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Deutscher Parkettverband öffnet sich für neue Mitgliedergruppen

Parkettproduktion weiterhin im Aufwind

Gute Nachrichten aus der deutschen Parkettindustrie: Die Produktionszahlen steigen weiter an. Der Branchenverband VDP denkt aber schon an die Zukunft und wird nach einer Satzungsänderung zukünftig auch heimische Firmen mit Werken in Europa und Veredler von Parkettprodukten aufnehmen. Außerdem gibt es jetzt eine Webseite, auf der Verstöße gegen die abZ-Pflicht gemeldet werde können.

Positiv entwickelt sich nach wie vor die deutsche Parkettindustrie. Der Branchenverband VDP konnte für das dritte Quartal 2012 ein Plus von 4,3% auf 2,3Mio.m verkünden. In den ersten neun Monaten ist die Menge um 4,1% auf 7,2Mio.m gestiegen. "Das ist bei Hartbelägen nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man beispielsweise auf die Laminatbranche schaut", kommentierte der VDP-Vorsitzende Michael Schmid die Zahlen.

Momentan sind es vor allem mehrschichtige Landhausdielen, die die Produktionsmenge nach oben treiben. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum konnten sie allein im dritten Quartal um 27,7% auf rund 878.000 m zulegen. Ähnliche Steigerungsraten weisen mit +21,0% auch massive Parkettdielen auf, allerdings auf erheblich niedrigerem Niveau.

Preisdruck durch Importe

Abwärts ging es für Schiffsböden (-4,9%), zweischichtigem (-11,9%) und Stabparkett (-14,5%). "Alle wollen nur noch Filet und die Leberwurst bleibt liegen", bedauerte Michael Schmid. Offenbar seien nur noch große Formate in Eiche gefragt. Für die Hersteller bedeute diese Konzentration eine Verringerung der Margen. Gleichzeitig wachse der Preisdruck durch Importe aus aller Welt. Den heimischen Produzenten "bleibt kaum die Luft zum Atmen".

Und das zu einer Zeit, in der die deutschen Verbraucher vermehrt zu Parkett greifen. Vom scharfen Einbruch in den Jahren 2008 und 2009 hat sich der Markt erholt und befindet sich seit 2010 auf Wachstumskurs. Mit 20,7Mio.m wurde das Vorkrisenniveau bereits Ende 2011 erreicht, nach aktueller VDP-Schätzung wird sich das Marktvolumen bis Ende 2012 noch einmal um 2,7% auf dann 21,2Mio.m erhöhen. "Angesichts der nach wie vor unsicheren Zukunftsprognosen aus Politik und Wirtschaft investieren die Menschen in Deutschland verstärkt in bleibende Sachwerte und die eigenen vier Wände", lautet die Einschätzung des VDP-Vorsitzenden. "Ein bleibender Wert ist dabei sicherlich Parkett, das bei den Wünschen der Bauherren ganz weit vorne rangiert."

VDP Verband der Deutschen Parkettindustrie e. V.
Unter Führung des Vorsitzenden Michael Schmid öffnet sich der VDP auch Veredlern von Parkettprodukten.

Meldestelle für Produkte ohne abZ

Damit das auch so bleibt, hat der Verband zum Schutz von der Verbraucher im Internet eine Möglichkeit geschaffen, Parkettprodukte ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung zu melden. Die abZ ist in Deutschland zwingend vorgeschrieben und umfasst auch eine Emissionsprüfung. Ohne diese können mögliche Gesundheitsrisiken beim Einbau nicht ausgeschlossen werden - sowohl für Verbraucher als auch für den Verleger. Mit der Webseite www.parkett-meldestelle.de soll die Marktaufsicht unterstützt und einem möglichen Verruf von Parkettböden zuvor gekommen werden.

Schotten & Hansen neues Mitglied

Um den tatsächlichen Marktstrukturen besser gerecht zu werden, hat der VDP seine Satzung geändert. Jetzt steht er auch deutschen Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa offen. Ebenso können Veredler von Parkettprodukten aufgenommen werden.

Dieser Änderungen hätte es für den jüngsten Zugang unter den VDP-Mitgliedern nicht bedurft: Der Holzdielenhersteller Schotten & Hansen hat sich zum 1. Januar 2013 dem Industrieverband angeschlossen. Das inhabergeführte Unternehmen produziert mit rund 110 Mitarbeitern ausschließlich im bayerischen Peitingen.

aus BTH Heimtex 01/13 (Wirtschaft)