnahmen gespeist. Einkäufer, die sich gerade über einen Außendienstmitarbeiter geärgert oder sich beschwert haben über die dringend benötigte, aber verspätet eingetroffene Ware, werden das beim Ausfüllen der Fragebögen sicher nicht ganz ausblenden können. Das sollte der Leser im Hinterkopf behalten, wenn er die Bewertungen vergleicht.

Insgesamt sind die Ergebnisse für die Teppichboden-Lieferanten in diesem Jahr besser ausgefallen als bei der vorangegangenen Befragung. Viele Hersteller haben sich in den Durchschnittsnoten einzelner Kategorien häufiger verbessert als verschlechtert. Das führte aber nicht automatisch zu einer besseren Platzierung. Denn: Die Konkurrenz in der Teppichbodenindustrie schläft nicht und ist eben insgesamt besser geworden. Das zeigt sich in der Gesamttabelle vor allem im oberen Bereich: Dicht an dicht rangieren die Firmen und müssen sich oft die Platzierungen teilen. Auch deswegen lohnt der Blick in die neu gebildeten sechs Ober-Kategorien.

Anker

Die Objekt-Spezialisten aus Düren haben ihren Notendurchschnitt von 2,5 auf 2,4 verbessert. Sie müssen sich 2013 aber trotzdem mit einem siebten Platz (Vorjahr: 4.) begnügen; das Feld ist enger zusammen gerückt. Immerhin kann Anker mit seiner Produktqualität auftrumpfen: Diese Kategorie gewinnen die Web-Profis. Trotz eines unterm Strich schwierigen Jahres (siehe Bericht Seite 62) ist auf Anker aus Sicht des Großhandels Verlass: Bei Innovation, Starke Marke und Service rangiert das Unternehmen in der Spitzengruppe. Hier zahlen sich die Investitionen aus. Auch der Außendienst kann noch mal eine Schippe drauflegen und hat sich mit der Note 2,2 weit oben etabliert. Hier spielen sicherlich auch die neuen, noch stärker auf die Bedürfnisse des Großhandels abgestimmten Konzepte Sixpack II und Meisterstücke eine Rolle.

Associated Weavers

Der stetige Aufwärtstrend von Associated Weavers setzt sich aus Sicht von Großhandel und Kooperationen mit einer Gesamtnote von 2,7 (2012: 2,9) fort. Das seit zwei Jahren praktizierte Trading up wird mit besseren Noten in fast allen Bewertungskriterien belohnt. Ein erster Platz ist für die Belgier zwar noch nicht dabei, aber bei Preis-Leistung-Verhältnis und Konditionen spielen sie oben mit. Auch die Mitarbeiter in Innen- und Außendienst haben sich nach einem schwächeren Jahr 2011 wieder berappelt und arbeiten besser als zuvor. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der Umstand, dass mit Vertriebsleiter André Peckstadt personelle Kontinuität bei AW im D/A/CH-Markt Einzug gehalten hat und dass sich zwei Key Accounter intensiv um den Großhandel und die Kooperationen kümmern. Die Händler können sich sich auf die Zusagen aus Ronse verlassen, wie die besseren Bewertungen bei Lieferzuverlässigkeit- und schnelligkeit belegen.

Balsan

Balsan ist das französische Schwesterunternehmen von Associated Weavers und gehört ebenso zur belgischen Unternehmensgruppe Belgotex International von Stephan Colle. Die Teppichböden und -fliesen vertreibt in Deutschland das Außendienstteam von AW. Insgesamt schneidet Balsan mit der Durchschnittsbewertung 2,8 etwas schlechter ab als die große Schwester. Punkten können die Franzosen vor allem im Themenfeld Geld und mit der Qualität ihrer Produkte (2,3). Auch Lieferzuverlässigkeit sowie der Innen- und Außendienst werden höher eingeschätzt als in der Vergangenheit. Mit der Sortimentsbreite sind die Händler hingegen weniger zufrieden.

