Die deutsche Gardinen-, Deko- und Möbelstoffindustrie 2002

Nur konfektionierte Gardinen verzeichneten Zuwachs


Die Möbelstoff-Umsätze lagen per Ende November um 14,2 % unter dem Vorjahr, wobei Veloure mit -17,8 % deutlich mehr verloren als Flachgewebe mit -12,2 %.

Flachgewebe verzeichneten sowohl im Inland (-14 % ) als auch im Export (-7,5 %) drastische Einbußen. Die Exportquote stieg auf 29%. Bei Velouren brach zwar das Inlandsgeschäft mit -24,5 % regelrecht ein, dagegen fiel der Rückgang im Export mit -4,8 % vergleichsweise moderat aus. Die Exportquote erhöhte sich auf 39,2 %. Die erfolgreichen Unternehmen dieser Sparte zeigen ein überdurchschnittliches Exportengagement; der Großteil ihrer Umsätze resultiert aus dem Ausland. Hervorzuheben ist hier insbesondere das USA-Geschäft.

Das durchschnittliche Preisniveau zog 2002 um 2,5 % an.

Die Dekostoff-Umsätze verringerten sich bis Ende November um 11,9 %. Druckstoffe litten mit -22,2 % klar stärker als uni-/buntgewebte Qualitäten mit -8 %. Auch in dieser Sparte war die Verkaufssituation im Inland besonders schwierig. Das Inlandsgeschäft ging insgesamt um 18 % zurück (Drucke -29,3 %, Uni-/Buntgewebe -13,2 %), der Export blieb mit -0,4 % nahezu stabil (Drucke -4,3 %, Uni-/Buntgewebe +0,7 %). Die Exportquote erhöhte sich bei Bedrucken auf 34,6 %, bei Uni-/Buntgeweben auf 40,9 %.

Die Preise verbesserten sich im Schnitt um 4,1%.

Gardinen schnitten zwar auch schlechter als im Vorjahr, aber besser als die übrigen Segmente: Sie kamen Ende November auf ein Minus 6,1% gegenüber dem Vorjahr. Die gewebte Meterware büßte -11,3% im Inland und -1,7% im Ausland ein, unter dem Strich ergeben sich daraus -8,7%. Die Exportquote betrug 29,3%.

Mit einem Umsatzrückgang von 14,3 % per Ende November blieb die Situation bei der gewirkten Gardinenmeterware auch 2002 überdurchschnittlich angespannt. Das Inlandsgeschäft ging um 16,0 % zurück, im Ausland lagen die Einbußen bei -9,4 %.

Konfektionierte Gardinen waren der einzige Bereich mit Zuwachs: + 2,6 % ergaben sich hier, gespeist von einem Anstieg um 2,8 % im Inland, während der Export um -2,4 % sank. Bei einem minimalen Exportanteil von 4,3 % schlägt das allerdings kaum zu Buche.

Im Inlandsgeschäft für Spitzen und Stickereien waren 2002 ebenfalls Umsatzeinbußen festzustellen. Die Branche setzt daher verstärkt auf das Exportgeschäft. Wichtigste Auslandsmärkte sind derzeit der asiatische Raum sowie die USA. Zur Belebung des Inlandsmarktes sowie zur Festigung des Exports will die vogtländische Spitzen- und Stickereiindustrie zukünftig den Qualitätsaspekt ihrer hochwertigen Produkte noch deutlicher hervorheben.
aus BTH Heimtex 03/03 (Deko, Gardinen, Sonnenschutz)