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Interview Jörg Schülein, Vorsitzender der ZVPF Bundesfachgruppe Bildung

"Fundierte Ausbildung ist wichtiger denn je"


Auf der ZVPF-Lehrlingswartetagung im Februar in Mölln wurde Jörg Schülein, Obmann der Bodenleger der Innung Parkettlegerhandwerk und Fußbodentechnik Mittel- und Oberfranken, zum Vorsitzenden der neu gegründeten Bundesfachgruppe Bildung gewählt. Durch diese Wahl wird er auch dem langjährigen Bundeslehrlingswart Heinz Brehm in dessen Amt nachfolgen. ParkettMagazin sprach mit Jörg Schülein über seine Vorstellungen, die er mit der neuen Aufgabe verbindet.


ParkettMagazin: Welche thematischen Schwerpunkte wollen Sie künftig im Lehrlingswesen setzen?

Jörg Schülein: Die Gründung der Fachgruppe unterstreicht die Wichtigkeit des Themas Ausbildung. Die Novellierung der Handwerksordnung 2004 und damit der Wegfall der Qualifikation für die Selbstständigkeit hat gezeigt, dass eine fundierte Ausbildung wichtiger ist denn je. Durch meine Arbeit auf europäischer Ebene in der EUFA P+F ist mir bekannt, dass in Ländern ohne Meisterbrief die Zulassung strenger gehandhabt wird. Da wir den Meisterbrief als Voraussetzung für die Selbstständigkeit wohl nicht mehr durchsetzen können, sollte wenigstens ein Gesellenbrief vorhanden sein.

In den letzten Jahren wurden in der Gruppe der Lehrlingswarte und Berufsschullehrer einige Themen und Projekte angestoßen, die nun umgesetzt werden. Als Beispiel haben wir uns bundesweit auf identische Vorgaben und Bewertungskriterien für die Gesellenprüfung geeinigt. Der Umsetzungsprozess läuft gerade mit großem Eifer.

PM: Welche Bereiche gehören zu Ihren neuen Aufgaben?

Schülein: Der Bundesfachgruppenleiter bzw. Bundeslehrlingswart hat ein großes Aufgabenfeld:
- Organisation der jährlichen Tagung der Fachgruppe
- Mitarbeit im Vorstand des ZVPF
- Ausrichtung des jährlichen Bundesleistungswettbewerb
- Aktualisierung von Prüfungsordnungen
- Kontakt und Vernetzung mit den - Berufsschulen
- Pressearbeit
- Kontaktpflege zur Berufsgenossenschaft (Arbeitssicherheit), zu wissenschaftlichen Instituten für Berufsausbildung und zu allen, die sich mit Ausbildung im Handwerk beschäftigen
- Mitarbeit bei EUFA P+F, um auf europäischer Ebene das Thema Ausbildung mitzugestalten.

Die Liste kann sicher nicht als vollständig gelten. Ich lasse mich gerne überraschen, was so alles auf mich zukommt.

PM: Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen und den Mitgliedern der Bundesfachgruppe Bildung geregelt?

ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Jörg Schülein tritt die Nachfolge des langjährigen Bundeslehrlingwartes Heinz Brehm an.

Schülein: Die Fachgruppe Ausbildung hat bei der letzten Tagung einen Vorstand gewählt. Dieser besteht aus dem Vorsitzenden Schülein, dem Stellvertreter Tobias Michalak (Innung Arnsberg), den Beisitzern Georg Käsbauer (Innung München-Oberbayern), Peter Kránicz (Innung Detmold), Manfred Weber, Innung Köln-Bonn-Aachen sowie den stellvertretenden Beisitzern Frank Bender (Innung Hamburg), Dieter Heil (Innung Bad.-Württ.-Nord) und Thimo Dätsch (Innung Bad.-Württ.-Süd).

Die gewählten Persönlichkeiten werden unterschiedliche Ressorts besetzen und die Arbeit an den Sachthemen vorantreiben. Neben der jährlichen Tagung ist geplant, dass der Vorstand zum Termin des Bundesleistungswettbewerbs zusammenkommt. Für die Durchführung der Bundesleistungswettbewerbe zeichnet weiterhin Heinz Brehm verantwortlich.

PM: Wie geht es mit den Fortbildungsangeboten weiter?

Schülein: Neben der Ausbildung zum Parkettlegermeister gibt es die Ausbildung zum geprüften Fachbauleiter Fußbodentechnik (HWK), der vor einigen Jahren speziell für Bodenleger geschaffen wurde. Für beides werden Kurse an verschiedenen Orten in der Bundesrepublik angeboten und erfolgreich durchgeführt. Meisterkurse für Parkettleger laufen in Ehingen, Bonn, Halle a. d. Saale, Bamberg und auch in Gießen. Die genannten Kurse werden in Vollzeit und in unterschiedlichen Teilzeitmodellen angeboten. Der Fachbauleiterkurs läuft erfolgreich in Halle a. d. Saale und wird auch in Nürnberg angeboten.

Momentan erfahren wir eine Renaissance beim Meisterkurs. Zum aktuellen Kurs in Bamberg drücken 24 Teilnehmer mit großem Eifer die Schulbank. Ich hoffe, dass das Interesse weiter anhält und dies der Beginn eines neuen positiven Trends sein wird. Bodenleger mit Facharbeiterbrief können ebenfalls die Parkettlegermeisterschule besuchen, und von dieser Möglichkeit wird bereits Gebrauch gemacht.

Der Meisterbrief ist mehr denn je eine Möglichkeit, sich von anderen abzuheben und Kompetenz zu zeigen. Für die Meister werden innerhalb der Innungsveranstaltungen Vorträge von Sachverständigen gehalten. Zudem gibt es den Deutschen Sachverständigentag (vom ZVPF) für die Gewerke Parkett, Belag und Estrich sowie regionale Veranstaltungen für Meister und Sachverständige, wie z.B. technische Fußbodentage in Nord- und Südbayern. Aber auch die bayerische Landesinnungsverbandstagung hat die Fortbildung der Meister mit auf der Tagesordnung.

aus ParkettMagazin 03/13 (Wirtschaft)