Romantik-Zimmer am Bründlweg

Nachahmenswerte Ideen und Schauräume zum Bewohnen


Das Prinzip der Nachhaltigkeit bietet viele Perspektiven. Ein junger Tischlermeister aus dem steirischen Mürztal meinte, das Gastgewerbe könne gut dabei helfen, seine gestalterischen Ideen und seinen geschäftlichen Erfolg zu mehren. Die Idee funktioniert: Seine "Romantik-Zimmer" werden nicht nur gerne von Urlaubern gebucht, sondern bieten als Schauräume auch privaten und gewerblichen Auftraggebern vielfältige Anregungen für eigene Gästezimmer.

Der "Romantische Bründlweg" rund um den Pogusch im Mürztal ist keine Route für erlebnishungrige Pauschaltouristen, sondern ein beliebtes Wandergebiet und eine Oase für Ruhesuchende. Die finden hier Jausenstationen, Mostschenken, gastliche Bauernhöfe, kleine und große Hotels - und den Romantik-Tischler Lambert Hölzl, dessen Hotel Garni eine Attraktion besonderer Art ist. Es bietet vier Doppelzimmer, die es in sich haben. Als Schlafzimmer vermitteln sie Gästen Stil und Komfort, als "Schauräume" geben sie dem Hotelgewerbe und vielen Privatvermietern pfiffige Anregungen für die Gestaltung ihrer Gästezimmer. Für Lambert Hölzl rentiert sich das Haus deshalb doppelt.

Als sich Tischlermeister Lambert Hölzl 1991 selbständig machte, begann er als Ein-Mann-Betrieb in einem gemieteten Schuppen. Heute zählt das Unternehmen 15 Mitarbeiter. Auf dem Betriebsgelände steht nicht nur eine in Holzbauweise errichtete 350 qm große Fertigungshalle, sondern auch der schmucke Gästehaus-Neubau.

"Alle Wünsche in Sachen Holz zu erfüllen", ist das Versprechen des Tischlermeisters. "Allen Gästen eine behagliche und anregende Atmosphäre zu schaffen", ist der Wunsch des Hobby-Hoteliers. Beides fügt sich nahtlos ineinander. Die gesamte Innenausstattung des Hauses hat Lambert Hölzl selbst entworfen, größtenteils selbst hergestellt und eingebaut. Auf diese Weise veranschaulichen die Gästezimmer, das Wohnzimmer, die Zirbenstube und die Küche das breite Leistungsspektrum der Tischlerei. Nur einige Möbelstücke sowie die Holzfußböden wurden als Fertigprodukte ins Gesamtkonzept einbezogen.

Jedes Gästezimmer ist anders. Konsequent durchgehalten wird die Kombination aus traditionell alpenländischer Wohnkultur und modernen Stilelementen. So sind die Treppen ins Obergeschoß den "Hühnerleitern" in alten Bauernhäusern nachempfunden, Bad und Dusche dagegen auch "flippig" gestylt. Die Lärchedielen, aus denen die Fußböden, teilweise dazu Wände und Wanneneinfassungen hergestellt wurden, produzierte das Holzcenter Weiss in Rietberg/Land Salzburg. Sie sind ausnahmslos mit dem Naturöl des Herstellers Natural/Scherzenlehner in Leonding bei Linz eingelassen, unterstreichen den rustikal-modernen Charakter des Hauses und werben für sich mit Wohlfühlatmosphäre.

Der Erfolg der Romantik Zimmer zeigt: Ideen und Anregungen, die im Gastgewerbe-Bereich "geschmacksbildend" wirken, sind willkommen. Und das Beispiel, dass sich Hoteliers, Hersteller und Verarbeiter wechselseitig die Bälle zuspielen, könnte Schule machen.
aus Parkett Magazin 01/03 (Referenz)