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Tendence 2013

Guter Start in die neue Saison

Frankfurt. Die Messe Frankfurt hat ihre Konsumgütermesse Tendence neu ausgerichtet. Deutlich verkleinert und mit Konzentration auf europäische Aussteller des mittleren und gehobenen Marktsegments. Parallel dazu veranstaltete die Messe Frankfurt in benachbarten Hallen die neuen Messen Webchance und Ecostyle.

Wir waren und sind die Order- und Inspirationsplattform für den Konsumgütermarkt im Herbst", so Stephan Kurzawski, Geschäftsleitung Messe Frankfurt Exhibition. "Um dies künftig zu gewährleisten, haben wir im Sinne und entsprechend den Bedürfnissen unserer Aussteller und Besucher eine Neupositionierung mit Fokus auf Europa und die mittleren bis gehobenen Marktsegmente vorgenommen."

Mit einem Messetag weniger als in den Vorjahren und mit einer um etwa 25 Prozent verringerten Hallenbelegung zeigten 1307 Aussteller - rund 500 weniger als 2012 - ihre Produkte. Nicht mehr vertreten waren vor allem die asiatischen Massenanbieter, die früher die Halle 10 belegt hatten. "Diese Aussteller waren unzufrieden mit der Messe, weil sie vor Weihnachten nicht mehr rechtzeitig liefern konnten", erklärt Stephan Kurzawski. Nicolette Naumann, Bereichsleitung Ambiente/Tendence ergänzt: "Auf der Tendence kann sich der Fachhandel aus Kerneuropa noch kurzfristig für das Weihnachtsgeschäft eindecken. Sämtliche Aussteller können die hier gezeigte Ware innerhalb der nächsten sechs Wochen liefern."

Gute Stimmung, gute Orders


Die Stimmung auf der Messe war gut. "Der Handel geht positiv in die neue Orderrunde", hörte man allenthalben. Und das nach einer schwierigen abgelaufenen Saison. Ein zu langer Winter, dann die große Hitze, die die Kunden auch nicht in die Läden lockte. "Der Handel hat stark gelitten, der Winter war zu lang", so Frank Hartjen, Verkaufsleiter Linum. "Wir haben viele Artikel für draußen, die März-/April-Umsätze haben darum gefehlt."

Doch jetzt blickt man auf den Herbst und auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. "Wenn die kühlen Tage kommen, ist die warme Decke wieder gefragt", so Christian Hagen, Geschäftsführer Eagle Products. "Im Sommer ist jeder mit einem blauen Auge davongekommen, jetzt herrscht Nachholbedarf", sagt Brigitte Hensler, Geschäftsführerin und Chefdesignerin Scantex. "Der Sonntag war auf dieser Messe sogar um einiges besser als im Vorjahr, es kamen viele kleine Fachhändler." "Fachhändler, bei denen Handel auf hohem Niveau stattfindet, waren alle da", berichtet Bert Sander, Geschäftsführer des Tischwäsche-Spezialisten Sander.

Kontroverse Diskussion zum fehlenden Freitag


Erstmals fand die Tendence von Sonnabend bis Dienstag statt. Der Freitag wurde als Messetag gekappt, dafür kam der Dienstag hinzu. "Ob Dienstag oder Freitag besser wäre, kann man nicht sagen", so die Einschätzung von Christian Hagen. "Warum hat man uns diesen Tag gestrichen", fragte Anke Drechsel. "Für mich war der Freitag immer ein sehr guter Tag. Am Dienstag hingegen kommen keine Fachhändler." "Der Freitag hatte sich sehr gut etabliert. Der Dienstag war schon immer sehr schleppend", bestätigte Evelyn Kahle vom gleichnamigen Unternehmen. Auch Erika Lasse, Eri Textil, vermisste den Freitag als guten Verkaufstag. "Der Freitag wäre uns lieber gewesen", hieß es auch bei Zoeppritz. Gleichwohl gab es hier sehr positive Resonanz auf die Jubiläumsthemen "185 Jahre Zoeppritz" mit Nachstellungen der Original Zeppelin-Decken und anderer traditioneller Themen.

Vermisst wurden die Großeinkäufer, die traditionell montags und dienstags gekommen waren. "Für Montag hatten wir mehr erwartet. Die großen Entscheider waren nicht wirklich da", hörte man allenthalben, oder auch: "Die großen Möbler haben gefehlt." Die Einschätzung vieler Aussteller: "Die Großeinkäufer fahren direkt nach China und kaufen dort."

Tendence
Stephan Kurzawski, Geschäftsleitung Messe Frankfurt Exhibition: "Wir haben eine Neupositionierung der Tendence mit Fokus auf Europa und die mittleren bis gehobenen Marktsegmente vorgenommen."
Tendence
Die niveauvollen Fachhändler konnte die Firma Sander auf ihrem Tendence-Stand gut bedienen.

Fokus auf Weihnachten


Jetzt blicken Hersteller wie Händler gleichermaßen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. "Wir haben dieses Jahr wieder stark auf Klassik gesetzt", so Brigitte Hensler. "Mit Rot/Weiß/Grün, das immer wieder eingesetzt werden und mit neuen Themen ergänzt werden kann. Sogenannte modische Weihnachts-Themen der vergangenen Saisons in Schwarz/Grau/Lila sind nicht so gut gelaufen."

Viel Andrang auch auf dem Stand von Sander. "Weihnachten ist ein starker Anlass für Tischwäsche", so Bert Sander. "Deshalb erhält das Thema bei uns auch einen breiten Raum." Traditionelles ist auch hier das vorherrschende Weihnachts-Thema. Die Saison unabhängige Edition "Sander Plus", ein mit dem holländischen Designer Marty Lamers sehr avantgardistisch umgesetztes Stickerei-Thema, wurde bereits in der vierten Saison sehr positiv aufgenommen.

Erika Lassen begibt sich in diesem Jahr erstmals auf das typische Weihnachts-Terrain mit rotem und grünem Leinen mit klassischen Stickmotiven. Daneben ihre weißen Decken mit nostalgisch anmutenden Ski- und Schlittschuhläufern und - erstmals und gleich erfolgreich - runde Tischdecken und ovale Sets.

Ein weiterer positiver Aspekt der gestarteten Verkaufsrunde: Qualität wird wieder mehr geschätzt. "Es ging viel zu lange nur über den Preis", hörte man. "Jetzt wird wieder Qualität, gutes Design, Kreativität geschätzt." In der Oktober-Ausgabe plant die Haustex ein Produkt-Spezial zur Tendence.

Die nächste Ausgabe der Tendence findet statt vom 30. August bis 2. September 2014.

aus Haustex 09/13 (Wirtschaft)