Balta/Domo/ITC

Die Balta-Gruppe ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz in erster Linie mit Teppichböden für den Wohnbereich und den Marken Balta, ITC und Domo unterwegs. Am stärksten im Großhandel ist man mit ITC vertreten. Der Polyamid-Spezialist schneidet auch am besten ab und erreicht einen guten 7. Platz (2,4). Das Ergebnis ist 2013 durchweg positiv für Vertriebsleiter Luc Jongbloet. Mit Ausnahme der Sortimentsbreite konnte sich sein Unternehmen fast überall verbessern. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis arbeitete sich ITC wieder auf den ersten Platz und machte dabei innerhalb eines Jahre eine halbe Note gut. Trotz der Reduzierung des Außendienstteams von 15 auf 9 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich im Zuge der Domo-Integration werden dessen Arbeit und der Service besser bewertet als zuvor.

Balta bewerten Großhandel und Kooperationen zwar mit einer leicht verbesserten, aber nach wie vor nicht erfreulichen Note: 2,9. Das gilt im Großen und Ganzen für das gesamte Ergebnis der Marke, die sich auf Produkte aus Polypropylen und Wolle sowie auf Flachgewebe konzentriert und neben Bau- und Fachmärkten auch den Großhandel beliefert. Man tritt auf der Stelle.

Abtreten wird hingegen bald die dritte Marke der Gruppe für Teppichböden. Ende 2013 erlöschen die Nutzungsrechte für den Markennamen Domo. Dass es daher ingesamt - wie schon im letzten Jahr - die Rote Laterne gibt, ist nicht verwunderlich.

Béwé

Die Außendienstmitarbeiter des Tufters Béwé Tapijt sind gerne gesehen bei den Einkäufern des Großhandels. Denn seine Stärken hat das Unternehmen in der Oberkategorie Geld. Dort rangieren die Niederländer im ersten Drittel der Tabelle. Mit Ausnahme der im Vergleich zu den anderen Tuftern aus Benelux als solide eingeschätzten Vertriebsstrategie und dem als gut bewerteten Innendienst (2,5) kommt Béwé in den meisten anderen Kategorien aber auf keinen grünen Zweig.

C/R/O/

Sauberlauf-Spezialist C/R/O/ macht fast alles richtig in seiner Zusammenarbeit mit Großhandel und Kooperationen. Das Unternehmen verbessert sowohl seine Gesamtplatzierung vom siebten auf den fünften Platz als auch die Note von 2,6 auf 2,3. Ein tolles Ergebnis, auch angesichts der Tatsache, dass sich die Emco-Tochter unter Geschäftsführer Jörg Harbecke in 17(!) der 18 Kategorien verbessern konnte. Der Großhandel schätzt besonders die ausgeprägte Kulanz und hievt C/R/O/ dort an die Spitze des Feldes. Auch die Produktqualität wird auf sehr hohem Niveau gesehen (1,8). Zwar verfehlt das Unternehmen die drei bzw. vier ersten Plätze aus den Jahren 2010 und 2011, aber in der Breite hat man ein erfreuliches Qualitätslevel erreicht. Das zeigen auch die Bewertungen in den aggregierten Gruppen Produkt, Dienstleistung und Zukunft, in denen C/R/O dicht hinter den Spitzen-Trios eingeordnet wird.

Carpet Concept

Die Jab Anstoetz-Tochter Carpet Concept stellt vor allem Objekt-Webprodukte mit hohem Designanspruch her. Die zuvor bereits schwache Verbreitung im Großhandel hat weiter abgenommen. Die Bewertungen fallen insgesamt ähnlich zurückhaltend aus wie ein Jahr zuvor; insgesamt ist das nur der vorletzte Platz. Enttäuscht sein wird man in Bielefeld vor allem darüber, dass man in der Paradedisziplin Innovation 0,2 Punkte eingebüßt hat und aufgrund der verbesserten Konkurrenz vom zweiten Platz ins Mittelmaß gerutscht ist. Positiv: Der Bekanntheitsgrad hat sich um mehr als eine halbe Note auf 2,8 verbessert.

