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Ziel sind 20% Marktanteil am europäischen Mehrschichtparkett-Markt

Tarkett strebt führende Position in Produktivität, Produktentwicklung und Innovativität an

Nicht umsonst reimt sich der Name Tarkett auf Parkett: Holzböden waren einst die Keimzelle des heute in sämtlichen Produktgattungen agierenden Bodenbelagkonzerns. Mit 5,9% Anteil am weltweiten Parkettmarkt gehört Tarkett zwar zu den größten Anbietern, ist aber mit der Präsenz in einigen Schlüsselregionen der Zukunft nicht zufrieden und sieht auch in angestammten Märkten noch Potenzial. Das will man durch massive Investitionen in Produkte und Marketing erobern. "Unser Ziel ist die führende Position in Innovativität und Produktivität", gibt Mats Friberg, der den Holzbereich führt, die Marschrichtung vor.

Wer vor zwei, drei Jahren die beiden schwedischen Parkettwerke von Tarkett in Hanaskog und Broby besuchte und jetzt wieder dort hinkommt, wird feststellen, dass sich dort einiges verändert hat. Der Personalstamm wurde von 1.000 auf 550 Mitarbeiter reduziert, ohne dass der Ausstoß gelitten hat - im Gegenteil: gleichzeitig wurde in die Leistungfähigkeit der Fabriken investiert, so dass sie trotz der verringerten Belegschaft produktiver sind als früher.

Wie die beiden Traditions-Standorte wird der gesamte Holzbereich bei Tarkett umgebaut. Ganz im Stillen sind in der jüngeren Vergangenheit Umstrukturierungen und Kostensenkungs-Maßnahmen durchgezogen worden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Sparte zu verbessern. Das Sägewerk in Näsum wurde abgestoßen, die kleine Einstab-Fabrik im französischen Joinville auf Sportböden umgestellt, alles andere nach Broby verlagert und der polnische Betrieb auf die Nutzschicht-Produktion konzentriert. Aber es wird nicht nur rationalisiert, sondern auch investiert: So plant der Konzern den Bau eines Mehrschichtparkett-Werks in Serbien. Es soll bereits Ende 2005 anlaufen und über eine Kapazität von 2 Mio. qm verfügen. Den Grundstein dafür hat Vorstandschef Marc Assa am 1. Juni zusammen mit dem serbischen Premierminister gelegt.

Mit all diesen Aktivitäten will Tarkett die Basis für ein signifikantes Wachstum im Holz-Umsatz und -Absatz schaffen. 5,9% Markanteil weltweit sind Assa nicht genug - zumal die Anteile in den einzelnen Regionen stark differieren. Während man in den Stamm-Märkten in Westeuropa auf zweistellige Zahlen kommt - wobei selbst dort noch Potenzial durch Verdrängung gesehen wird- , ist man in den strategischen Ländern der Zukunft zum Teil unterrepräsentiert. Deswegen hat der Vorstand die Parole "Volle Kraft voraus" ausgegeben und stellt auch die erforderlichen Mittel dafür bereit.

Dabei werde dreigleisig gefahren, offenbart Mats Friberg, der innerhalb der Residential-Organisation von Tarkett für Holzböden verantwortlich ist. Erstens werde die Produktentwicklung forciert, - "wir wollen die führende Position in Innovativität besetzen" - zweitens sollen Marketing und Vertrieb intensiviert werden und drittens sollen über das organische Wachstum hinaus auch Akquisitionen dazu beitragen, die Marktstärke zu erhöhen. Mindestens 3 bis 4% will man jährlich an Umsatz zulegen.

Tarkett Holding GmbH
Das Tarkett Parkett-Sortiment ist viergeteilt in die Linien Easy Living, Modern Home, Classic Touch und Expert. Das 14 mm-Stabparkett Epoque, hier in Eiche, steht für das klassische, traditionelle Produkt.
Tarkett Holding GmbH
Sebastian Wendel, Marketing Manager Holz und Mats Friberg, Leitung der Divison Holz: "Wir wollen Technologie- und Innovationsführer sein"
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In den beiden Werken Hanaskog und Broby hat Tarkett sowohl in Kapazität als auch in Produktivität investiert.
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Modern Home vereint leicht verkäufliche 14 mm 3-Stabvarianten wie die Salsa-Kollektion, hier in Jatoba, wahlweise mit Combiloc oder Ultraloc leimlos verlegbar.

Auf Produktseite fühlen sich Friberg und Marketing Manager Sebastian Wendel inzwischen gut gerüstet. Das Sortiment wurde überarbeitet, aufgestockt und mit Blick auf den Verbraucher neu gegliedert in vier Familien:
- Easy Living steht für unkomplizierte, leicht zu verlegende Konsumprodukte wie das 12 mm-Fertigparkett Rumba und dem Furnierboden Viva, alle mit dem Ultraloc-Verlegesystem ausgestattet
- Modern Home vereint Bestseller wie traditionelles 14 mm-Schiffsboden-Fertigparkett; die beiden Kollektionen Salsa und Bravo sind in vielen aktuellen, marktgerechten Holzarten wahlweise mit Ultraloc oder Combiloc erhältlich
- Classic Touch steht für das traditionelle, klassische Stabparkett wie das 14 mm-Einstab-Parkett Epoque oder den 10 mm-Zweischicht-Stab Elegance
- Expert schließlich zielt mit Schiffsboden- Typen in verschiedenen Stärken - 10, 14, 20 und 22 mm - auf den Profi, der die konventionelle Verleimung in Nut und Feder bevorzugt.
Besonders viel verspricht man sich für die Zukunft von Viva-Furnierboden, Epoque-Stabparkett und dem Zweischicht-Stab Elegance.

Nicht nur im Marktanteil, auch technologisch strebt Tarkett eine Führungsrolle an und unterstreicht diesen Anspruch mit drei Entwicklungen. Gut vom Markt aufgenommen wurde vor allem die Proteco-Oberflächenveredlungen wie die bewährte, doppelt gehärtete Lackversiegelung (Proteco Lacquer), die UV-gehärtete Öl-Behandlung (Proteco Oil) und besonders die neue Mattlack-Variante (Proteco Natura Lacquer), die dem Boden extreme Strapazier- und Widerstandsfähigkeit bei natürlicher, geölter Optik verleiht.

Außerdem bietet Tarkett gleich zwei Klicksysteme für Parkett an: Ultraloc für die waagerechte Arretierung mit Hammer und Schlagklotz und Combilock für eine 45-Winkelverlegung zum Eindrehen.

Und als letztes ist die integrierte Dämmunterlage Acoustic zu nennen, ein spezielles Faserpapier, das bei Viva-Furnierböden und Rumba-Fertigparkett für effektive Schalldämmung sorgt und den Raumschall um bis zu 50% mindert.

aus BTH Heimtex 08/04 (Wirtschaft)