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Parkett in Wellness-Hotels

Holz im Dienste von Heilen und Entspannen


Die steirische Thermenregion mit Kurorten wie Bad Waltersdorf oder Bad Loipersdorf ist zu einer Vorzeigeregion geworden. Innerhalb weniger Jahre entstanden zahlreiche große Kureinrichtungen und Hotels. Maßgeblichen Anteil daran hatte der "Wellness"-Bereich, der - mehr noch als die ärztlich geleiteten Kuren - einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt. Viele Kur- und Wellnesshotels sind auch Vorreiter, wenn es darum geht, Gästezimmer mit Parkettböden auszustatten. Dem Quellenhotel und dem Well-in-Hotel Thermenhof in Waltersdorf stattete das ParkettMagazin zusammen mit Weitzer-Chefin Mag. Angelika Wesonig-Weitzer einen Besuch ab.

Oft waren erste Gästezimmer mit Parkettböden sogenannte Allergiker-Zimmer. Immer mehr Menschen reagieren sensibel auf Allergene wie Hausstaubmilben. Zuerst wurden Bettenfüllungen aus Daunen oder Wolle durch synthetische Materialien ersetzt. Bald standen die obligaten Teppichböden zur Disposition. Dann wurden Zimmer mit Parkettböden eingerichtet. Gäste, die sich dort einquartierten, waren aber nicht immer Allergiker. So lernten auch andere den Unterschied zwischen einem Teppichboden und einem Holzfußboden schätzen. Immer häufiger sahen sich die Hotelleitungen mit dem ausdrücklichen Wunsch konfrontiert, ein Zimmer mit Parkett zu bekommen.

Ein Parketthersteller, der frühzeitig die Gunst der Stunde nutzte, war Weitzer Parkett. International gesammelte Erfahrungen bei der Innenausstattung von Hotels kamen der Projektplanung zustatten. Die steirische Thermenregion "vor der Haustür", fand das Unternehmen schnell Eingang in den Hotel- und Wellnessbereich. Inzwischen gibt es - wie das Inter-Continental Resort in Loipersdorf - eine Reihe großer Hotels, in denen Weitzer-Parkett liegt.

Quellenhof: Gäste wünschten ausdrücklich Parkettböden

Der 1996 erbaute und 2001 erweiterte Quellenhof ist eine weitläufige Kur- und Wellness-Anlage mit vierflügeligem Hotelkomplex. Der Nordflügel ist ganz neu. Bereits im allerersten Bauabschnitt wurden 1996 teilweise Parkettböden verlegt. Kurz darauf entschloss sich die Hotelleitung wegen steigender Nachfrage, einige Zimmer mit Parkettböden als "Bio-Zimmer" anzubieten. Das erfreute sich schnell großer Beliebtheit. Als wieder eine der üblichen Grundrenovierungen anstand, wurde diese Gelegenheit genutzt, das Angebot an Gästezimmern mit Parkettboden zu erweitern.

Der 1. Bauabschnitt umfasste 75 Gästezimmer mit rund 3.000 qm Fläche. Weitere 75 Zimmer, die vorerst noch mit Teppichböden ausgelegt blieben, sollen im nächsten Renovierungsabschnitt folgen. Der Grund für die Umstellung auf Parkett war jetzt nicht mehr die Zunahme von Allergikern und Nicht-Rauchern, sondern das ausdrückliche Lob oder der erklärte Wunsch vieler Gäste nach einem Zimmer mit Parkettboden. Die Auswertung eines Fragebogen, mit denen u.a. nach der Akzeptanz von Holzböden gefragt wurde, bestätigte diese Beobachtung.

Obgleich die ersten Parkettböden aus dem Erbauungsjahr 1996 teilweise schwimmend verlegt wurden, führten sie nie zu Beanstandungen, etwa wegen Lärmbelastung. Auch das Pflegepersonal fand keinen Grund zur Klage. Das galt erst recht in den später mit vollflächig verklebtem Weitzer-Parkett ausgestatteten Zimmern. Dagegen waren die Erfahrungen in Bereichen, wo Teppichböden lagen, diffiziler: Die Unterhaltspflege erforderte mehr Aufwand, nach spätestens fünf Jahren mußte der Boden ausgewechselt werden. In der Zeit, in der ein Teppichboden drei Mal auszuwechseln ist, erfordert ein Parkettboden nur eine einzige Renovierung. Maßgeblich für die Hotelleitung war also auch das eigene wirtschaftliche Interesse.

Inzwischen wurde in 27 Gästezimmern der werksseitig versiegelte Zweischicht-Stabparkett WIP 550 in Eiche natur verlegt und vollflächig verklebt. Weitzer stellt den Stab (500 x 65 mm) bei einer Gesamtdicke von 11 mm mit einer 5 mm dicken Einblatt-Decklage auf sechsfach wasserfest verleimtem Birkensperrholzträger her und hat mit diesem Produkt im Objektbereich beste Erfahrungen gemacht. Im 2. Bauabschnitt wurde auf 700 qm erstmals der Zweischichtstab eingesetzt und im englischen Verband verlegt.