Condor

Lediglich die Hälfte der Befragten führt die Tufting-Produkte von Condor Carpets. Das mag auch daran liegen, dass die Niederländer große Schwächen beim Service offenbaren. Die Produktqualität überzeugt die Grossisten ebenfalls nicht: zweitschlechteste Bewertung. Besser läuft es beim Außendienst, der sich um fast eine Note steigern konnte. Und richtig glänzen kann Condor wieder beim Preis-Leistungs-Verhältnis: zweiter Platz. Auch die Breite des Angebots wird mit der Note 2,3 ganz oben angesiedelt und kann mit den Gesamtsiegern der Umfrage mithalten. Diese klare Unternehmensausrichtung honoriert der Großhandel und sieht gute Zukunftsaussichten für Condor Carpets.

Desso

Fliesenhersteller Desso kann seine Reputation beim Großhandel leicht verbessern. Im Gesamtergebnis (2,7) arbeitet sich die deutsche Vertriebsorganisation der Niederländer unter Verkaufsleiter Objekt Michael Stein aus dem unteren Drittel der Tabelle heraus. Die Desso-Mannschaft hat verstanden, dass man die traditionell gegenüber der Teppichfliese skeptisch eingestellten Grossisten neben den Produktvorteilen auch mit einem verbesserten Service, mehr Kulanz, ausgewogenerem Preis-Leistungs-Verhältnis und einem breiteren Sortiment überzeugen muss und kann.

Dura

Vor dem Hintergrund des im Frühjahr 2012 eröffneten Sanierungsverfahrens in Eigenverantwortung hat der immer noch größte Tufter Deutschlands mit Verunsicherung im Markt zu kämpfen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ist es Führungsmannschaft und Mitarbeitern gelungen, ihre gute Bewertung aus der Befragung des vergangnen Jahres zu wiederholen: Note 2,5. Das ist unter diesen Umständen ein Erfolg. Die Dura bleibt einer der verbreitetsten Lieferanten bei Großhandel und Kooperationen; ihr Außendienst ist einer der beliebtesten. Federn lassen musste das Unternehmen unter anderem wohl aufgrund der neuen, kompakteren Kollektionen in der Kategorie Sortimentsbreite sowie bei Innovation. Dass die Zukunftsperspektiven zum Zeitpunkt der Befragung freundlich ausgedrückt als offen bewertet wurden, ist klar. Wie sich das nach dem 4. Januar 2013 darstellt, bleibt abzuwarten. Dann läuft die Einspruchsfrist gegen den Sanierungsplan aus und die Zukunftsaussichten sollten wieder rosiger werden.

Edel

Obwohl Edel sich im Gesamtergebnis verglichen mit 2012 nur unwesentlich verschlechtert, rutscht die Firma vom Mittelfeld in die Niederungen der Tabelle ab. Nur ein Drittel der Befragten listet die Niederländer. Man kauft dort nicht mehr so gern ein wie früher. Zudem ist das Vertrauen in die Innovationskraft geschwunden und das Sortiment ist den Großhändlern nicht breit genug. Für einen Lichtblick sorgen die Außendienstmitarbeiter. Sie verbessern sich mit der Note 2,5 ins Mittelfeld.

Fabromont

B.I.G. Beaulieu International Group NV
Ranking nach Kriterien
B.I.G. Beaulieu International Group NV
Was ist Ihnen wichtig: Geld, Image, Zukunft? Neue Kategorien sorgen für mehr Durchblick.
B.I.G. Beaulieu International Group NV
Ranking nach Durchschnittsnoten
B.I.G. Beaulieu International Group NV
Die einzelnen Rankings nach Preis-Leistung, Konditionen, Kulanz, Innendienst, Außendienst und Kaufe dort gern.
B.I.G. Beaulieu International Group NV
Die einzelnen Rankings nach Starke Marke, Öffentlichkeitsarbeit, Bekanntheitsgrad, Produktqualität, Lieferschnelligkeit und Lieferzuverlässigkeit.
B.I.G. Beaulieu International Group NV
Die einzelnen Rankings nach Service, Vertriebsstrategie, Zukunftsperspektiven, Innovation, Managementqualität.

