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Tarkett: Marktanteile bei Designbelägen stetig erhöhen


Im April bringt der Bodenbelagshersteller Tarkett mit seinem ,Starfloor-Click-Sortiment erstmals eine echte Klick-Variante auf den Designbelag-Markt. Auch ein Einstieg in den Baumarktbereich ist zumindest angedacht. Vertriebsleiter Albert Waibel erwartet, dass die Bedeutung von Designbelägen in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Gerade im Discount und DIY-Bereich sieht er ein enormes Wachstumspotenzial.


ParkettMagazin: Welche Bedeutung haben Designbeläge in der Geschäftsbilanz von Tarkett?

Albert Waibel: Genaue Zahlen veröffentlichen wir nicht, aber das Kuchenstück ist an der Gesamtsumme von kleiner Bedeutung, da wir ja auch jetzt erst richtig starten. In Zukunft sollen die Designbeläge die gleiche Rolle spielen wie alle anderen Böden in unserem Sortiment. Wir wollen in den nächsten Jahren stetig unsere Marktanteile erhöhen, was ein hartes Stück Arbeit sein wird. Unsere Zielsetzung ist es, eine führende Position im deutschen Markt zu erreichen.

ParkettMagazin: Zu Lasten welcher Beläge geht die immer weiter wachsende Beliebtheit der Designbeläge?

Albert Waibel: Es leiden mehrere. Der Schwerpunkt liegt sicherlich beim Laminat. Meiner Meinung nach haben die Laminatabsätze den Zenit überschritten; ihr Anteil am Gesamtmarkt wird weiter schrumpfen. Das sehe ich doch schon allein in meinem Bekanntenkreis. Da kommt man zu Freunden in die Wohnung und sieht einen Designbelag am Boden. Was man sich vor drei Jahren noch gar nicht vorstellen konnte, ist heute völlig normal. Auch bei Verbrauchern, die grün angehaucht sind. Einfach weil es gut aussieht. Zudem sind Designböden umwelt- und fußfreundlich, trittleise und pflegeleicht. Das sind alles tolle Argumente für den Renovierungsmarkt.

Auch bei günstigen und mittelteuren Teppichböden ist ein Rückgang festzustellen. Als drittes ist Linoleum zu nennen, vor allem im Objektbereich.

Auch große Wohnungsbaugesellschaften, die früher auf Linoleum zurückgegriffen haben, verwenden immer häufiger Designbeläge. Diese Entwicklung wird auch anhalten. Im Discount- und DIY-Bereich fängt es ja gerade erst an. Das heißt, es wird eine Explosion geben in den nächsten drei Jahren.

ParkettMagazin: Haben Sie für die Designbeläge eine andere Vertriebsschiene?

Albert Waibel: Nein, dieser Bereich ist in unsere bestehenden Vertriebswege integriert.

Tarkett Holding GmbH
Albert Waibel

ParkettMagazin: Werden Sie ihre Produkte dann auch direkt in Baumärkten vertreiben?

Albert Waibel: Nein. Unser im Herbst 2012 eingeführtes Sortiment ist für den Objektmarkt entwickelt worden. Im April ist nun der Verkaufsstart für unser fachhandelsorientiertes ,Starfloor Click-Sortiment. Danach werden die Karten neu gemischt, d. h. wir überlegen, ob wir mit einer Zweitmarke auch den Baumarktbereich abdecken können.

ParkettMagazin: Wer sind Ihre Kunden für die Designbeläge?

Albert Waibel: Als erstes unsere bestehenden Kunden im Handel und Direktgeschäft. Der Privatbereich befindet sich in diesem Bodensegment noch am Anfang. In zwei Jahren wird er den Objektbereich überholt haben. Zusätzlich ergeben sich durch unser neues Sortiment auch neue Zielgruppen wie z. B. der Ladenbau. Auch der Holzfachhandel wird den Bereich Designbeläge stark ausbauen, denn wer dieses Sortiment nicht verkauft, verliert Umsätze.

ParkettMagazin: Gibt es bei Tarkett andere Überlegungen stärker in den Direktvertrieb zu gehen. Stichwort Online?

Albert Waibel: Wir haben eine klare Vertriebsstruktur, und die treiben wir voran. Wenn Online-Handel, dann machen das unsere Kunden. Wir nutzen das Internet nur als Informationsplattform für unsere Produkte. Direktvertrieb ist für uns gar kein Thema. Unser Partner hierzu ist der Handel.

ParkettMagazin: Ein großes Thema war in diesem Jahr wieder Domotex oder Bau. Wie steht man in Ihrem Haus dazu?

Albert Waibel: Wir haben uns dieses Jahr konsequent für die Bau entschieden, weil unsere Zielgruppen hier stärker präsent waren. Aufgrund der überlappenden Termine werden wir auch künftig abwechselnd auf den beiden Messen vertreten sein. Zumal ja auch die Bau immer internationaler wird, wie dieses Jahr schon deutlich wurde.

aus ParkettMagazin 02/13 (Wirtschaft)