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Dr. Reinhold Rühl, Berufsgenossenschaft Bau

"Keine Belastung durch SMP- und kennzeichnungsfreie PU-Klebstoffe"

Die Berufsgenossenschaft Bau in Frankfurt stellt klar, dass sowohl SMP- als auch kennzeichnungsfreie PU-Klebstoffe als Ersatzstoffe gelten. Damit reagiert sie auf Interviews zur Domotex, in denen Vertreter von Klebstoffherstellern verkündet hätten, dass nur SMP-Klebstoffe echte Alternativen zu D1-Klebstoffen seien.

"Dies ist nicht richtig", erklärt Dr. Reinhold Rühl, Leiter des Zentralreferates Gefahrstoffe der BG Bau und Obmann des Arbeitskreises zur TRGS 610. "Sowohl für SMP- als auch zumindest für die kennzeichnungsfreien PU-Klebstoffe konnten keine Belastungen der Beschäftigten ermittelt werden." Die BG Bau geht davon aus, dass bei der anstehenden Aktualisierung der TRGS 610 beide Klebstofftypen als Ersatzstoffe für stark lösemittelhaltige Produkte - etwa D1 Klebstoffe - eingestuft werden.

Seit mehr als einem Jahr ist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft gemeinsam mit den Herstellern dabei, SMP- und PU-Klebstoffe zu bewerten. Mögliche Belastungen werden ermittelt durch Messungen der Konzentrationen in der Luft, durch Untersuchungen von Urin und Blut von Anwendern. Bisherige Ergebnisse dieser Untersuchungen sind der TKB und Klebstoffherstellern bekannt gemacht worden. Es wurde jedoch vereinbart, weitere Messungen durchzuführen, um die Ergebnisse statistisch zu festigen.


Von diesen zusätzlichen Messungen erwartet Dr. Rühl den endgültigen Beleg, dass SMP- und kennzeichnungsfreie PU-Klebstoffe beim Verarbeiten keine Belastung für die Nutzer darstellen und somit Ersatzstoffe für stark lösemittelhaltige Kleber sind.

aus ParkettMagazin 02/10 (Klebstoffe)