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Robinie (ROB)


Botanische Bezeichnung:
Robinia pseudoacacia (Familie Fabaceae)

Weitere wichtige Handelsnamen:
(Falsche) Akazie (D); Robinier, faux acacia (F); Robinia, false acacia (GB); Locust, black locust (USA).

Natürliche Verbreitung:
Südosten der USA; weltweit kultiviert, vor allem in Südosteuropa.

Beschreibung:
Gesamtcharakter: Durch Frühholz-Porenringe in allen Schnittrichtungen auffällig strukturiertes, oliv- bis goldbraunes, ansprechendes Holz.

Handelsformen:
Rundholz: Durchmesser ab 0,2 m bis 0,4 m (maximal: 0,6 m); Längen im Mittel um 2 m, aufwärts bis 4 m, da astfreie Längen meist relativ gering. Außerdem häufig krummschaftig, teilweise unrund und spannrückig. Schnittholz: In kleinen Dimensionen als Rohlinge für Möbelteile, Parkettfriese und Werkzeugstiele. Größere Abmessungen selten, dann für konstruktive Aufgaben im Innen- und Außenbau.

Eigenschaften:
Das Holz der Robinie ist schwer und hart mit entsprechend guten Festigkeitswerten, die deutlich über denen der Eiche liegen. Es ist schwer spaltbar, zäh und elastisch sowie gut biegbar. Die Schwindmaße sind - gemessen an der hohen Rohdichte - niedrig. Einmal getrocknet besitzt das Holz ein gutes Stehvermögen. Die Trocknung verläuft langsam, das Holz neigt zum Werfen und Reißen, bedingt durch Faserabweichungen und Wuchsspannungen. Robinienholz besitzt eine hohe Kantenfestigkeit; gehobelte Flächen sind dicht und glatt und lassen sich problemlos weiterbehandeln. Durch thermische Behandlungen wie das Dämpfen bei der Furnierherstellung geht die ursprüngliche Farbe verloren und ändert sich zu kastanienbraun. Das Kernholz besitzt eine hohe natürliche Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten und hat als eine der wenigen in Europa wachsenden Holzarten die Resistenzklasse 1-2 (nach EN 350-2). Spezifische Inhaltsstoffe (Flavonoide) wiederum können unter Umständen bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen der Haut hervorrufen. Das Robinienholz ist stark sauer und wird in Verbindung mit Feuchtigkeit durch Metalle verfärbt. Eine Besonderheit des Kernholzes der Robinie ist seine Oberflächenfluoreszenz.

Oberflächenbehandlung:
Innenbehandlung: Beizen, Mattierungen, Lacke oder Flüssigwachse können problemlos verwendet werden. Für stark beanspruchte Flächen wie beispielsweise Fußböden sind reine DD-Lacke geeignet, die jedoch eine Holzfeuchte von unter 12 % voraussetzen.

Robinienholz ist zumeist nur in kleineren Abmessungen verfügbar.
Deutlich sind die markanten Jahrringe zu erkennen.
Die Jahrringstruktur beruht auf den sehr ausgeprägten Frühholz-Porenringen.

Verwendungsbereiche:
Robinienholz steht derzeit kaum in größeren Partien zur Verfügung. Allerdings gibt es große Aufforstungsflächen beispielsweise in Ungarn, die in den kommenden Jahrzehnten eingeschlagen werden können. Längere geradwüchsige, ausreichend stark dimensionierte Abschnitte sind selten. Soweit verfügbar ist Robinienholz auf Grund seiner Eigenschaften aber ein vielseitig einsetzbares Holz. Im Innenbereich beispielsweise kann es für Treppen, Parkett sowie Klein- und Sitzmöbel verwendet werden.

(Quelle: Informationsdienst Holz mit freundlicher Genehmigung des GD Holz; Bildmaterial von C. Waitkus, BFH Hamburg, Jürgen Schwab.)

Eigenschaften Robinie

Gewicht (frisch): ca. 930 kg/m3
Gewicht (darrtrocken): 0,66-0,79 g/cm3
Druckfestigkeit: 55-75 N/mm2
Biegefestigkeit: 120-160 N/mm2
Brinell-Härte1: 31-37 N/mm2
Schwindmaße1: frisch > darrtrocken
radial:5,5-6,5 %
tangential:11-12 %
Volumen:15-18 %

1Werte aus Richter, H.G. (ed.) 2000: Technology for high quality products from Black locust.

aus ParkettMagazin 04/04 (Holz)