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Maison & Objet, Paris

Exklusivität anstatt Preiskampf


Die diesjährige Maison & Objet stand unter keinem guten Stern: Durch starken Schneefall und den beeinträchtigten Flugverkehr und öffentlichen Nahverkehr kamen viele Besucher verspätet zur Messe, andere mussten ihre Teilnahme komplett absagen. Und dennoch sind viele Aussteller der Teppichbranche nach guten Gesprächen und substanziellen Geschäftsabschlüssen zufrieden in ihre Heimatmärkte zurückgekehrt. "Dieses Jahr ist diesbezüglich besser gelaufen als das vergangene", beobachtete Marcel Müller, Verkaufsleiter von Bo Hamsa. "Zu den aktuellen Trends gehörten Strickmuster und Wollthematiken. Und auch Patchwork ist immer noch wichtig."

Die Halle 1 stand unter dem Motto "Ethnic chic" erneut im Zeichen des klassischen Orientteppichs. Umgeben von Handwerkskunst und Accessoires gleicht die Halle einem Basar, in dem der Teppich seine Rolle als orientalisches Handelsgut einnimmt. "Hier hat sich die Messe einen ähnlichen Charme wie die Domotex erworben", resümiert Müller. Hochwertige Ware und moderne Einrichterteppiche der Großanbieter sind hingegen in den Hallen 5b und 7 zu finden, dort gab es im allerdings keine nennenswerten Neuheiten.

Der österreichische Großhändler Oritop war zum zweiten Mal in Paris vertreten und hat es nicht bereut. "Hier bekommen wir Kontakt zu Kunden, die es anderswo nicht gibt - zwar mit weniger Fachwissen über Teppiche und deren Herstellungsarten, dafür aber vor allem an der Qualität und weniger am Preis interessiert", sagt Geschäftsführer Christoph Ziereis. "Wir haben viele Kontakte gewonnen, die wir nun nachbearbeiten." Aber auch Zierreis kennt natürlich die Diskussionen unter den Teppichausstellern, ob sich diese Einrichtungsmesse, bei denen Teppiche nur eine Randexistenz fristen, wirklich für sie lohnt. Viele bemängeln eine nachlässige Organisation und verglichen mit der Domotex eine weitaus schlechtere Betreuung der Aussteller durch den Veranstalter.

Allerdings kann man auf der Maison & Objet mit Produkten punkten, die anderswo nicht ankommen. Denn während seit einiger Zeit, von Amerika ausgehend, vor allem weiche Pastellfarben in den europäischen Teppichmarkt Eingang finden, haben in Paris vor allem ausgefallene Produkte und kräftige Farben Erfolg. "So haben wir mit unserem neuen, im Neonton gehaltenen Kelim großen Zuspruch gefunden", sagt Zierreis. Mit klassischen Produkten hingegen hat man es schwer.

Maison & Objet
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Die Maison & Objet hat sich als Bühne für Trends und für den privaten und öffentlichen Einrichtungsbedarf etabliert.

76.000 Besucher verzeichnete die Messe. Da es einen wetterbedingten Rückgang der französischen Besucher gab, lag die Anzahl der ausländischen Gäste bei 50 Prozent. Diese kamen überwiegend aus den Kernbereichen Key Accounts und aus Einkaufs- und Planungsbüros. Rund 70 Prozent der Besucher waren Einkäufer. Ein hoher Anteil der ausländischen Teilnehmer reiste aus Übersee an, etwa aus dem Mittleren Osten, Ostasien und Nordamerika.

Die Maison & Objet hat sich als Bühne für Trends und Innovationen für den privaten und öffentlichen Einrichtungsbedarf etabliert, auf der sich die Akteure einer vielschichtigen Branche zusammenfinden. "Interdisziplinarität ist mit zunehmender Selektivität zum Hauptmerkmal der Veranstaltung geworden", heisst es in der Abschlusserklärung. Ziel ist es, dieses Konzept auch auf andere Regionen zu übertragen. Deshalb findet im kommenden Jahr (10. bis 13. März 2014) erstmals die Maison & Objet Asia statt. Austragungsort ist das neue Marina Bay Sands Hotel und Convention Center in Singapur.

aus Carpet XL 02/13 (Wirtschaft)