Würde es Kugelgarn nicht schon geben, müsste man es erfinden. Denn die meisten Großhändler haben das Produkt von Fabromont im Sortiment - obwohl die Schweizer wohl auch in Zukunft keinen Beliebheitspreis verliehen bekommen. Aber den braucht es anscheinend auch nicht: Fabromont liefert schnell, zuverlässig und mit bester Qualität. Schon das rechtfertigt - natürlich neben der Einzigartigkeit des Produktes - aus Sicht der Einkäufer eine Listung.

Findeisen

Erneut eine beachtliche Leistung erbringen die Mitarbeiter von Findeisen. Das Team um die beiden Geschäftsführer Stephan Naacke und Helmut Wenzel gewinnt wie schon in den vergangenen drei Jahren sechs erste Plätze in den Kategorien Qualität Innendienst, Kaufe dort gern, Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit und -schnelligkeit sowie Zukunftsperspektiven. Zudem entscheidet man die gruppierten Rubriken Mensch und Dienstleistung für sich. Insgesamt schafft Findeisen mit der Note 2,1 den zweiten Platz.

Fletco

Großhandel und Kooperationen machen gerne Geschäfte mit Fletco. Die Außendienst-Mannschaft unter dem erfahrenen Vertriebsleiter Ulrich Marski ist immer willkommen. Die Dänen haben sich in der Gunst der Befragten in das solide Mittelfeld hochgearbeitet. Kein Wunder, wer seinen Service deutlich verbessert, wird von seinen Kunden belohnt. Seine ausgesprochene Stärke, die Innovationskraft, hat das Familienunternehmen noch einmal verbessern können und so zur Spitzengruppe aufgeschlossen (2,5). Verbessern könnte sich der Bekanntheitsgrad, weil man sich in der Vergangenheit auf das Industriegeschäft konzentriert hat.

Forbo Flooring

Wer auf so hohem Niveau wie Forbo Flooring die Qualität seiner Arbeit noch einmal verbessern kann, darf sich glücklich schätzen. Das Team um Geschäftsführer Martin Thewes hat zwar in keiner Kategorie die Nase vorn. Die Paderborner sind aber in der Regel kurz hinter der Spitze anzutreffen und schaffen es dabei sogar, sich von ihren Verfolgern etwas abzusetzen: Forbo landet mit einem von 2,5 auf 2,2 verbesserten Gesamtergebnis - wie 2012, aber dieses Mal allein - auf Platz 4. Grund dafür sind der stark verbesserte Innen- und Außendienst und das gestiegene Empfinden des Großhandels, bei Forbo gerne zu kaufen. Zudem landet das Unternehmen bei den Kategorien Image und Zukunft unter den besten drei Lieferanten - bei "Mensch" folgt es direkt dahinter.

Ideal/B.I.G.

Mit wohl dosierten aber konsequenten Schritten wollten sich General Manager Yves Bonne und D/A/CH-Vertriebsleiter Guy Hoste von Ideal, der Tufting Division von B.I.G., Terrain im Großhandel zurück erobern. Das versprachen die beiden im Sommer 2012 und offenbar sind sie auf dem richtigen Weg: Die Gesamtbewertung fällt schon etwas besser aus als im Vorjahr. In den zusammengefassten Kategorien Zukunft, Geld und Mensch landet Ideal im guten Mittelfeld. Im Großen und Ganzen hat man sich überall leicht verbessert, der Außendienst macht sogar fast eine halbe Note gut. Nur am Service hapert es.

Infloor/Girloon

Guter Service und eine klare Vertriebspolitik sorgen beim Großhandel für Vertrauen und sind die Basis für kontinuierlich gute Geschäftsbeziehungen. Infloor bietet aus Sicht seiner Kunden beides: Hier macht den Westfalen kein Wettbewerber etwas vor. So erlangt das Unternehmen sechsmal Platz 1 und im Gesamtergebnis den zweiten Rang - noch gemeinsam mit Findeisen, aber das Ansehen beim Großhandel steigt von Jahr zu Jahr.

Die Tochter reicht nicht ganz an den Erfolg der Mutter heran. Trotzdem machen Großhandel und Kooperationen auch mit Girloon gerne Geschäfte. Insgesamt kommt Platz 7 und die Note 2,4 dabei heraus.