Weitzer Parkett GmbH & Co. KG
Im Restaurant und in der
Bar sorgt Weitzer Parkett WIP 550 in Eiche für nobles Ambiente.
Weitzer Parkett GmbH & Co. KG
Weitzer-Chefin Mag. Angelika Wesonig-Weitzer und Erwin Paierl, Inhaber des Familienhotels "Thermenhof", sind sich einig: Parkett in Gästezimmern ist die beste Lösung.
Weitzer Parkett GmbH & Co. KG
Erst nur in den Allergiker-Zimmern, dann in allen Zimmern: Weitzer-Parkett findet breite Zustimmung bei den Gästen des Quellenhofs.
Weitzer Parkett GmbH & Co. KG
Die Gästezimmer wirken klar und gepflegt, das Eiche-Holz vermittelt Wärme.
Weitzer Parkett GmbH & Co. KG
Die Pflege des WIP 550 Parkettstabes hat sich als problemlos erwiesen.

Die Pflege des siebenfach umweltfreundlich versiegelten Parketts ist denkbar einfach: Bei jeder Abreise eines Gastes wird der Boden nebelfeucht gewischt und mit Pflegemittel behandelt. Gäste, Personal und der Hoteldirektor sind sich in ihrem positiven Gesamturteil einig: "Wir möchten die Parkettböden nicht mehr missen". Im Restaurantbereich behält Teppichboden seine Daseinsberechtigung. Das Quellenhotel geht damit den umgekehrten Weg vieler anderer Häuser, wo im hygiene-sensiblen Gästezimmerbereich textile Beläge bevorzugt und nur im prestige-trächtigen Restaurantbereich Parkett verlegt wird.

Thermenhof: Holzfußböden im Dienste von Heilung und Entspannung

"Nicht sehr zufrieden mit textile Bodenbelägen" war man im familiengeführten Well-In-Thermenhof, der soeben von 40 auf 67 Zimmer erweitert hat. Im vor 13 Jahren errichten Altbau liegen Teppichböden. Der letzte Wechsel erfolgte vor vier Jahren. Gebrauchsspuren, regelrechte Schadstellen und Farbveränderungen lassen sich auch durch aufwändige Pflege nicht beseitigen. Der Neubau wurde deshalb von vornherein mit Parkett ausgestattet.

Gästezimmer, Flure, Therapieräume, der Wellness-Bereich sowie Restaurant und Bar präsentieren sich konsequent mit Holz. Die Inneneinrichtung wurde geplant von "Concept", einem renommierten österreichischen Hoteleinrichter mit Sitz in Abtenau. Hinsichtlich der Fußböden hatte der Chef des Hauses, Erwin Paierl, sehr konkrete eigene Vorstellungen: Auf jeden Fall sollten sie aus Holz sein. Denn: "Gäste, die zu Hause auch schon oft Abstand genommen haben von Teppichböden, verlangen Holzfußböden".

Das Parkett lieferte Weitzer, teils als Zweischicht-Parkettstab WIP 550, teils als WP Strip, einer im Objektbereich besonders wirtschaftlichen Lösung. WP Strip ebenfalls ist ein zweischichtiger Parkettstab. Er besteht bei einer Gesamtdicke von 9 mm aus einer 4,5 mm bzw. 5,5 mm dicken Decklage auf querverleimtem Fichtenholz. Die Decklage in der Breite (=108 mm) wird aus fünf Einzellamellen (Strips) zusammengesetzt. Die Länge misst 360 mm.

In Restaurant und Bar liegt WIP 550 in Eiche, die Gästezimmer im oberen Stockwerk des Neubaues mit direktem Zugang zur Terrasse wurden bewusst mit einem dunklen Boden - Weizer WP Strip aus Nussbaum - ausgestattet. Weitere Zimmer erhielten das gleiche Produkt in Bergahorn. Bei der Entscheidung spielten praktische, wirtschaftliche und Umwelt-Gesichtspunkte eine Rolle.

Im Thermenhof wird fernöstlichen Heilmethoden, Beauty- und Vitalkuren Bedeutung beigemessen. Wasser und Wärme sind wesentliche Therapeutika. Holz wird als Teil einer natürlichen Harmonie gesehen, die, entsprechend der Zen-Lehre, Ruhe ausstrahlt und in allen Zimmern angestrebt wurde. In diesem Zusammenhang kamen nur einheimische Hölzer und geölte Oberflächen in Betracht.

aus ParkettMagazin 01/03 (Referenz)