Interface

Interface ist Weltmarktführer bei Teppichfliesen. In Deutschland hat man im vergangenen Jahr in der Bewertung des Großhandels auf der Stelle getreten. 2013 gibt es eine leichte Tendenz nach oben. Sowohl der Innen- als auch der Außendienst kann die Grossisten mit seiner Arbeit besser überzeugen. Auch wohl deswegen kauft der Handel wieder lieber bei Interface ein (2,5) als ein Jahr zuvor (3,2). Achten müssen die Krefelder darauf, dass ihre Lieferzuverlässigkeit und -schnelligkeit nicht weiter nachlassen. Nur dann kann Interface sein Ziel auch erreichen, in Zukunft mehr über den Großhandel abzusetzen.
Lano

Der belgische Tufter und Weber für Wohn- und Objektbereich will sich auf das hochwertige Segment konzentrieren. Seine Produkte finden sich nur bei etwa der Hälfte der befragten Großhändler und Kooperationen. Unter der Führung von Mitinhaber Joe Lano und D/A/CH-Vertriebsleiter Harald Silbersack macht das Unternehmen im Vergleich zu 2012 Boden gut, verlässt den Tabellenkeller und erzielt mit der Note 2,7 einen Platz im Mittelfeld (2012: 3,0). Zudem kann sich Lano in einigen Kategorien deutlich verbessern, etwa bei "Kaufe dort gern" und den Zukunftsperspektiven.

Norddeutsche Teppichfabrik

Nordpfeil beansprucht für sich die Attribute Zuverlässigkeit, Service und Qualität. Das bescheinigen dem Unternehmen auch die Kunden aus dem Großhandel. Man kauft nach wie vor gerne in Geesthacht. Die meisten Befragten haben Nordpfeil-Produkte gelistet. Insgesamt kommen die Norddeutschen wieder auf den siebten Platz und können ihre Beurteilung sogar von 2,6 auf 2,4 verbessern. In vielen Kriterien bestätigt das Unternehmen die Qualität der vergangenen Jahre. Der Innendienst ist immer noch einer der besten der Branche. Die Kollegen im Außendienst konnten zulegen. Auch Konditionen und Kulanz beurteilt der Handel besser als noch vor Jahresfrist. Nur: Die Konkurrenz schläft nicht und zieht trotz der Steigerung der Norddeutschen in mancher Beziehung vorbei. Trotzdem glauben die Großhändler an eine solide Zukunft des Unternehmens (2,5).

Object Carpet/Toucan-T

Eindrucksvoll meldet sich Object Carpet in seiner Paradedisziplin zurück: Nach einem Absturz im vergangen Jahr mit einer mageren 2,9 schätzt der Großhandel die Innovationskraft des Unternehmens wesentlich besser ein. Der Objekt-Spezialist ist wieder im Spitzenquartett. Auch die Außendienstmitarbeiter gehören zu den besten der Branche. "Kaufe dort gern" heißt es allerdings nicht so häufig. Auch der Vertriebsstrategie überzeugt die Großhändler nicht so ganz (3,0).

Unternehmenstochter Toucan-T ist nur wenig verbreitet unter den Bodenbelagsgrossisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In der Bewertung schneiden die Krefelder schlecht ab und landen auf den hinteren Plätzen.

Otto Golze/Astra

Ihrem soliden Ruf im Großhandel wird die Firma Otto Golze mit seiner Marke Astra auch in diesem Jahr gerecht. Der Lieferant von abgepassten Teppich, Türmatten und Sauberlaufprodukten landet wieder auf einem Platz im Mittelfeld, kann dabei seine Gesamtnote leicht auf 2,6 hochschrauben. Die Kunden schätzen vor allem die zuvorkommenden Mitarbeiter des Innendienstes und die Breite des Sortiments, die als fünftbeste bewertet wird.

Textimex

Nadelvlies-Anbieter Textimex hat einen gewaltigen Sprung gemacht. War das verhältnismäßig kleine Unternehmen im vergangenen Jahr noch nur auf Platz 10 gelandet (2,7), hievten Großhandel und Kooperationen die Geschäftsführende Gesellschafterin Gertrud Oettgen mit ihrer Mannschaft jetzt auf einen beachtenswerten fünften Rang (2,3). Das Erfolgsrezept könnte sein, dass das Unternehmen die besten Konditionen bietet und zudem viel Wert legt auf ein hohes Dienstleistungsniveau. In der neuen Kategorie Dienstleistung erreicht Textimex hinter Findeisen und Infloor den dritten Platz. Dazu passt, dass man sich in den Kategorien Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit auf den zweiten Platz hoch gearbeitet hat und sich der Innendienst um eine halbe Note verbessern konnte: Rang 2. Allein die Sortimentsbreite wird als etwas schlechter wahrgenommen.

Tretford/Weseler Teppichfabrik

Die Meinung des Großhandels über die Weseler Teppichfabrik hat sich verbessert. Bislang wurde das Unternehmen stets für seine Konditionen kritisiert. Doch der Hersteller der Tretford-Rippe hat sich in dieser Rubrik um fast eine halbe Note verbessert und die rote Laterne abgegeben. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei "Kaufe dort gern". Boden gut gemacht haben Innen- (+0,6) und Außendienst (+0,3), auch die Liefergeschwindigkeit hat sich nach Einschätzung der Kunden verbessert.

Seine Spitzenpositionen halten kann Tretford bei der Produktqualität, der durch das Agentursystem stringenten Vertriebsstrategie, der stark Marken, Bekanntheitsgrad sowie Öffentlichkeitsarbeit. Deutlich unzufriedener hingegen als in der Vergangenheit sind die Händler mit der Sortimentsbreite der Weseler. Hier rutschen sie um mehr als einer halbe Note ab auf 3,3 und damit den letzten Platz ab. Insgesamt entspricht das einer leichten Verbesserung von 2,8 auf 2,6; solides Mittelfeld.

Vorwerk

Erfahrene Vertriebsleute wissen, dass erst der Folgeauftrag eines neuen Kunden zeigt, ob das Gesamtpaket stimmt. Seine Abnehmer dann über einen langen Zeitraum immer wieder erneut zufrieden zu stellen, ist die fast noch höher zu bewertende Leistung eines Unternehmens. Vorwerk schafft nicht nur dieses "Kunststück" bei Großhändlern und Kooperationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Hamelner sind im Stande, ihre formidables Ergebnis aus dem vergangenen Jahr zu toppen - sowohl insgesamt als auch in den Einzelkategorien: Gesamtnote 1,9 (2012: 2,2) und neun statt acht erster Plätze in den Kategorien Qualität Außendienst, Starke Marke, Öffentlichkeitsarbeit, Bekanntheitsgrad, Sortimentsbreite, Produktqualität, Zukunftsperspektiven, Innovation und Managementqualität. Vor dem Hintergrund von Absatzrückgängen und einer Konkurrenz, die sich ebenfalls verbessern konnte, ein beeindruckendes Ergebnis.


BTH Heimtex - Großhandels-Umfrage Textile Bodenbeläge


Die Exklusiv-Umfrage von BTH Heimtex zur Qualität der Anbieter textiler Bodenbeläge und Sauberlaufprodukte auf dem deutschen, österreichischen und schweizerischen Markt wurde im November/Dezember 2012 schriftlich durchgeführt. Die Großhändler bewerteten ihre Lieferanten mit Schulnoten zwischen 1 (= sehr gut) und 5 (= mangelhaft). Für jeden der insgesamt 29 Hersteller wurden 18 Kriterien abgefragt, darunter objektiv messbare wie Lieferschnelligkeit oder Konditionen genauso wie subjektiv empfundene (Sympathiewert, Qualität der Mitarbeiter und des Managements oder Zukunftsperspektiven). Anschließend wurden sämtliche Noten pro Kriterium zusammengezählt und durch die Anzahl der Nennungen geteilt. Heraus kommen vergleichbare Durchschnittsnoten, die dann die einzelnen Rankings bilden.

aus BTH Heimtex 01/13 (Wirtschaft)